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So ernst ist es den Windsors mit Andrews Kaltstellung

Sie sind selten geworden, die Fotos von Prinz Andrew beim Pferderennen in Ascot oder bei glamourösen Empfängen im Buckingham Palace. Ein einziges Mal hatte der zweite Sohn von Elizabeth II. dieses Jahr einen öffentlichen Auftritt, einen unvermeidbaren. Bei der Trauerfeier für Prinz Philip im vergangenen April schritt der Sohn im Trauerzug gleich hinter seinem Bruder, Thronfolger Prinz Charles, in der zweiten Reihe.

Genau da will Andrew auch wieder hin, dauerhaft. Aber die einzige Person aus royalen Sphären, die den 61-Jährigen bei diesem Anspruch unterstützt, ist Sarah „Fergie“ Ferguson. „Wir sind das zufriedenste Scheidungspaar auf der ganzen Welt“, jubiliert die Herzogin von York fast 30 Jahre nach der Trennung.

Prinz Andrew und Sarah Ferguson ließen sich 1996 scheiden

Prinz Andrew und Sarah Ferguson ließen sich 1996 scheiden

Quelle: Getty Images Entertainment/Getty/Getty Images

Der Rest der Familie, selbst die 95-jährige Queen, wollen den Falkland-Veteranen in keiner offiziellen Rolle mehr sehen. Der Grund ist Andrews jahrelange Freundschaft mit dem US-Milliardär und verurteilten Kinderschänder Jeffrey Epstein, der im Sommer 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle mutmaßlich Suizid beging.

Wie ernst es den Windsors mit Andrews Kaltstellung ist, bezeugte ein langer Artikel in der jüngsten „Sunday Times“, deren exklusive Einblicke in königliche Ränkespiele dem Vernehmen nach niemals ohne das Plazet, wenn nicht gar die Kooperation von Prinz William publik wurden. Ein halbes Dutzend Palastmitarbeiter, auch ehemalige Kameraden des Prinzen in der Royal Navy lassen sich dort zitieren. Kein einziges positives Urteil ist zu finden. Andrew sei „ein totaler Idiot, ein arroganter Scheißkerl“, „ein zutiefst unangenehmer Mensch“. Viele Jahre jettete der Prinz als Handelsbotschafter der britischen Regierung um den Globus. Den zuständigen Mitarbeitern im Außenministerium graute vor jeder Reise. „Teure Hotels mussten gebucht werden, er nahm meist ein paar Hofschranzen mit, und dann beleidigte er mit Sicherheit auch noch jemanden während seiner Visite“, summiert Ex-Minister Chris Bryant den Ruf des Prinzen im Regierungsapparat.

Niemals werde das Machtzentrum im Haus Windsor Andrews Rückkehr ins royale Rampenlicht zulassen, darin sind sich die Beobachter in London einig. Dieses Zentrum bilden die Queen, Prinz Charles und Prinz William. Gerade erst haben sie den Megxit hinter sich, den Ausstieg von Prinz Harry und dessen Frau Meghan, der dem Königshaus durch die globale Zurschaustellung höchst privater Angelegenheiten schweren Schaden zugefügt hat.

Aber die Causa Andrew ist gravierender, hier geht es womöglich um kriminelle Vorgänge. Was wusste er über Epsteins Mädchenhandel und den Missbrauch Minderjähriger? Jahrelang ging Andrew in Epsteins Villen ein und aus. Und will nichts gewusst haben? Nun liegt Prinz Andrew auch noch eine Zivilklage von Virginia Giuffre vor. Die US-Amerikanerin beschuldigt den Royal, sie als 17-Jährige im Jahr 2001 im Londoner Haus von Epsteins Freundin Ghislaine Maxwell missbraucht zu haben. Maxwell steht ab Ende November in New York in acht Anklagepunkten vor Gericht, darunter wegen „Sexhandels mit einer Minderjährigen“ und „Verschwörung zum Sexhandel“. Das britische Königshaus rüstet sich für das Schlimmste: dass Maxwell Prinz Andrew der Mitwisserschaft beschuldigen könnte. Bisher hat der Prinz jegliche Kooperation mit den US-Justizbehörden abgelehnt.

Und „Fergie“? Die begleitet den Ex weiter ins schottische Balmoral zum Besuch bei der Queen, ist seine treue WG-Partnerin in der Royal Lodge in Windsor. Die britische Klatschpresse streut Gerüchte, die beiden planten, erneut zu heiraten. Zum Feiern ist Prinz Andrew derzeit aber wohl kaum zumute.

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