Seit Jahren steigt der Goldpreis stetig. Nach Informationen der B.Z. gibt es nun eine neue Masche, um günstiger an das wertvolle Metall zu gelangen.

Von Til Biermann und Axel Lier

Die B.Z.-Reporter trafen einen Insider aus Neukölln. Er sagt: „Wer im Libanon für Gold Euro bezahlen kann, bekommt es da zu einem sehr viel günstigeren Preis, da der Wert der libanesischen Lira extrem eingebrochen ist, die Leute wirtschaftlich am Ende sind.“

Das Problem: Man müsse zunächst frische Euro in den Libanon bringen. „Abu A., ein um die 60-jähriger Syrer, der aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland kam, ist in dem Geschäft“, so der Insider weiter. „Für den Euroschmuggel beschäftigt er andere Araber unter anderem von den Großfamilien N., W. und A.“

Der Insider weiter: „Wer es schafft, vom BER loszufliegen und etwa 100.000 Euro des eigenen Geldes, meist Schwarzgeld, in Beirut abzugeben, bekommt dafür in Berlin 105.000 Euro zurückgezahlt.“

Das wäre ein fünfprozentiger Gewinn innerhalb eines Tages abzüglich der Flugpreise. Normalerweise bekommen Anleger so ein Plus innerhalb eines Jahres.

Das Geld wird dem Insider zufolge in 200- und 500-Euro-Scheinen in Hosen versteckt. Gut verteilt würden dann Hunderttausende Euro nicht auffallen: „Die fahren in ganz Berlin rum und sammeln diese seltenen Scheine ein.“

Meist würden demnach Frauen das Bargeld transportieren, oft auch mit Kindern, da diese fast nie durchsucht werden. Und die Erfolgsquote sei hoch. „Nur einmal wurde schon im Libanon eine größere Geldmenge von der Polizei entdeckt, aber das war es“, so der Kenner der Branche.

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Das dafür im Libanon eingekaufte Gold – vieles davon auch von Flüchtlingen aus Syrien – werde dann auf dem Landweg über die Türkei nach Griechenland in die EU geschmuggelt.

Vieles lande schließlich in einschlägigen Juwelier-Geschäften in Neukölln, wo vor allem Rap-Stars die edlen Goldketten kaufen – manche aus eingeschmolzenem Gold aus dem Libanon.

Manche dieser Juweliere seien auch dafür bekannt, dass dort von marokkanischen Banden in ganz Europa gestohlene Rolex-Uhren aufgekauft werden.

Der Insider: „Juwelier H. zahlt für eine 40.000-Euro-Uhr, die in Norwegen Touristen abgenommen wurde, um die 6000 Euro. Er imprägniert neue Seriennummern, fälscht die Papiere.“ Diese Uhren würden dann in den Vereinigten Arabischen Emiraten als original und neu verkauft.

Am Ende sei es also auch ein internationaler illegaler Handel – mit der Hauptstadt Berlin als Drehscheibe.