Germany

Überhangmandate und Ausgleichsmandate: Warum der Bundestag trotz Reform immer größer wird

Überhangmandate und Ausgleichsmandate : Warum der Bundestag trotz Reform immer größer wird

598 Kandidaten sollen an diesem Sonntag mit der Erst- und der Zweitstimme in den Bundestag gewählt werden. Wie es kommt, dass es beim letzten Mal tatsächlich 709 wurden und es nun weit über 800 sein könnten.

Mit Hochdruck lässt der Bundestag kurz vor der Wahl an der Spree ein weiteres großes Bürogebäude errichten. Damit es schneller geht, wurde die Modulbauweise gewählt. So wird klar: Auch die Verantwortlichen rechnen fest damit, dass aus Befürchtung Gewissheit wird: Das Aufblähen des Parlamentes schreitet voran. Bald platzt der Bundestag aus allen Nähten.

„Es tritt nach der Wahl voraussichtlich genau das ein, wovor wir immer gewarnt haben: Der Bundestag wächst nach unseren Berechnungen auf vermutlich mehr als 830 Mandate an, weil sich insbesondere die CSU, aber auch CDU und SPD gegen eine grundlegende Wahlrechtsreform gestemmt haben“, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, unserer Redaktion. Die Zahl ergebe sich aus einer Hochrechnung, der die Grünen die letzte infratest dimap-Umfrage und die aktuelle Erststimmenprognose von election.de zugrunde gelegt hätten. Mit dem Reformvorschlag von Grünen, FDP und Linken wäre der Bundestag wohl wieder so groß geworden wie der jetzige.

Was steckt dahinter? In den ersten sechs Jahrzehnten des Bundestages lag dessen Mitgliedszahl stets nahe am gesetzlichen Orientierungsrahmen. Zumindest schrumpfte er im Laufe der Wahlperiode darauf zu. Denn wenn Inhaber von Überhangmandaten ausschieden, rückte für sie niemand nach. In ihren Rechten und Pflichten unterscheiden sich solche Politiker nicht von ihren Kollegen. Sie haben in ihrem jeweiligen Wahlkreis genauso die meisten Stimmen bekommen wie alle anderen. Wenn aber in ihrem Bundesland die Zahl der über die Erststimme direkt gewählten Abgeordneten die Gesamtzahl der Mandate überschreitet, die ihr entsprechend ihrem Anteil an den Zweitstimmen zusteht, bildet die Differenz die Zahl der Überhangmandate.

Bis zu den Wahlen 2009 war das unproblematisch. Mal profitierte die eine, mal die andere Volkspartei. Doch 2012 verfügte das Bundesverfassungsgericht, dass Überhangmandate durch Ausgleichsmandate für die anderen Parteien kompensiert werden müssen, um die Zweitstimmen-Kräfteverhältnisse abzubilden. Der nächstgewählte Bundestag hatte 2013 nur neun Sitze mehr als der nach altem Recht. Doch 2017 schnellte die Mandatszahl auf 709 hoch, weil die Volksparteien kleiner und die kleinen Parteien größer wurden. Die Folge: Eine Partei holt viele Wahlkreise mit gerade mal 30 Prozent der Erststimmen und sammelt damit 70, 80 oder 90 Prozent der Direktmandate im jeweiligen Bundesland ein, obwohl sie laut Zweitstimme nur 30 Prozent bekommen soll. Deshalb waren 2017 schon 65 Ausgleichsmandate fällig.

Wie schon sein Vorgänger Norbert Lammert mahnte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine dringende Reform an. Doch die Parteien mit vielen Überhangmandaten versuchten, bei den Ausgleichsmandaten zu kürzen, die Parteien, die fast ausschließlich von den Zweitstimmen leben, versuchten bei den durch Erststimmen entstehenden Mandaten zu kürzen. Am Ende kam ein Mini-Reförmchen heraus, wonach lediglich drei Überhangmandate nicht ausgeglichen werden sollen.

Football news:

Cristiano Ronaldo: Meine Rolle im Team ist es, Tore zu schießen und Erfahrungen zu sammeln. Ich liebe es, die Leute glücklich zu machen
Arteta über 3:1 gegen Aston Villa: Zufrieden mit der Art und Weise, wie Arsenal dominierte. So müssen wir spielen .Zufrieden mit der Art und Weise, wie wir angefangen haben, unserem Tempo und wie dominant wir sind. Wir haben geglaubt, dass wir mit einer guten Mannschaft umgehen können. Wir wollten das Ergebnis zeigen
Ole-Gunnar Sulscher: Ich freue mich auf die Trainerarbeit bei Manchester United und auf das Leben
Patrice Evra: Ich will verstehen, woher die Rassisten kommen. Sie werden nicht geboren. Vielleicht sind diese Menschen verletzt
Das Spiel von St. Etienne wegen protestierender Fans begann eine Stunde später. Das Spiel des 11. Spieltages der 1. Liga St. Etienne - Anger begann eine Stunde später als geplant
Papst Franziskus dankte dem argentinischen PSG-Stürmer Lionel Messi für das T-Shirt mit der Aufschrift Mit großer Liebe
Jorge Sampaoli: Messi ist der beste Spieler der Welt. Marseille - Trainer Jorge Sampaoli hat sich vor dem Sonntagsspiel gegen Paris Saint-Germain über PSG-Stürmer Lionel Messi geäußert