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So wohnt Köln: Künstlerin Rathmann lebt direkt im Atelier mit Garten

Sürth -

Schon von außen ist erkennbar, dass im Erdgeschoss des roten Hauses an der Sürther Hauptstraße eine Künstlerin wohnt. Frauenköpfe aus Ton blicken aus dem Fenster, daneben posiert ein tönerner Windhund. Auf den Fenstern zur Straßenseite steht in großen Lettern „Kurse, sakrale Kunst, Zeichnung, Porträts, Auftragsarbeiten“. Hier lebt und arbeitet die Bildhauerin Mechthild Rathmann. 

Das Wohnhaus hatte ihr Vater 2002 gekauft, nach umfangreicher Sanierung wurde es ein Jahr später in eine Wohnungseigentümergemeinschaft mit drei Parteien umgewandelt.

Remise mit dem Wohnraum verbunden

Die größte Veränderung hat dabei Rathmanns heutige Wohnung erfahren. „Vorne gab es damals zwei Zimmer, mein heutiges Atelier, dann kamen Flur, Küche und Bad und da hörte das Haus auch schon auf“, erzählt Rathmann und erinnert sich, dass zu Beginn eine ältere Dame das kleine Untergeschoss bewohnt hatte.

Im Garten stand eine Remise. In der Umbauzeit wurde das vordere Haus in der unteren Etage um einen großen, offenen Raum ergänzt, Rathmanns jetziges Wohnzimmer; die ehemalige Remise wurde saniert und mit dem Wohnraum verbunden. Hier hat Rathmann jetzt einen Schlafraum samt einem weiteren kleinen Zimmer und ein Bad.

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Frauen bildet Rathmann am liebsten ab. 

„Das ist die einzige Wohnung, in der der Schlafraum nach hinten liegt. Ein Segen“, wie Rathmann meint. Durch die Verbindung der beiden Gebäude wirkt die Wohnung wie ein langer Schlauch. Von den 78 Quadratmetern entfallen 28 auf ihr Atelier. Die Küche liegt im Durchgang zum Wohnzimmer. Im vorderen Bereich ihres Ateliers stört die 60-Jährige der Straßenlärm bei der Arbeit allerdings nicht.

Mechthild Rathmann ist seit 1995 freiberuflich als Künstlerin tätig. Neben verschiedenen Lehraufträgen nutzt sie ihr Atelier für Kurse, die sie im Auftrag der Volkshochschule abhält. „Das ist eine wunderschöne Atmosphäre. Und wir haben genügend Platz, um die Corona-Regeln einzuhalten. Und es ist ein Standbein, das mir finanzielle Sicherheit gibt“, betont die Bildhauerin, die gerne mit Menschen arbeitet. In ihren Werken dominieren Darstellungen von Frauen.

Sie sind Rathmann besonders wichtig. Inspiriert von Gerhard Richters 48 Porträts, begann sie 2011 eine eigene Serie. Denn Richter, der 1972 die Porträts für den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig anfertigte, konzentrierte sich nur auf weiße, männliche Persönlichkeiten. „Das fällt mir ganz oft auch bei Skulpturen im öffentlichen Raum auf – die zeigen fast immer Männer. Gerade dreidimensional sind kaum Frauen dabei“, bemängelt die Bildhauerin. Ihre „Porträts“ sind aus Ton gefertigt und bemalt.

Porträts von Frauenrechtlerinnen

Die Werkreihe startete sie mit Ellen Johnson Sirleaf (Präsidentin von Liberia), Leymah Gbowee, (Bürgerrechtlerin aus Liberia) und Tawakkol Karmann (Journalistin aus dem Jemen). Mittlerweile hat sie 16 Porträts von Frauen angefertigt, die sich für Menschenrechte einsetzen. Im vergangenen Jahr entstand im Atelier auch eine sakrale Auftragsarbeit – ein Jesuskind aus einem Stück Lindenholz aus dem Forstbotanischen Garten für St. Kunibert.

Wir gehen vom Atelier durch den „langen Schlauch“, verlassen über das Wohnzimmer den Innenbereich und stehen in einem langen Garten. Bronzene Frauenplastiken liegen, stehen oder sitzen zwischen Magnolien, Apfelbäumen, blühenden Sträuchern, Kräutern und einem alten Walnussbaum und verleihen dem Garten ein Gefühl außergewöhnlicher Stille.

Wohnhaus und Atelier

Das Haus an der Sürther Hauptstraße ist in drei Wohneinheiten unterteilt.

Aber auch ihr Sohn Leon hat sich unter die Damen gemischt. Er lebt und arbeitet als Tänzer in den Niederlanden und hat nichts dagegen, als Büste in den Kunststand erhoben worden zu sein. Rathmann gehört die rechte Gartenhälfte. Es ist ihr Lieblingsplatz zum Arbeiten, wie sie verrät. Deshalb baute sie als erstes auch ein Gartenhaus mit Unterstand, um ihre Holzarbeiten draußen ausbreiten zu können. Im wahrsten Sinne des Wortes.

so wohnt_MR_Sohn als Skulptur

Auch ihren Sohn Leon hat sie als Skulptur verewigt. 

Derzeit hat Rathmann für das Stipendiatsprogramm „Auf geht’s“ des Landes NRW überdimensional große Arme aus Holz, das sie aus dem Rhein gefischt hat, angefertigt. „Wenn ich mit der Kettensäge arbeite, halte ich natürlich die Mittagspause ein“, betont sie und zeigt die Arme, die aus drei Teilen bestehend, fast vier Meter umfassen und auf dem Boden auf einem Sockel ausgebreitet werden. „Das Verschwinden der Arme“ hat sie ihre Objektkunst getauft. „Das hat gerade jetzt auch einen politischen Aspekt. Die ausgebreiteten Arme sind eine einladende Geste und sagen: Du bist willkommen“.  

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