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„Vergelt’s Gott für deine Seelsorge, deine Herzlichkeit, dein offenes Ohr“

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Symbolträchtige Geschenke zum Abschied: Dem scheidenden Pfarrverbandsleiter Pater Slawo (M.) überreichte Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl (r.) eine wärmende Trachtenjacke und die Walpertskirchener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Ismair (l.) Mütze und Schal für die „Stürme des Lebens“.
Symbolträchtige Geschenke zum Abschied: Dem scheidenden Pfarrverbandsleiter Pater Slawo (M.) überreichte Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl (r.) eine wärmende Trachtenjacke und die Walpertskirchener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andrea Ismair (l.) Mütze und Schal für die „Stürme des Lebens“. © Vroni Vogel

Bewegender Abschied von einem beliebten Seelsorger: Mit einem Gottesdienst hat sich der Pfarrverband Walpertskirchen von ihrem bisherigen Leiter verabschiedet. Pater Slawomir Trzmielewski wurde vom Ordinariat mit einer neuen Aufgabe im Schwarzwald betraut.

Walpertskirchen – Nach gerade einmal vier Jahren wurde der Leiter des Pfarrverbands Walpertskirchen, Pater Slawomir Trzmielewski, vom Ordinariat mit einer neuen Aufgabe in der Wallfahrtskirche in Todtmoos im Schwarzwald betraut (wir berichteten). Dort ist auch ein Kloster des Paulinerordens, dem Pater Slawo angehört. Am Samstagabend wurde der Seelsorger beim Gottesdienst in St. Erhard mit den besten Wünschen verabschiedet.

Pfarrverbandsratsvorsitzende Maria Gaigl überreichte dem Geistlichen ein symbolträchtiges Geschenk: „Wir geben dir die Wärme, die du uns gegeben hast, zurück – und zwar in Form einer Trachtenjacke. Zudem bekommst du Schal und Mütze. Damit bist du bestens für den Schwarzwald-Winter ausgerüstet und kannst allen Stürmen des Lebens standhalten.“

Gaigl dankte Pater Slawo für sein am Menschen orientiertes Wirken: „Vergelt’s Gott für deine Seelsorge, deine Herzlichkeit, dein offenes Ohr, deine Bescheidenheit und deine Unterstützung.“ Mit Blick auf die Pandemie würdigte die Pfarrverbandsratsvorsitzende die Arbeit unter erschwerten Bedingungen: „Du hast dich nicht hinter dem Virus versteckt, sondern hast mit Streaming-Gottesdiensten gezeigt: Du bist für uns da.“

Auch wenn wieder Präsenzgottesdienste mit Abstand möglich sind, seien doch viele Veranstaltungen wie die Seniorennachmittage auf der Strecke geblieben – und damit der Kontakt zu den Menschen. „Häufig blieb dir, lieber Slawo, da nur auf dem Friedhof nach dem Gottesdienst die Gelegenheit, mit deinen Schäfchen ins Gespräch zu kommen.“ Gaigl bedauerte, dass auch die Verabschiedung ohne geselliges Treffen auskommen müsse. Doch die Zahl der Infizierten und Toten „ist so hoch wie nie, und wir haben die Verantwortung, uns an neue Regelungen zu halten, um andere und uns zu schützen“.

Die Rednerin ging auch auf die Entscheidung der Amtskirche ein. Man habe zwar gewusst, dass Pater Slawo gehen müsse, „sollte der Orden Bedarf haben oder das Ordinariat rufen“. Doch falle es schwer, „Liebgewonnenes loszulassen“. Gaigl weiter: „Und manche Entscheidungen, die von oben her getroffen werden, muss man und kann man nicht verstehen.“

Pater Slawo sprach im Gottesdienst persönliche Worte und bekannte, dass der Abschied für ihn „sehr kurzfristig“ erfolgt sei. „Es war wie ein Traum.“ Die besondere Zeit im Pfarrverband mit vielen Begegnungen und Gesprächen, gemeinsamen Gebeten und Feiern seien ein Geschenk Gottes gewesen, auch wenn die Zeit „nach menschlichem Ermessen“ viel zu kurz sei. Doch sei dieser Abschied kein Abschied, sondern die „Erfüllung des Auftrags“, in der Nachfolge Jesu das Evangelium in der Welt zu verkünden. Der Geistliche bat um Verzeihung, wo er „gefehlt“ habe. „Aber aus diesen Fehlern werde ich lernen. Danke für viel Geduld, Offenheit und Herzlichkeit.“ Im Gebet nehme er alle in den Schwarzwald mit.

Vom Chor Walpertskirchen, der die Abschiedsmesse stimmungsvoll gestaltete, gab’s ebenfalls ein Geschenk, das Vorsitzender Walter Holderried überreichte: eine Collage mit Fotos. Und draußen vor der Kirchentür spielten die Hörlkofener Bläser ein Abschiedsständchen.

Vroni Vogel

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