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Tätlicher Angriff auf Kernkraft-Aktivistin bei Klimademo

„Wir sind sicher raus!!“. Mit einer Kurznachricht bei Twitter hat sich die auf der Demonstration von „Fridays for Future“ attackierte Kernkraft-Aktivistin nach dem Vorfall zu Wort gemeldet. Sie postete ein Foto und schrieb auf Englisch, dass auch einem zweiten Demonstranten ein Schild entrissen worden sei.

Es handelt sich um Britta Augustin, die sich seit Jahren im Kampf gegen den Klimawandel für Atomkraft ausspricht und auf Demonstrationen geht. Ihr Motto: „Aus Liebe zur Natur für Kernkraft“. Sie engagiert sich in der Gruppe „Mothers for Nuclear Deutschland – Österreich – Schweiz“, einem Zusammenschluss von Müttern, die sich für Kernenergie aussprechen. Die Organisation stammt ursprünglich aus den USA, wo sie von zwei Mitarbeiterinnen eines Kernkraftwerks gegründet wurde.

In einem WELT-Beitrag im Mai 2021 äußerte sie sich zu ihren Anliegen. Sie selbst habe keine Verbindungen zur Kernkraftindustrie, berichtet sie in dem Porträt: „Ich war von Anfang an für Atomkraft“. In der Schule habe sie in Diskussionsrunden dafür argumentiert, in Aufsätzen darüber geschrieben. Ihr sei klar gewesen, „dass das richtig und dass das auch die Zukunft ist“.

Video zeigt die Attacke – und wird dann gelöscht

Ein Video zeigt den Vorfall in Berlin. Dabei ist zu sehen, wie ein Mann sich von hinten nähert, Augustin an die Handgelenke greift, um ihr das Schild zu entreißen. Als die Aktivistin nicht loslässt, bringt er sie beinahe zu Boden. Die Umstehenden johlen und klatschen. Kurze Zeit später ist das Schild zerbrochen.

Das Video verbreitete sich am Freitagabend viral über Tausende Social-Media-Accounts. Der mutmaßliche Urheber hat das Video von seinem Twitter-Account inzwischen wieder gelöscht, was auf Kritik in dem Netzwerk stieß. „Du hast geglaubt, Du könntest das Video für Deine Publicity im Sinne des Täters(!) nutzen? Das geht nun voll nach hinten los“, schrieb ein Twitter-Nutzer. Andere verbreiteten Kopien des Materials.

Auch der Vorfall an sich sorgte für eine hitzige Debatte im Netz. Publizist Jan Fleischhauer schrieb: „Mann attackiert Frau, Umstehende johlen zustimmend: Was bei jeder anderen Veranstaltung unter Gewalt gegen Frauen laufen würde, gilt bei Fridays for Future als beherzter Einsatz für die Sache.“

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Britta Augustin postete ein Foto und schrieb auf Englisch, dass auch einem zweiten Demonstranten ein Schild entrissen worden sei. Sie zeigte zwei Fotos mit dem Gleichgesinnten, eines offenbar vor der Situation aufgenommen, das andere danach. Augustin ist auch Mitglied bei Nuklearia e.V., einer nach eigenen Angaben gemeinnützigen sowie Partei- und Konzern-unabhängigen Gruppe, entstanden aus der AG Nuklearia der Piratenpartei.

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In einem „Bild“-Interview äußerte sich Augustin, wie sie den Vorfall auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude erlebte:

„Die Situation spitzte sich dann zu. Wir waren in der Nähe der Bühne, auf der Greta Thunberg sprach. Als Luisa Neubauer sprach, eskalierte die Situation, wahrscheinlich, weil in dem Moment gerade mehr Leute an die Bühne drängten. Es kamen Menschen auf uns zu mit anderen Schildern und wollten unsere Plakate verdecken. Wir sind denen ausgewichen, die kamen aber hinterher. Dann fingen mehrere Leute an, an unseren Plakaten zu reißen. Einer hat es dreimal versucht, kam immer wieder von hinten“, so Augustin. „Es waren immer nur einzelne, die gewalttätig wurden, aber der Mob hat gejohlt.“

Zwei Tage vor der Bundestagswahl hatten zehntausende Menschen in Berlin für einen radikalen Wandel in der Klimaschutzpolitik demonstriert. Angeführt wurde die Demonstration durch das Berliner Regierungsviertel von der schwedischen „Fridays for Future“-Gründerin Greta Thunberg und der deutschen Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Nach Angaben eines Polizeisprechers bewegte sich die Teilnehmerzahl im mittleren fünfstelligen Bereich. „Fridays for Future“ selbst sprach unter großem Applaus der Teilnehmer von 100.000 Demonstrantinnen und Demonstranten.

Auch Politiker ließen sich beim Klimastreik blicken. Die Kanzlerkandidatin der Grünen wurde bei der Fridays-for-Future-Demonstration in Köln wie ein Rockstar empfangen, als sie etwas überraschend auftauchte. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schaute in Köln ebenfalls vorbei. Auf Twitter postete er ein Bild von sich mit Teilnehmern. „Ein Segen, dass es diese Bewegung gibt. Nicht nur für junge Menschen“, schrieb er.

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