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Unter Umgehung der Taliban: Afghanistan soll Hilfsgelder bekommen

Unter Umgehung der Taliban Afghanistan soll Hilfsgelder bekommen

Seit der Machtübernahme der Taliban fließen keine Zahlungen des Afghanistan Hilfsfonds mehr in das Land. Jetzt, wo die Bevölkerung vor einer humanitären Katastrophe steht, will die Weltbank Gelder freigeben. Sie sollen aber nicht durch die Hände der neuen Regierung gehen.

Die Weltbank will Insidern zufolge bis zu einer halben Milliarde Dollar aus einem zurückgehaltenen Hilfsfonds für humanitäre Zwecke in Afghanistan einsetzen. Ein entsprechender Vorschlag sei in den vergangenen Wochen mit US- und UN-Vertretern ausgearbeitet worden und solle am Dienstag informell besprochen werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfahren hat.

Das Geld aus dem Afghanistan Reconstruction Trust Fund (ARTF) solle unter Umgehung der radikal-islamischen Taliban insbesondere für die Gesundheitsversorgung verwendet werden. Dagegen sei gegenwärtig nicht geplant, Lehrer und andere Staatsdiener zu versorgen. Das US-Außenministerium bestätigte Gespräche mit der Weltbank und anderen Spendern über die Verwendung des ARTF.

"Der Vorschlag sieht vor, dass die Weltbank das Geld an die UN und andere humanitäre Organisationen überweist, ohne jegliche Kontrolle oder Rechenschaft", hieß es aus Insiderkreisen. "Aber er sagt nichts über den Finanzsektor aus oder darüber, wie das Geld ins Land kommen soll." Die US-Sanktionen seien ein großes Hindernis. Zwar habe das US-Finanzministerium Banken versichert, dass sie humanitäre Geschäfte abwickeln dürften. Jedoch führe die Furcht vor Strafen immer noch dazu, dass selbst grundlegende Versorgungsgüter nicht ins Land gelangten.

"Es ist ein Ansatz der verbrannten Erde", sagte die Quelle gegenüber Reuters. Strenge Sanktionen und eine Vernachlässigung der Staatsbediensteten würden zu "mehr Flüchtlingen, mehr Verzweiflung, mehr Extremismus" führen. Der ARTF wurde 2002 gegründet und wird von der Weltbank verwaltet. Die Auszahlungen sind seit der Machtübernahme der Taliban Ende August ausgesetzt. Drei Monate später sehen sich die 39 Millionen Menschen in Afghanistan mit einer Wirtschaftskrise, Lebensmittelknappheit im Winter und zunehmender Armut konfrontiert.