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Sommerdomizil in Kerpen: Hier verbrachte Ludwig van Beethoven jahrelang seine Ferien

Kerpen -

„Kaum jemand weiß, dass der junge Ludwig van Beethoven in den Jahren 1784 bis 1792 seine Sommerferien in Kerpen bei dem Stiftsherren von Breuning verbracht hat“, sagt Martin Sagel, Immobilienkaufmann und engagierter Kerpener Bürger. Gemeinsam mit dem international renommierten Dirigenten Christoph Spering hat er sich nun zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die Kerpener Zeit Beethovens mehr in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Martin Sagel und Christoph Spering (v.l.) wollen Beethovens Zeit in Kerpen stärker publik machen.

Martin Sagel und Christoph Spering (v.l.) wollen Beethovens Zeit in Kerpen stärker publik machen.

Er hat mit Spering, der schon zweimal den Echo-Preis bekam und seit ein paar Jahren in Kerpen wohnt, den Verein „Beethoven in Kerpen“ gegründet. Sagel ist der erste Vorsitzende. „Die Ziele des Vereins sind unter anderem: große Freiluftkonzerte, kleine Kammerkonzerte, Orgelkonzerte, die Nachwuchsförderung und eine enge Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen und den Musikschulen“, erklärt Martin Sagel. Außerdem stünden Foto- und Kunstprojekte auf dem Programm.

Beethovenhaus mit Café in Kerpen geplant

Zudem wird an die Entwicklung eines Beethovenhauses mit Café und die Rettung einer denkmalgeschützten Beethovenorgel gedacht, die in Kerpen aufgestellt werden soll. Auch soll es mehr Infotafeln geben, die auf Beethovens Zeit in Kerpen hinweist.

Diese Gedenktafel ist bislang die einzige öffentliche Erinnerung an die Kerpener Tage des großen Komponisten.

Diese Gedenktafel ist bislang die einzige öffentliche Erinnerung an die Kerpener Tage des großen Komponisten.

Eine solche Tafel gibt es schon: Sie hängt an der Wand des Hauses an der Ecke Hahnenstraße/Kölnerstraße, in dem sich früher das Geschäft Strohband befand. Nun gibt es dort ein Café. In dem Haus wohnte früher die Kerpener Familie von Breuning, über deren Bedeutung seinerzeit Bernhard Höhner und Bernd Päffgen vom Kerpener Heimatverein forschten. Mit dieser angesehenen rheinischen Familie war Beethoven befreundet.

So kam der Kontakt zu Ludwig van Beethoven zustande

Der Kontakt zu den von Breunings war über den Medizinstudenten Franz Gerhard von Wegeler zustande gekommen, der seit 1782 mit Beethoven befreundet war. Er vermittelte ihn als Klavierlehrer für Eleonore und Lorenz van Breuning in das Haus seines Großonkels Johann Philipp von Breuning in Kerpen.

Der junge Ludwig freundete sich mit der Familie an und soll auch während seiner Aufenthalte in Kerpen in der Stiftskirche die Orgel gespielt haben. Besonders zwischen Eleonore von Breuning und Beethoven soll es ein herzliches Verhältnis gegeben haben. Beethovens einzige Oper „Fidelio“ soll in ihrer Urfassung „Leonore“ geheißen haben und der Kerpener Freundin gewidmet gewesen sein.

Wer beim Beethoven-Verein mitmachen will, kann sich an Martin Sagel wenden. Im November ist ein Informationsabend geplant.