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Saft als Kur? Abnehmen und Entgiften mit Detox-Diät – Das müssen Sie beachten

Orangen, Erdbeeren, Rucola oder Rote Beete: Bei einer Saftkur können Sie selbst entscheiden, welche Zutaten die Drinks haben.

Eine Saftkur soll den Körper entgiften und beim Abnehmen helfen. Doch was ist dran an der Detox-Diät und welche Gefahren birgt sie? 

Frankfurt – Leckere Säfte trinken, damit den Körper entgiften und sogar ein paar Kilos abnehmen? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch all das versprechen sogenannte Saftkuren. Die Detox-Diät liegt voll im Trend - vor allem in der Fastenzeit. Doch Saft als einzige Energiequelle, kann das gesund sein?

Bei einer Saftkur wird über mehrere Tage am Stück nichts gegessen, sondern wie der Name es schon sagt: nur Obst- oder Gemüsesaft getrunken. Diese Art der Diät soll den Körper entgiften und entschlacken - also einen Detox-Effekt haben. Hier ist allerdings auch Vorsicht geboten. Denn eine Saftkur hat auch Kehrseiten.

Detox-Diät: Saftkur gesund oder schädlich für die Gesundheit?

Doch wie läuft eine Saftkur eigentlich ab? Es ist relativ simpel. Wie auch bei anderen Heilfasten-Diäten muss der Körper erst mal auf die Ernährungsumstellung vorbereitet werden. Etwa eine Woche vor dem Start wird auf Alkohol, Nikotin und Kaffee verzichtet, erklärt Ernährungscoach und Fitnesstrainer Niklas Schwarz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Nur noch leichte Kost wird zu sich genommen, manche machen zusätzlich noch eine Darmreinigung mit Glaubersalz.

Bei der eigentlichen Saftkur wird dann die Mahlzeit einfach durch eine bestimmte Menge Obst- oder Gemüsesaft ersetzt, so der Experte. Daneben ist nur noch Wassertrinken erlaubt oder auch ungesüßter Tee oder Brühe. Die Säfte werden dabei entweder selbst gemacht, es gibt aber auch einige Unternehmen, die auf den Zug aufgesprungen sind und fertig gemischte und abgemessene Säfte zum Verkauf anbieten. Erhofft wird neben einem entschlackendem Effekt natürlich auch ein schneller Gewichtsverlust, denn man trinkt doch nur, oder?

Abnehmen und Entgiften dank Saftkur? „Eher eine ungesunde Form der Ernährung“

Ganz so einfach, wie viele vielleicht hoffen, ist es tatsächlich nicht. Das zeigt sich schon Blick auf die Orientierungswerte für Lebensmittel der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Es wird von der DGW zwar geraten, mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst zu essen (drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst) - darunter ist aber nur eine Portion Saft vorgesehen.

Denn Fruchtsäfte liefern zwar Mineralstoffe und Vitamine. Sie enthalten aber von Natur aus auch Zucker und damit Kalorien. Eine strenge Saftkur kann zu einer Überversorgung des Körpers mit bestimmten Vitaminen und einem Mangel an Proteinen und Fetten führen, so die DGE.

LebensmittelOrientierungswert für Erwachsene (Tag)
Gemüse und Salatmindestens 3 Portionen (400 g) Gemüse
Obstmindestens 2 Portionen (250 g) Obst
Getränkerund 1,5 Liter
(Quelle: DGE)

„Wenn man den ganzen Tag irgendwelche Smoothies schlürft und noch so tolle Säfte macht, dann kann es sein, dass das gar nichts mit Fasten zu tun hat, sondern dass man 2000 Kalorien zu sich nimmt. Und dann wäre es eher eine ungesunde Form der Ernährung“, sagt auch Naturheilkundler und Charité-Professor Andreas Michalsen gegenüber dem SWR. Beim richtigen Heilfasten ist das laut dem Professor dagegen etwas anderes.

Hilft eine Saftkur beim Abnehmen? Das sagen Fachleute

Und auch wenn bei Saftkuren durchaus ein paar Kilos abgenommen werden können, sind die meist kurz nach der Detox-Diät wieder drauf. Denn die Ernährung wird eben nur einige Tage umgestellt - die Gefahr des Jojo-Effekts ist bei dieser Art des Fastens hoch. Auch körperliche Beschwerden sind bei einer Saftkur möglich. Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit können laut Ernährungscoach Schwarz bei einer Saftkur auftreten.

„Für die Wirkung sogenannter Entgiftungs- oder Detox-Diäten fehlen bisher wissenschaftliche Nachweise. Inwiefern durch eine solche Diät der Stoffwechsel angeregt wird, ist fraglich. Der schnelle Gewichtsverlust ist sehr wahrscheinlich alleine auf die Energierestriktion zurückzuführen“, heißt es zudem in einem Bericht der DGE.

Das sehen auch andere Fachpersonen so. „Über die Deckung des täglichen Grundbedarfs an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hinaus, gibt es nicht wirklich einen zusätzlichen Nutzen, den eine Entgiftungsdiät bringen könnte“, sagt McKenzie Caldwell, Ernährungsberaterin in Charlotte in einem Bericht von Businessinsider.

Detox: Körper kann sich gut selbst entgiften – Leber, Nieren und Darm spülen Giftstoffe aus dem Körper

Eine Detox-Kur könnte allerdings einen Einstieg in eine Änderung des Essverhaltens darstellen. Eine Entgiftungskur oder Detox-Diät sollte darüber hinaus nicht jeder machen. „Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten keine Entgiftungs-Kur durchführen“, so die DGE. Bei Personen, die Medikamente einnehmen, sollte vor der Diät ein Arzt gefragt werden.

Ein gesunder Körper eines gesunden Erwachsenen kann sich außerdem durchaus selbst entgiften. Das passiert über den Magen-Darm-Trakt, Leber und Nieren. Um die Leber beim Entgiften zu unterstützen, ist eine gesunde Ernährung aber durchaus hilfreich. (svw)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.