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Soll Geld gewaschen haben: Kap Verde liefert Vertrauten Maduros an USA aus

Soll Geld gewaschen haben Kap Verde liefert Vertrauten Maduros an USA aus

Kap Verde liefert den Unternehmer Alex Saab an die USA aus. Die werfen ihm Geldwäsche vor - er soll Lebensmittelhilfen für die Bevölkerung in Millionenprofite umgewandelt und außer Landes gebracht haben. Venezuelas Staatschef Maduro ist sauer und lässt Gespräche mit der Opposition im Land platzen.

Ein dem venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro nahestehender kolumbianischer Geschäftsmann ist in die USA ausgeliefert worden. Der Unternehmer Alex Saab sei am Samstag von Kap Verde aus in die USA geflogen worden, sagte sein Anwalt Manuel Pinto Monteiro. Aus Protest gegen die Auslieferung kündigte die venezolanische Führung die Aussetzung des Dialogs mit der Opposition an.

Saab gilt als enger Verbündeter von Maduro. Die USA werfen ihm und seinem Geschäftspartner Alvaro Pulido Geldwäsche vor. Die beiden sollen Maduro und seinen Verbündeten geholfen haben, aus Lebensmittelhilfen für die notleidende Bevölkerung Venezuelas hunderte Millionen Dollar Profite geschlagen und ins Ausland geschafft zu haben. Im Jahr 2019 erhob die US-Justiz Anklage gegen Saab. Rund ein Jahr später wurde der Geschäftsmann während eines Zwischenstopps in Kap Verde festgenommen.

Die venezolanische Opposition bezeichnet Saab als wichtigen Strohmann für Maduro und sein Umfeld. Saab besitzt neben der kolumbianischen auch die venezolanische Staatsbürgerschaft sowie einen venezolanischen Diplomatenpass. Saabs Anwalt Pinto Monteiro sagte, sein Mandant sei in ein "Flugzeug des US-Justizministeriums gesetzt und in dieses Land geschickt" worden. Dies sei ein illegales Vorgehen.

Kolumbien unterstützt die USA

Kolumbiens Präsident Iván Duque bestätigte die Auslieferung Saabs in die Vereinigten Staaten. Diese sei ein "Triumph im Kampf gegen den Drogenschmuggel, Geldwäsche und Korruption, wie sie von der Diktatur von Nicolás Maduro gepflegt werden", twitterte er. Kolumbien habe die USA bei den Ermittlungen zu dem "kriminellen Netzwerk unter Saabs Leitung" unterstützt und werde dies weiter tun.

Die Regierung in Caracas verurteilte die "Entführung des venezolanischen Diplomaten Alex Saab durch die Regierung der Vereinigte Staaten in Komplizenschaft mit den Behörden von Kap Verde". Parlamentspräsident Jorge Rodríguez erklärte, "aus Protest gegen die brutale Aggression" gegen Saab werde die Regierung nicht an der für Sonntag geplanten vierten Runde der Gespräche mit der Opposition in Mexiko-Stadt teilnehmen. Nach dem Willen der Regierung in Caracas hätte Saab ihrer Delegation in Mexiko-Stadt angehören sollen.

Die venezolanische Führung verhandelt seit September mit der Opposition um den von westlichen Staaten wie den USA unterstützten Juan Guidó über eine Beilegung des seit Jahren andauernden Machtkampfes. Bei den Gesprächen geht es unter anderem um eine Lockerung der Sanktionen, politische Rechte sowie Wahlgarantien.

Trotz seines Ölreichtums steckt Venezuela seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise. Das Bruttoinlandsprodukt ging seit 2014 um 80 Prozent zurück. Im Zuge der Krise verließen rund fünf Millionen Venezolaner ihr Land. Der seit 2013 amtierende Maduro weiß dennoch die Armee sowie Kuba, China und Russland hinter sich.