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Sommerschule sorgt für Stress

Wissenslücken von Schülern schließen, die durch die Corona-Bedingungen entstanden sind – dabei soll die Sommerschule helfen. Zeitlich ist die Umsetzung eine Herausforderung für Schulen. Da ist Hilfe willkommen: Die Stadt Puchheim zum Beispiel springt nun unterstützend ein, macht das sogar zur Chefsache.

Östlicher Landkreis – Schülern in Bayern, die wegen Corona in Rückstand geraten sind, soll mit der Sommerschule geholfen werden. So sieht es Kultusminister Michael Piazolo, der die Idee Mitte Mai äußerte. Stattfinden soll das in aller Regel in der ersten und letzten Woche der Sommerferien. Auch wenn das Angebot freiwillig ist – für die Schulen ist der knappe Zeitplan eine Herausforderung.

Ältere Gymnasiasten als Hilfskräfte

Einer, der sich dazu öffentlich gegenüber dem Tagblatt äußert, ist Christian Römmelt, Rektor der Puchheimer Grundschule Süd. Er stellt klar: „Ja ich muss mich darum kümmern, Personal zu bekommen.“ Lehramtsbewerber und frühere Lehrkräfte kämen etwa in Frage. In der Schule will man aber noch Ehrenamtliche zur Unterstützung hinzuziehen – etwa ältere Gymnasiasten. „Aber immer zusammen mit einer pädagogischen Kraft“, betont Römmelt.

Mit wie viel Schülern er planen muss, wird er erst recht kurzfristig erfahren. Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder, die in Kernfächern wie Mathematik und Deutsch hinterherhinken. Wenig sind das aber wohl nicht. Für die Stadt Puchheim ist dies Anlass genug, zusätzliche Unterstützung zu leisten und die Sommerschule zur Chefsache zu machen. „Wir müssen die Kinder mitnehmen, damit sie im nächsten Schuljahr gut mitkommen“, erklärt Bürgermeister Norbert Seidl. Auch das Zusammenkommen, die sozialen Kontakte seien wichtig.

Seidl richtet aber auch Kritik an das Kultusministerium. Man bürde die Last der Umsetzung wie so oft in der Pandemie den Schulen und Kommunen auf, auch wenn die Idee grundsätzlich gut sei. Seidl wünscht sich, dass das Ministerium solche Dinge besser durchdenken sollte, „ehe es so was rausdrückt“. Die Schule Süd wird als zentraler Ort gewählt, an dem die Sommerschule abgehalten wird.

„Wir werden bei Bedarf aufstocken“, erläutert Sozialamtsleiter Martin Kulzinger für die Stadt. Das wird in logistischer, personeller und auch in finanzieller Hinsicht geschehen. Räumlichkeiten, Hausmeister, coronagerechte Bedingungen – das wird alles mit eingeschlossen sein. Man setzt auch auf die Bildungsbegleiter, die bereits seit längerem ehrenamtlich unterstützende Hilfestellung leisten. Welcher Aufwand betrieben werden muss, auch in finanzieller Hinsicht, könne aber wohl erst gegen Monatsende genauer abgeschätzt werden.

Die personelle Aufstockung durch die Kommunen ist auch deshalb nötig, weil der Landkreis Fürstenfeldbruck für alle Grundschulen nur insgesamt 200 Stunden für die Sommerschule zugeteilt bekommt. Diese Zahl benennt Thomas Frey, Schulamtsdirektor und kommissarischer Fachlicher Leiter. Er spricht von „sportlicher Höchstleistung“, was die Umsetzung der Sommerschule angeht. Nur etwas mehr als zwei Monate liegen zwischen der Bekanntgabe des Kultusministers und Ferienbeginn.

Bürokratie braucht allein Wochen

Allein die Bürokratie für das einzustellende Personal braucht Zeit. „Für die Bearbeitung bis zu drei Wochen“, erklärt Frey. Die abschließende Prüfung und Vertragsgestaltung geht an die Regierung von Oberbayern.

Aus Sicht der Eltern äußert sich Stefan Eibl, Elternbeirat der Grundschule Esting. Er spricht ebenfalls von einer guten Idee: „Kinder brauchen jede Unterstützung.“ Dass man es vor Ort umsetzen müsse, ist für ihn in Ordnung. „Da kennt man halt seine Leute.“ Gleichwohl hat Eibl für die Schulfamilie erkannt: „Man merkt irgendwie, dass die Luft raus ist mit den ganzen Aufgaben, die man zugeteilt bekommt.“

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