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Stute Jadore Moi aus Irschenberg steht auf Longlist für Sommerspiele in Tokio

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio rücken näher. Dort könnte auch der Landkreis Miesbach vertreten sein. Dank der Stute Jadore Moi aus Irschenberg.

Irschenberg – Von Irschenberg nach Tokio, das sind knapp 9500 Kilometer Luftlinie. Ein Pferd aus Oberbayern könnte demnächst den ganz großen Sprung ans andere Ende der Welt schaffen: Auf der Vielseitigkeits-Longlist für die Olympischen Spiele, die vom 24. Juli bis 8. August stattfinden, steht heuer die elfjährige Jadore Moi. Sie hat gute Chancen, mit ihrer Reiterin und Besitzerin Sophie Leube aus Hamm (Westfalen) in Japan dabei zu sein. Die Vielseitigkeit besteht aus den drei Disziplinen Dressur, Springen und Gelände und gilt im Reitsport als Königsdisziplin. Die braune Stute stammt aus der Zucht von Hans Freiherr von Schoen auf dem Gestüt Großschwaig in Irschenberg. Seit gut 30 Jahren werden hier Vielseitigkeitspferde gezüchtet.

Von Schoen, der das Gestüt inzwischen an Christian Speck verpachtet hat, erinnert sich noch genau an sein Fohlen Jadore Moi: „Sie war sehr umgänglich, sehr verschmust“, schwärmt der 89-jährige Pferdeexperte. „Und wir, also meine Tochter Victoire und ich, hatten das Gefühl, dass dieses Fohlen etwas Besonderes hat – es hat sich schon in jungem Alter sehr ausdrucksstark bewegt.“ Jadore Moi habe bereits als Fohlen Selbstbewusstsein ausgestrahlt, erzählt auch Victoire von Schoen. „Ihre Körperhaltung sagte: Hier bin ich, was kostet die Welt?“ Eben ein sehr „präsenter Typ“, erinnert sie sich nicht ohne Bewunderung.

Der Eindruck täuschte nicht: Jadore Moi sollte in den Folgejahren durch „Nervenstärke und viel Leistungswillen“ im großen Sport bestechen. So kam sie mit Sophie Leube, die mittlerweile als neue deutsche Vielseitigkeitshoffnung gehandelt wird, unter anderem bei der Weltmeisterschaft der jungen Pferde 2016 in Le Lion-d’Angers/Frankreich auf Platz 13; die anspruchsvolle Vier-Sterne-Prüfung im polnischen Baborowko 2019 beendete sie auf Platz zwei. Und bei den Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen (Niedersachsen) holte das Paar im Herbst vergangenen Jahres Rang fünf.

Jadore Moi kann sich über Deutsche Meisterschaft empfehlen

Ein Selbstläufer ist Jadore Moi allerdings nicht, kein Pferd, auf das jeder Reiter passt – nicht mal die richtig guten: „Ingrid Klimke war an der Stute interessiert. Aber die beiden kamen miteinander nicht zurecht“, sagt ihr Züchter Hans Freiherr von Schoen. Gepasst hat es hingegen bei der Vielseitigkeitsreiterin Leube, die das Pferd 2017 kaufte. „Sie ist sehr sensibel, aber auch sehr leistungsstark. Kein leichtes Pferd, aber wir sind beide erfolgreich aneinandergewachsen“, erzählt die 34-Jährige. Vor allem sei Jadore Moi „etwas zappelig“, etwa beim Eindrehen der Stollen in die Hufeisen. Heißt: Lange ruhig stehen sei nicht ihr Ding.

Auch von der Turnieratmosphäre ließe sie sich schon mal leicht beeindrucken, was vor allem die Teildisziplin Dressur für ihre Reiterin schwieriger macht, wie Leube zugibt. „Aber im Gelände und im Springparcours ist sie wirklich top.“ Das dürfte dem entgegenkommen, dass die Dressur nur noch einfach für die Gesamtwertung gezählt wird. „Wer im Gelände und Parcours fehlerfrei bleibt, hat schon mal gute Chancen ganz vorne mitzumischen“, ist Leube zuversichtlich.

Zuversicht vermittelt diesbezüglich auch ein Blick in die Abstammung: Olympia scheint dieser Pferdefamilie im Blut zu liegen. Bereits Jadore Mois Großvater Asih war 2012 in London dabei. Der Wallach stammt ebenfalls aus der Von-Schoen-Zucht und war zu dieser Zeit 17 Jahre alt. Geritten wurde er von dem damals 31-jährigen Alex Peternell, der für Südafrika am Start war: Das Paar landete unter 79 Teilnehmern auf Platz 49.

Bei den Olympischen Spielen sind in diesem Jahr nach neuem Reglement des Internationalen Pferdesportverbandes FEI nur drei Reiter pro Vielseitigkeits-Mannschaft zugelassen, ein Reservepaar ist gleichwohl dabei: Laut Olympia-Regeln könnte dieses beim Ausfall eines Reiter/Pferd-Paares in einer Teilprüfung in der anschließenden Teilprüfung eingewechselt werden. Was bedeutet Olympia jetzt für Sophie Leube? Nervös? „Ich bin positiv angespannt.“ Am heutigen Freitag wird sich bei der Deutschen Meisterschaft Vielseitigkeit in Luhmühlen entscheiden, ob sie und ihre Stute Jadore Moi es von der Long- auf die Shortlist schaffen – und so das Ticket nach Tokio lösen.

Volker Camehn

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