Sie soll vier behinderten Menschen (31 bis 56) im Potsdamer Oberlin-Heim die Kehlen aufgeschlitzt haben. Seither sitzt Pflegehelferin Ines R. (52) in der Psychiatrie – und klagt gegen ihre Entlassung. Jetzt hat das Arbeitsgericht den Prozess gestoppt.

Donnerstag teilte Richterin Birgit Fohrmann den Anwälten von Heim und Pflegerin mit: Das Kündigungsschutz-Verfahren wird ausgesetzt – bis die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Bluttat abgeschlossen sind.

Und das kann lange dauern. Denn Ines R. schweigt. „Die Beschuldigte hat bislang keine Aussage gegenüber den Ermittlungsbehörden gemacht“, sagte Staatsanwalt Dr. Markus Nolte (46). Nur einer psychiatrischen Gutachterin hatte Ines R. von der Blutnacht im Pflegeheim erzählt.

Die Anwälte beider Seiten protestieren gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts. „Wenn das Urteil erst in zweieinhalb Jahren fällt, müssen wir so lange Gehalt nachzahlen“, sagte Oberlin-Anwalt Elmar Stollenwerk (61), „wir wollen nicht ewig grundlosen Anschuldigungen ausgesetzt sein, die den Ruf des Heims schädigen.“

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Auch Ines R.‘s Anwalt Henry Timm (58) will ein schnelles Urteil, sagt: „Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Der Fall ist entscheidungsreif. Ich prüfe jetzt, ob wir gegen die Aussetzung des Verfahrens vors Landesarbeitsgericht ziehen.“