Leipzig – Der Frust über die Weihnachtsmarkt-Absage sitzt tief. Bei manchen offenbar so sehr, dass sie in blinder Zerstörungswut in den letzten Tagen über Markt, Grimmaische Straße und Augustusplatz gezogen sind.

Sie hinterließen Graffiti an Händlerbuden, klauten Tannenbäume, beschädigten Leuchtdeko. „Mit so einem Ausmaß von Vandalismus hatten wir es noch nie zu tun“, sagt Marktamtsleiter Dr. Walter Ebert (61).

In einer Doppelbude vor dem Alten Rathaus, die extra zusammengeschoben und mit Bauzäunen gesichert worden war, liegen ein „Glühwein“-Schild, Girlanden und Tannenzweige abgerissen am Boden. Zwei der vier Kassen wurden geöffnet – zu holen gab es hier jedoch nichts.

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Manche Stände wurden mit Graffiti beschmiert

Foto: Alexander Schumann

„Wir prüfen gerade noch, was es damit auf sich hat. Überhaupt werden Käthe Wohlfahrt und die privaten Händler jeden Stand genau ansehen müssen. Dass nun zum wirtschaftlichen Schaden noch Vandalismusschäden dazukommen, ist sehr, sehr ärgerlich“, so Ebert.

In seiner bitteren Bilanz zählt er auch zerstörte Stromkabel auf, in die Nägel oder Schrauben gehämmert wurden. Manche Elemente des „Magischen Waldes“ in der Grimmaischen Straße leuchten daher nur zur Hälfte oder gar nicht. Zudem wurden Trafos für die Stromversorgung des Leuchtkegels und Eingangsbogens vor der Oper gestohlen.

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Marktamtschef Dr. Walte rEbert (61)

Foto: Anika Dollmeyer

Dabei hat die Security genaue Bestandslisten, die regelmäßig gecheckt werden. „Es ist aber auch für unsere Sicherheitsleute nicht möglich, jederzeit überall zu sein“, so Ebert.

Den genauen Schaden kann der Marktamtsleiter noch nicht abschätzen. „Klar ist aber, dass wir nicht gegen alle Schäden versichert sind. Am Ende trägt die Allgemeinheit die Kosten und die kleineren Händler bleiben darauf sitzen ...“