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Videospiel „Lost in Random“

Glauben Sie an Zufall? Ja, nein, vielleicht? Eigentlich ist es gleich. Dass Sie überhaupt die Wahl haben, unterscheidet Sie von den bemitleidenswerten Einwohnern des märchenhaften Videospiels „Lost in Random“. Wie viel ein Menschenleben wert ist, entscheidet im Kö­nigreich von Random der Zufall. Am zwölften Geburtstag eines jeden Bürgers kommt die böse Königin mit ihrem ma­gischen Würfel zu Besuch. Wer eine Eins würfelt, verbringt den Rest seines Lebens im trostlosen Einsfelden und trägt Müll durch die Gegend. Wer eine Sechs würfelt, den nimmt die Königin mit auf ihr hoheitliches Anwesen.

Jackpot? Wohl eher nicht. Die Prota­gonistin Even möchte ihre Schwester Odd aus den Fängen der Königin befreien und macht sich auf eine lange Reise durch die Sechs-Klassen-Gesellschaft. In den Müllhalden von Einsfelden kennt sie sich aus, in den dunklen Gassen von Zweistadt muss sie sich erstmal zurechtfinden. Mit den Bewohnern kann man sich kaum anständig unterhalten, jeder von ihnen scheint ein bisschen schizophren. Dem überlebensgroßen Bürgermeister wächst seine schlechtere Hälfte aus dem Hut he­raus, auf den Kopf gestellt regiert der vo­gelscheuchenähnliche Unhold namens „retsiemregrüB“ eine spiegelverkehrte Ver­­sion von Zweistadt. Wenn Even unbeschadet aus diesem Irrsinn herauskommt, wird sie sich in Dreiheit mit einem Bürgerkrieg herumschlagen müssen: Vor Jahren wurde der König ermordet, seine Drillingskinder zeigen mit dem Finger auf­einander und bekämpfen sich mit riesigen Kriegsmaschinen auf dem Schlachtfeld.

Ein Zauberwürfel namens „Dicey“

Wie es der Zufall will, findet Even zu Be­­ginn ihrer Reise einen Zauberwürfel namens „Dicey“, der ihr im Kampf gegen die Schergen des Königreichs zur Seite steht. Im Laden von Mannie Dex deckt sie sich mit Spielkarten ein. Kommt es zum Kampf, kann Even mit ihrer Steinschleuder erst einmal wenig ausrichten gegen die Monster. Aber sie kann ihnen die Kristalle von den Körperteilen schießen, bis sie genug gesammelt hat, um zu würfeln. Je höher die Zahl, desto bessere Karten darf sie ausspielen. Für die Eins gibt es ein mickriges Schwert, für die Drei wird sie schon mit einem mächtigen Hammer be­lohnt, der auch große Viecher in den Bo­den knüppelt.

Aus Alice im Wunderland wird Even im Würfelland? Die wundervoll zusammengewürfelte Kombination aus märchenhaft-düsterer Atmosphäre, skurrilen und schrillen Figuren mit schiefen Ge­­sichtern und übergroßen Gliedmaßen wäre ganz nach Tim Burtons Ge­schmack, aber der hat nichts mit „Lost in Random“ zu tun. Das Spiel stammt vom schwedischen Entwicklerstudio Zoink und ist Teil der EA-Originals-Reihe, das schon kurzweilige Titel wie „It Takes Two“ oder „A Way Out“ für mehrere Spieler hervorbrachte, diesmal aber auf ein lineares Singleplayer-Erlebnis setzt. Ein Erlebnis, das nicht nur mit den ironischen Einlassungen des Erzählers aus dem Off ganz klar auf ein erwachsenes Publikum setzt.

Das Problem daran ist, dass erwachsene und erfahrene Spieler schnell vom ei­gentlich originellen Kampfsystem ge­nervt sein dürften, das aus Echtzeit-Begegnungen in die Länge gezogene Brettspiel-Events macht. Dass die liebevoll ge­staltete Spielwelt wenig Raum für Erkundung bietet, weil man quasi automatisch über die Hauptaufgaben stolpert und in einer Seitengasse höchstens eine Nebenmission à la „Lauf von A nach B“ vorfindet. Dass das mit dem Laufen gar nicht so einfach ist, weil man bei Weggabelungen oder in engen Gassen ständig an irgend­einer Kante hängen bleibt, wenn man es zu eilig hat. Dass sich nach ein paar Stunden Spielzeit die Nebenfigurentypen wiederholen, mit denen man interagieren kann (Fisch mit Hut, Maus mit Kutte, undefinierbares Monster, und wieder von vorn).

Trotz aller Macken ist „Lost in Random“ ein einzigartiger Spaß, der seine Liebhaber finden wird, und das liegt vor allem an den Dialogen. Allein der spiegelverkehrte Bürgermeister, der gern Poet wä­re, aber zu blöd zum Reimen ist, oder der kriegsgeplagte Baron, der jeden harmlosen Gesprächspartner für einen Attentäter hält, sind eine Reise ins Königreich Random wert. Ein Highlight ist auch der „Schattenmann“, der wie ein ins Ganzkörperkondom gezwängter Riesen-Lulatsch durch die Gassen huscht und Kinder erschreckt. „Hast Du einen kleinen Jungen gesehen?“, will Even von ihm wissen. „Lass mich nachdenken . . . Meinst Du diesen hier?“, fragt die Kreatur und reißt sich den Latexanzug auf, aus dem tatsächlich ein Kinderkopf hervorgrinst. Beleidigt ist der Schattenmann, weil niemand mehr Angst vor ihm hat, seit der Krieg in Dreiheit tobt: „Das Leben ist der größere Horror.“ An solchen und ähn­lichen Schuften darf der Spieler lustige Dialogoptionen ausprobieren, die alle wohl nicht kriegsentscheidend sind. Denn wie das Märchen enden soll, ist schon vorherbestimmt – da wird nichts dem Zufall überlassen.

Lost in Random gibt es für den PC, Playstation 4 und 5, Xbox One, Xbox Series X|S, Nintendo Switch, bei Origin und Steam, 24 bis 30 Euro.

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