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Verein stemmt große Aufgabe - und macht Christkindlmarkt der Hobbykünstler möglich

Viele kapitulieren, andere zögern noch. Der Verschönerungsverein Murnau legt sich fest: Die Verantwortlichen wollen trotz Corona den Christkindlmarkt der Hobbykünstler stemmen. Murnaus Vereinsgemeinschaft hofft ebenfalls auf ihren Weihnachtsmarkt. In vielen Orten in der Region herrscht allerdings noch Unsicherheit.

Murnau – Es ist bereits die 49. Auflage – und doch eine ganz besondere, mit keiner anderen zu vergleichen. Der Vorstand des Murnauer Verschönerungsvereins hat einstimmig beschlossen, nach der Corona-Zwangspause 2020 wieder einen Christkindlmarkt der Hobbykünstler zu veranstalten – am zweiten Adventswochenende, 4. und 5. Dezember (Samstag von 10 bis 19 Uhr, Sonntag von 10 bis 17 Uhr). Der Ort: durchaus bemerkenswert. Der 430 Mitglieder starke Verein, der den Markt seit 2015 organisiert, wird wie in normalen Zeiten das Kultur- und Tagungszentrum (KTM) belegen. Den Ausschlag pro Markt gaben die im Oktober geänderten Vorgaben der Staatsregierung für solche Ereignisse, sagt der Erste Vorsitzende Wilhelm Müller: „Vorher waren wir komplett der Meinung gewesen: Das geht nicht.“ Als die Neuerungen publik wurden, „sind wir elektrisiert hochgefahren“.

Weihnachtsmarkt der Vereinsgemeinschaft: Letzte Unsicherheiten bleiben

Damit laufen nun Planungen für einen weiteren Weihnachtsmarkt in Murnau – neben dem der Vereinsgemeinschaft, der für 11. und 12. Dezember vor dem KTM vorgesehen ist. In Stein gemeißelt scheint die Veranstaltung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen indes nicht. „Es kann sein“, gibt Josef Bierling vom Organisationsteam zu bedenken, „dass zwei Wochen vorher noch Auflagen kommen, die wir nicht einhalten können.“ Dann wäre der Markt in Frage gestellt. Die Vereine profitieren davon, dass sie alles ehrenamtlich organisieren und keine Planungskosten entstehen. „Dadurch können wir relativ kurzfristig entscheiden.“

Hobby-Künstler erhalten Zusagen unter Vorbehalt

Auch Müller hofft nicht, dass sich „die Situation aufschaukelt und wir doch noch absagen müssen“. Bisher hat er Hobby-Künstlern die Teilnahme unter Vorbehalt bestätigt, sicher ist sicher. Klar ist: Der Verschönerungsverein nimmt eine anspruchsvolle und herausfordernde Aufgabe auf sich. Denn: Für die beiden Markttage im KTM gilt 3G plus. Das bedeutet, dass neben Genesenen und vollständig Geimpften nur Menschen mit einem negativen PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) Zugang bekommen. „Wir werden uns strikt daran halten“, kündigt Müller an. Wegen eines höheren Schutzniveaus bei 3G plus entfallen mehrere Beschränkungen. „Wenn sich jemand freiwillig 2G oder 3G plus unterwirft, gibt es zwar strenge Kontrollen am Eingang, aber im Veranstaltungsraum weder Maskenpflicht noch Mindestabstand oder Besucherobergrenzen“, sagt Müller.

Als gäbe es keine Pandemie: Bei 3G plus entfallen mehrere Beschränkungen

Wer einmal drin ist, kann also einen Christkindlmarkt fast so, als gäbe es keine Pandemie, genießen: Stände mit individuell gestalteten Waren von Hobbykünstlern und -handwerkern aus dem Ort und aus der weiteren Region – von Holzspielzeug über Schmuck bis zu Bildern. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen sowie Getränke.

Vereinsmitglieder müssen an allen Eingängen zum Tagungszentrum streng kontrollieren

Die Zutrittsregeln bergen indes Herausforderungen: An allen drei KTM-Eingängen müssen Vereinsmitglieder die Einhaltung der 3G-plus-Regelung in Verbindung mit dem jeweiligen Personalausweis überprüfen. 2G kam für den Verein nicht in Frage – man wollte keine Menschen ausschließen, die nicht geimpft sind. So oder so benötigt Müller diesmal deutlich mehr Helfer als in Nicht-Pandemie-Zeiten: rund 50 statt 30. Natürlich habe man Respekt vor der Aufgabe, „aber wir sind ganz optimistisch, dass wir das packen“, betont der Vorsitzende.

