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Umweltschutz: MV und Neustrelitz einig über die Sanierung des Zierker Sees

Bis zum Mittag wurde noch um Formulierungen gerungen. Am späten Montagnachmittag zurrten Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) schließlich die Vereinbarung zur Sanierung des Zierker Sees mit ihren Unterschriften fest. Mit dem Papier einigen sich Stadt und Land darauf, welche weiteren wissenschaftliche Grundlagen erbracht werden müssen und welches Maßnahmenpaket umgesetzt werden könnte.

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Aus dem Umweltministerium kommt dabei die Zusage zur höchstmöglichen Förderung, nämlich zu 100 Prozent. „Es soll jetzt ans Eingemachte gehen“, erklärte Backhaus. Für das Land sei die Sanierung des Zierker Sees mit Blick auf die Verbesserung der Wasserqualität im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie von großer Bedeutung. Die gilt es, bis 2027 umzusetzen. Bis dahin solle der See demnach möglichst auch in den gewünschten Zielzustand versetzt werden. Andererseits hieß es bei der Unterzeichnung im Neustrelitzer Rathaus, dass klare Ergebnisse im See lange auf sich warten lassen könnten. Wasser habe ein langes Gedächtnis, zudem handle es sich um einen Flachwassersee.

Endpunkt der Oberen Havel-Wasserstraße

Nachdem die Stadt Neustrelitz viele Jahre bereits freiwillige Einzelmaßnahmen für den See vorangetrieben habe, werde die Sanierung zwischen Stadt und Land nun verpflichtend, so Grund. „Das ist aus meiner Sicht eine neue Qualität der Zusammenarbeit, die ich sehr begrüße“, erklärte der Neustrelitzer Bürgermeister. Die Bestätigung der Zielvereinbarung durch die Stadtvertretung stehe auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung am 26. Oktober. Noch in diesem Jahr sollen Studien mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 100.000 Euro beauftragt werden. Die Ergebnisse fließen ins Maßnahmenpaket ein.

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Dieses sieht einzelne Schritte vor, die bereits auf der Sondersitzung der Stadtvertretung zum Zierker See Anfang August vorgestellt wurden. So sollen unter anderem neue Verfahren zur Biomanipulation zum Einsatz kommen, etwa Muschelkulturen oder abgetrennte Seebereiche, in denen Wasserpflanzen – von Fischen ungestört – wachsen können. Damit sollen die Selbstreinigungskräfte des Sees unterstützt werden. Das sei modellhaft, das Vorhaben könne daher auch als ein Pilotprojekt bezeichnet werden, so Backhaus. Wichtig sei allen voran jedoch, die Problematik um die Nährstoffeinträge zu lösen und zu erkennen, von wo diese genau stammen. Trotz mehrerer Maßnahmen im Einzugsgebiet gilt der Zierker See noch zu stark mit Nährstoffen insbesondere Phosphor belastet.

Der Zierker See ist Endpunkt der Bundeswasserstraße „Obere Havel-Wasserstraße“. Alle Vorhaben der Seesanierung müssen somit auch im Benehmen mit dem Bund erfolgen.

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