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Siegburger Girlgroup: Ruby Rats rollte Europas Popwelt auf

Mit den drei jungen Frauen, die 1966 vom Rhein-Sieg-Kreis aus nach London pilgerten, hätten damals wohl Millionen Zeitgenossinnen gern getauscht. „Hey Mick, how are you? Do you have photographs for us?“ (In etwa: „Hallo Mick, hast du Fotos für uns?“), fragte die Siegburgerin Ingrid Brauns den aufstrebenden Star Mick Jagger, Sänger der Rolling Stones, den sie in der Agentur der Band aufstöberten.

„Es war ganz einfach, an ihn heranzukommen“, erinnert sich Linda Greeven , damals Linda Krüger: „Er war nett, gab uns Autogrammkarten und lachte mit uns in die Kamera.“ Erst ein Jahr vorher hatte die Mülldorferin begonnen, sich mit Musik zu beschäftigen. In einem Lohmarer Lokal, in dem es am Wochenende Beatmusik gab, lernte sie 1965 Ingrid Brauns kennen.

Schnell merkten sie, dass ihre Herzen im selben Rock’n’Roll-Takt schlugen. Sie waren sich einig: Sie wollten selbst Beatmusik machen. Ingrid Brauns sollte Gitarre und Linda Greeven Bass spielen. Dass die Band Ruby Rats heißen sollte, war Ingrid Brauns’ Idee, als die Gründerinnen in der einstigen Lohmarer Lindengrotte die deutsche Band Mike Rat And The Runaways hörten. Und: Es sollte eine reine Mädchenband werden.

Ingrid Brauns kannte mit der Henneferin Christiane (Chris) Fußhöller eine mögliche Schlagzeugerin. Außerdem stieß die Hangelarerin Jutta Stephan als Gitarristin dazu. Geübt wurde in Mülldorf unter dem Dach von Radsport Krüger, Linda Greevens Elternhaus, später in einer Kaldauer Kellerbar. Nächstes Ziel: zu viert in der Besetzung der Beatles aufzutreten.

Im Interview vergessen Linda Greeven und Chris Fußhöller spürbar schnell die 50 Jahre, die vergangen sind, seit sie im März 1971 die Bandkarriere an den Nagel hängten. Sie hätten bei Null angefangen, keine Noten gekannt und noch kein Instrument in der Hand gehabt, erzählen sie. Bei anderen Bands ließen sich die Gitarristinnen Griffe und Riffs zeigen, Schlagzeugerin Chris Fußhöller hatte mit Bruder Reiner, selbst Drummer, einen guten Ausbilder.

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Zwei Ex-Musikerinnen der Ruby Rats heute: Linda Greeven (l.) und Chris Fußhöller.

„Mr Tambourine Man“, „Hold Tight“, „These Boots Are Made For Walking“ waren einige der ersten Stücke, mit denen sie sich bald in der Sieglarer Küz oder in kleinen Sälen bei Beat-Wettbewerben auf die Bühne wagten.

Ruby Rats bekamen Auftritte wegen eines Fotos mit Mick Jagger

Mittlerweile erwies sich der Londontrip, bei dem sie an legendären Orten, etwa im Marquee Club, Stars wie Spencer Davis, Steve Winwood oder Keith Moon trafen, als Glücksfall. Denn Mick Jagger hatte, freilich unbeabsichtigt, maßgeblich Anteil am späteren Erfolg der Ruby Rats. Greeven und Brauns schrieben nämlich ihre London-Erlebnisse nieder, schickten sie nebst Jagger-Foto an die Zeitschrift Musik-Parade. Die druckte die Story halbseitig für ihre Serie „Triff deinen Star“.

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Mick Jagger, der Sänger der Rolling Stones, war 1966 schon ein Star, als ihm Linda Krüger (r.), heute Greeven, und Ingrid Brauns begegneten.

„Alleine dass wir mit Mick abgebildet waren und unser Bandname dabeistand, genügte, dass wir Angebote bekamen“, berichtet Linda Greeven: „Man wollte nicht mal eine Demo-Aufnahme.“ Erste größere Verträge bekamen sie in Schleswig-Holstein, wo sie Woche für Woche hinfuhren, teils mit den Vätern als Chauffeure.

Die Annonce der Band wegen einer neuen Gitarristin für die Mitgründerin Jutta Stephan (Hangelar), die nach eineinhalb Jahren ausstieg, trug Früchte. Die Stuttgarterin Nicky Hoffmann reiste zum Vorspiel ins Rheinland. „Aber nicht sie musste uns, sondern wir ihr vorspielen. Die wollte wissen, ob wir gut genug für sie sind“, erinnert sich Greeven.

Die Ruby Rats traten in Montreux und Zürich auf

Das Trio bestand den Test, die neue Formation stand. Und tatsächlich habe sich das Spiel der Band um ein um ein Vielfaches verbessert, sind sich Linda Greeven und Chris Fußhöller einig. Die Ruby Rats wagten größere Schritte. Sie gaben ihre Berufe auf, bekamen Engagements in Grindelwald, Montreux, Genf, Zürich.

In Spanien waren sie besonders erfolgreich. Damals waren dort Damenbands unvorstellbar. Entsprechend frenetisch „und manchmal grenzwertig“, wie Chris Fußhöller sagt, wurden die vier Deutschen gefeiert, erschienen auf Plakaten als Top-Acts neben Stars wie „Ohio Express“. Hierzulande spielten sie mit den Lords.

In amerikanischen Clubs, in denen sie meist Monatsverträge hatten, traten sie neben den Everly Brothers auf. Im spanischen Fernsehen präsentierte sie Star-Moderator José María Íñigo mit Fotos neben Elvis und „Zagar und Evans“, in Genf wurden sie im Programm mit Lionel Hampton gefeiert. In Deutschland waren sie in der „Aktuellen Schaubude“ zu sehen und in der Show „Und Ihr Steckenpferd?“, moderiert von Peter Frankenfeld.

Der Erfolg der Discos beendete den Erfolg der Ruby Rats

Sie hätten damals viel Geld verdient und sehr viel ausgegeben, dafür aber richtig malochen müssen, berichten die Freundinnen. Einige Male seien sie um ihr Geld gebracht worden, etwa als sich ihr Agent bei einer Steiermark-Tournee nach dem ersten Auftritt mit der gesamten Tournee-Gage aus dem Staub gemacht habe. „Die Tourneen kosteten immens Kraft“, berichtet Linda Greeven, auch Belästigungen aufdringlicher Fans gab es.

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Auch im Parc d’Atraccions in Barcelona traten die Ruby Rats auf.

In den 1970ern nahmen die Discos zu, die Live-Konzerte ab. „Es wurde immer weniger, irgendwann hatten wir keine Lust mehr“, erinnert sich Greeven. „Wir waren zu früh dran, die Videoclips, die nach uns kamen, hätten wir gebraucht“, vermutet Chris Fußhöller, die wie Nicky Hoffmann im Hamburger Star Club sogar einem Abwerbe-Versuch der Liverbirds widerstand: „Es war schade, dass es mit Ruby Rats nicht weiterging.“ Und Linda Greeven betont: „Obwohl wir auch viel Negatives erlebt haben, möchte ich die Zeit nicht missen.“ 

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