Hobbykünstler-Weihnachtsmarkt: 30 Anmeldungen innerhalb einer Woche

Viele dürften sich freuen auf ein schönes Stück stimmungsvoller Normalität im Advent. Maximal 62 Aussteller – wie 2019 – können mitmachen. 30 Anmeldungen, sagt Müller, „sind innerhalb einer Woche eingegangen“. 90 Prozent derer, die der Verein angeschrieben habe, „waren begeistert“. Doch es gab auch Absagen, so dass neue Aussteller hinzustoßen können. Wie viele es am Ende sein werden, vermag Müller nicht abzuschätzen. Das gilt auch für die Besucher, die in der Vergangenheit über beide Tage verteilt zu Tausenden ins KTM kamen. Da fand in Konkurrenz stets parallel der Christkindlmarkt im Freilichtmuseum Glentleiten statt, ein Magnet, den es heuer erneut nicht geben wird (siehe Kasten). Mancher Glentleiten-Stammgast könnte zu den Hobbykünstlern ausweichen.

Weihnachtsmärkte: Die Lage in den Orten rund um Murnau im Überblick

Uffing: Ortsvereine würden gerne am vierten Adventssonntag, 19. Dezember, wieder einen Weihnachtsmarkt bieten – „soweit das möglich ist“, sagt Thomas Clement vom Förderverein der Musikkapelle Uffing. Und soweit sich Auflagen dann erfüllen lassen.

Eschenlohe: Im Gemeinderat gibt es Befürworter, die heuer wieder einen Weihnachtsmarkt möchten. Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) will jedoch kein unnötiges Risiko eingehen. Heute Abend soll das Thema bei einem Treffen diskutiert werden.

Schwaigen-Grafenaschau: Der Ort wechselt sich mit Eschenlohe beim Weihnachtsmarkt ab und ist heuer nicht an der Reihe.

Ohlstadt: Die zuständige Bergwachtbereitschaft plant in jedem Fall einen Christbaumverkauf wie 2020. Demnächst wollen die Organisatoren mit Vereinsvertretern besprechen, wie diese zu einem Weihnachtsmarkt stehen. Denkbar wäre etwa, Stände mit großem Abstand aufzustellen. Doch das ist offen.

Riegsee: Josef Mayr plagen Bedenken mit Blick auf den Riegseer Adventsbasar. Im Haus des Gastes, glaubt der Vorsitzende des zuständigen Pfarrgemeinderats, „wird das wegen Corona nicht funktionieren. Einen Basar der herkömmlichen Art wird es sicher nicht geben“. Das Gremium bespricht am Mittwoch, 3. November, das mögliche Vorgehen. Mayr könnte sich eine kleine Freiluft-Veranstaltung vorstellen. Im Ortsteil Aidling ist wieder die Adventsfenster-Aktion geplant.

Hechendorf: Der SV Hechendorf ist guten Willens, am Sonntag, 28. November, einen kleinen Weihnachtsmarkt mit fünf Ständen vor der Kirche St. Anna auf die Beine zu stellen. Auch einen Nikolausbesuch soll es dann geben – immerhin geht es dem Sportverein bei diesem Markt vor allem um die Kinder.

Glentleiten Großweil: Die Unsicherheit war zu groß – deshalb haben die Verantwortlichen an der Glentleiten im Sommer beschlossen, dass der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände des Freilichtmuseums nach 2020 erneut ausfallen wird. „Wir wussten nicht, wie die Lage im Herbst und im Winter sein wird“, sagt Pressesprecherin Dr. Melanie Bauer. Die Organisation, für die ein langer Vorlauf nötig ist, beginnt im Sommer. Stattdessen bietet das Museum ein November-Alternativ-Programm („Zwischen Herbst und Winter“) über das eigentliche Saisonende an Martini hinaus. Es öffnet auch am 12. November sowie an Wochenenden von 10 bis 16 Uhr, an denen es Themen-Schwerpunkte gibt: Textiles (13./14. November), holzverarbeitendes Handwerk (20./21.) und alles in der Stube (27./28.).