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Smarte Tourismusregion: ATS will Besucher im Landkreis Miesbach lenken

Von: Fridolin Thanner

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Überfüllter Parkplatz am Hennerer
Überfüllte Parkplätze wie hier am Hennerer in Schliersee sind bei gutem Ausflugswetter normal im Landkreis Miesbach. © Thanner (Archvibild)

Miesbach/Landkreis – Um die Schar an Besuchern und Ausflüglern zu lenken, plant die Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), eine smarte Tourismusregion zu werden.

Staus, überfüllte Parkplätze, Menschenmassen: Oft scheint es so, als könnte das Oberland die Flut an Ausflüglern nicht mehr aufnehmen. Dabei ist der Tourismus wichtig für die Region. Viele Einrichtungen und Attraktionen gäbe es sonst nicht, weil sie nur von Eintrittsgeldern Einheimischer nicht bestehen könnten.

Während Landkreisbürger genervt sind vom Andrang, sind Gäste selbst sicher auch nicht glücklich, wenn sie gefühlt mehr Zeit in einer Schlange stehen, als sie ihr Ausflugsziel genießen können. Ein Ansatz ist, Besucher intelligent zu lenken. Dazu möchte der Landkreis „Smarte Tourismusregion“ (STR) werden.

Dabei handelt es sich um ein exklusives Förderprojekt des bayerischen Wirtschaftsministeriums mit der Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), wie Harald Gmeiner dem Kreisentwicklungsausschuss vor Kurzem erläuterte. Der ATS-Vorstand rechnet mit Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 664.000 Euro, wovon der Freistaat 70 Prozent (464.800 Euro) übernimmt. Vom Restbetrag entfällt knapp die Hälfte auf Eigenleistung der ATS, sodass noch gut 104.000 Euro über den Projektzeitraum von zwei Jahren zu finanzieren sind.

An der Besucherlenkung arbeitet die ATS schon länger und hat unter anderem einen Ausflugsticker entwickelt. Das aktuelle Projekt geht viel weiter. „Wir wollen die Gäste am besten schon zu Hause am Vortag informieren“, sagte Gmeiner. Dazu sei nötig, große Mengen an Daten zu sammeln, um später Prognosen erstellen zu können. An welchem Tag herrscht wo und bei welchem Wetter welcher Andrang? Die Informationen sollen frühzeitig beispielsweise über das Internet und eine App abrufbar sein.

„Wichtig ist, dass der Gast, auch wenn er unterwegs ist, Informationen bekommt“, erklärte Gmeiner. Diese sollen dann auch über Navigationsgeräte und Verkehrsfunk verbreitet werden. Grundlage sind entsprechende Daten. Dazu müssen sowohl Parkplätze als auch Straßen mit entsprechenden Sensoren ausgerüstet werden. Diese melden, wie viele Autos etwa in Holzkirchen und Weyarn von der Autobahn in Richtung Berge abgefahren sind und wie voll Parkplätze an Spitzing und Sudelfeld sowie in Kreuth sind. Wenn sie belegt sind, sollen Besucher ihre Ziele ändern.

„Ganz wichtig ist, dass der Gast Alternativen vorgeschlagen bekommt“, machte Gmeiner klar. Nur so könne die Lenkung funktionieren. Er möchte Berg­bahnen und andere touristische Einrichtungen ebenfalls einbeziehen. Die Region soll so smart werden, dass das System bereits Alternativen anbietet, wenn aufgrund der Autos auf der Straße damit zu rechnen ist, dass der Wanderparkplatz voll wird. Nur so könnten Überfüllungen und Parkplatzsuchverkehr reduziert werden. „Es geht nicht nur um das Wohl des Gastes, sondern auch um das Wohl des Einheimischen“, sagte Gmeiner. Der Freistaat Bayern erhoffe sich von dem Pilotprojekt Ergebnisse, die für viele Regionen in Bayern anwendbar seien, ergänzte der ATS-Vorstand. ft

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