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St. Martin und Advent in Markt Wald – Wohin mit den Leuten?

So viel Nähe wie im Markt Walder Advent 2019, der traditionell im Pfarrhof stattfand, wird dieses Jahr dank Corona leider nicht möglich sein. Die Gemeinde sucht nach alternativen Örtlichkeiten.

Markt Wald – Weihnachten rückt immer näher und damit auch andere Feste, die viele Menschen anziehen. Die steigenden Inzidenzzahlen und die damit gebotenen Abstandsregeln bringen den Markt Walder Bürgermeister in die Bredouille. Doch eine Lösung zu finden, ist nicht so einfach.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Markt Wald warf Bürgermeister Peter Wachler ein für ihn „leidiges Thema“ auf. Leidig deshalb, weil er sowohl die St. Martins Veranstaltung als auch den Advent dieses Jahr unbedingt stattfinden lassen möchte. Auch auf den Nikolaus sollen die Kleinen dieses Jahr nicht verzichten müssen.

Doch das ist alles nicht so einfach. Seit den Lockerungen sei zwar wieder ein Stück Normalität eingekehrt, so Wachler, doch die steigenden Inzidenzzahlen bereiten dem Ortsvorsteher Bauchschmerzen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass das Zielpublikum hauptsächlich ungeimpfte Kinder sind.

Die Bayerische Staatsregierung erlaubt das Durchführen von Weihnachtsmärkten explizit, sogar ohne Kontrollen und Masken, solange die Veranstaltungen draußen stattfinden. Das Problem in Markt Wald ist jedoch, dass das Areal um den Pfarrhof, wo die Adventsveranstaltungen bisher traditionell stattfanden, zu klein ist, um den gebotenen Abstandsregeln gerecht zu werden.

Eine Möglichkeit, die Menschenmassen zu entzerren, wäre, den Advent entlang der Hauptstraße stattfinden zu lassen. Dort könnte man die elf Buden so platzieren, dass sich die Besucher gut verteilen, schlug Wachler vor. Gemeinderat Michael Hartmann (FW) bot in seiner Rolle als Vorsitzender des Theatervereins unaufgefordert an, draußen eine Bühne zu errichten. In puncto Standort sei man flexibel. Wachler begrüßte und würdigte das Angebot.

Seitens der Gemeinderäte kam auch der Vorschlag, den Weihnachtsmarkt auf dem alten Sportplatz stattfinden zu lassen oder ihn gar in den Wald zu verlagern. Doch so romantisch eine Waldweihnacht auch anmutet, so unromantisch ist die Logistik, die dahintersteckt: vom nötigen Strom angefangen und bei der Toilettensituation aufgehört. Wachler beschloss, den Advent im Kulturausschuss zu thematisieren, um nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, die für alle tragbar ist und eine etwaige Ansteckungsgefahr maximal dezimiert.

Noch viel brisanter als der Advent, da zeitlich akuter, ist das anstehende St. Martins Fest. Auch hier will Wachler den Kindern den Spaß nicht verwehren. Der Kindergarten plant unter anderem eine Theatereinlage mit den Kindern. In der Kirche können die Abstandsregeln allerdings nur für eine gewisse Anzahl an Leuten eingehalten werden.

Ab wann gilt 3G in der Kirche?

Sobald die Abstände nicht gegeben sind, gilt die 3G-Regel. Doch woher weiß man, wie viele Besucher letztlich kommen und wann die Grenze erreicht ist? Und will man dann einzelnen Besuchern wirklich den Einlass in die Kirche verwehren, wenn sie keinen 3G-Nachweis haben? Wachler hat nachhaltige Zweifel. Die gleiche Problematik bestehe im Übrigen auch für den Volkstrauertag und die Weihnachtstage, bemerkte Wachler. Zu einer abschließenden Lösung kamen Gemeinderat und Bürgermeister nicht. Doch Markt Wald ist sicher nicht die einzige Gemeinde, die mit dem Dilemma hadert. Es gilt mal wieder die alte Binsenweisheit: Die einzige Sicherheit ist die Un-sicherheit.