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Rund 24 000 Überstunden im Landratsamt Rhön-Grabfeld durch Corona

Durchschnittlich kommen Bedienstete am Landratsamt Rhön-Grabfeld pro Monat auf bis zu 20 Überstunden. In Zeiten der Corona-Pandemie steigerten sich dies aber auf bis zu 50. Grund genug für Landrat Thomas Habermann, dies in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses einmal zu würdigen und seinem Mitarbeiterteam zu danken. Immerhin habe die Pandemie, speziell in den Monaten Mai und Juni 2020, einen enormen Einsatz gefordert. Rund 24 000 Überstunden wurden hier gezählt. Der Landrat lobte vor allem die hervorragende Motivation, erwähnte auch so manche Umbesetzung, wenn mehr Mitarbeiter, zum Beispiel im Gesundheitsbereich, benötigt wurden.

Andreas Räth von der Stabstelle am Landratsamt verdeutlichte den Anstieg durch exakte Zahlen. Lagen die gesamten Überstunden im Januar 2020 noch bei 7768, so steigerten sie sich im Dezember des gleichen Jahres auf 19 500. "Das sind 52 Überstunden pro Mitarbeiter." Besonders angespannt war die Lage im Gesundheitsamt und in der IT-Stelle, ebenso im Bereich der Jugendarbeit. In der Gesamtheit wurden in der IT-Stelle pro Mitarbeiter im Durchschnitt 113 Überstunden angehäuft. Die Frage von Kreisrat Bastian Steinbach, ob diese Überstunden überhaupt abgebaut werden können, konnte im Gremium nicht beantwortet werden.

Oftmals überfüllte Praxen bei Notfällen mit Kindern

Kreisrat Peter Suckfüll bat den Landrat dann um Unterstützung bei Notfällen mit Kindern. Oftmals seien die Wartezimmer der Allgemeinärzte derart überfüllt, dass Eltern hier ein zusätzliches gesundheitliches Risiko für ihre Kinder sehen. Das Problem sei, dass es im Landkreis Rhön-Grabfeld keine Kinderstation in den hiesigen Kliniken gibt. "Das gab es in unseren Kliniken bisher noch nie", sagte Habermann. Dafür müsse zusätzliches Personal eingestellt werden.

Deshalb gebe es sogenannte Schwerpunktkliniken für Kinder - und zwar in Schweinfurt (Leopoldina), und in Meiningen. Hier werden die Kinder fachärztlich versorgt. Etwas, das der Gesetzgeber so entschieden habe. Der Landkreischef sagte dazu, dass in der Notaufnahme die Kinder nach einer fachlichen Beurteilung durch den Arzt in die entsprechende Kinderklinik verlegt werden. Peter Suckfüll bat Thomas Habermann, das Thema aufgrund seiner Kontakte einmal anzusprechen und wenn möglich eine Lösung zu finden.

Weiterhin informierte Dr. Jörg Geier, Leiter der Stabstelle am Landratsamt, über die Unterstützung aus dem Corona-Sonderfonds des Landkreises. Er verwies auf die Haushaltssitzung im März 2021, bei der der Kreistag eine Summe von einer Million Euro festlegte, womit ehrenamtliche Bereiche im Landkreis unterstützt werden sollten, die durch die Corona-Pandemie deutliche Ausfälle zu verbuchen hatten.

Wer sich über einen Teil des Corona-Sonderfonds freuen darf

Die Förderung sollte als Einzelfallentscheidung in einer Jury behandelt werden. Diese setzt sich aus je einem Kreistagsmitglied jeder im Kreistag vertretenen Wählergruppe oder Partei zusammen. In einer ersten Sitzung lagen 13 Anträge vor, wobei man zwei als förderwürdig einstufte. Dazu gehörten die Schwimmbadfreunde Schönau e.V., die mit 5500 Euro unterstützt wurden. Zustimmung gab es auch für den Antrag der Pfadfinderschaft St. Georg mit 450 Euro.

Die weiteren Anträge mussten abgelehnt werden, da sie nicht dem ehrenamtlichen Bereich zugeordnet werden konnten oder der Antragsteller eine kommerzielle Einrichtung ist. Bei den Anträgen des FC Strahlungen, der Freunde der Kirchenburg Ostheim e.V., des Musikvereins Strahlungen, des MSC Rhön e.V. und des TSV Trappstadt bat die Jury um ergänzende Informationen für eine Entscheidung.

Zuschuss bei Verwendung von Stoffwindeln

Zustimmung gab es für einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 100 Euro je Neugeborenem bei der Verwendung von Stoffmehrwegwindeln. Dies ging auf eine Anregung der Kreisrätinnen Sonja Rahm und Birgit Reder-Zirkelbach zurück, wobei es auch um ein kostenfreies Starterpaket, also eine Erstausstattung, bestehend aus Windelset samt Einlage sowie eines Überhöschens, ging. Dieses könnte über die Geburtsstation im Campus und die Hebammen ausgegeben werden.

Wer dann den Nachweis erbringt, dass er künftig Stoffmehrwegwindeln nutzt, erhält einen Zuschuss von 100 Euro. Bislang liegen vier Anträge vor, wobei dieses Angebot nur für Neugeborene aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld gilt. Kreisrat Thorsten Raschert fragte nach, ob dieses Angebot auch Eltern annehmen können, die in einer anderen Klinik, zum Beispiel in Schweinfurt entbunden haben. Das sei bei entsprechendem Nachweis möglich.