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Taliban stellen Tote zur Schau und hängen sie an Kran auf

Die neue Taliban-Führung setzt offenbar wieder auf drakonische Strafen, die auch noch öffentlich zur Schau gestellt werden. Zeugen berichten, die Taliban hätten auf dem Hauptplatz von Herat, einer Stadt im Westen des Landes, mehrere Leichen an einem Kran gehängt und mehrere Meter in die Luft gezogen.

In den sozialen Netzwerken verbreitet sich Videos der Aktion, darin sind einige blutüberströmte Körper zu erkennen, an denen Plakate angebracht wurden. Darauf sollen Warnungen gestanden haben, dass auch anderen diese Strafe drohe.

Ein von den Taliban ernannter Bezirkspolizeichef erklärte, dass es sich bei den Toten um Entführer handle, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press. Demnach hätten die Taliban einen Vater und dessen Sohn vor den Entführern gerettet, sagte Ziaulhaq Jalil. Ein Taliban-Kämpfer und ein Zivilist seien von den Entführern zunächst verwundet worden, „im Kreuzfeuer“ seien sie dann jedoch getötet worden.

Mullah Nooruddin Turabi, einer der Taliban-Gründer, der als Hardliner gilt, hatte bereits angekündigt, dass wieder öffentliche Strafaktionen geben wird wie Hinrichtungen oder Amputationen von Händen. Seit der Machtübernahme am 15. August wird ein Wiederaufbau der harten Taliban-Regimes befürchtet.

„Jeder hat uns für die Bestrafungen im Stadion kritisiert, aber wir haben nie etwas über ihre Gesetze und ihre Bestrafungen gesagt“, sagte Turabi, der ehemalige Justizminister während des ersten Taliban-Regimes. „Niemand wird uns sagen, was unsere Gesetze sein sollen. Wir werden dem Islam folgen und unsere Gesetze nach dem Koran machen.“

Flüchtlingshilfswerk bittet um Spenden

Gleichzeitig bittet der Geschäftsführer der Uno-Flüchtlingshilfe, des deutschen Partners des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), Peter Ruhenstroth-Bauer, um Spenden aufgrund der sich verschlechternden Lage für die Bevölkerung. „Für die Finanzierung des lebensrettenden Einsatzes der Uno-Flüchtlingshilfe sind rund 410 Millionen US-Dollar nötig“, sagte er dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Samstag): „Tatsächlich sind aber nur 42 Prozent davon aus staatlichen und privaten Mitteln finanziert.“

Es gehe nicht nur um die akute Nothilfe, sondern auch um die Fortsetzung bestehender Projekte für Mädchen oder im Bereich Bildung, betonte Ruhenstroh-Bauer: „Die Arbeit dort ist notwendig.“

Afghanistan leidet den Angaben zufolge unter einer akuten Krise. Es gibt über 3,5 Millionen Binnenvertriebene, darunter etwa 630.000 Menschen, die seit Jahresbeginn zur Flucht innerhalb Afghanistans gezwungen wurden. Etwa die Hälfte der 38 Millionen Afghanen ist derzeit nach Auskunft von Experten auf Hilfe angewiesen, viele leiden Hunger.

Die Krise hat nach Einschätzung der Uno nicht allein mit der Machtübernahme der Taliban zu tun, sondern auch mit einer anhaltenden Dürre und der Corona-Pandemie. Erst kürzlich hatte Uno-Generalsekretär Antònio Guterres vor einem wirtschaftlichen Desaster gewarnt.

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