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Viel Andrang in Bebra beim Auftakt der Impftour im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Lange Schlangen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt: Der Andrang am Bebraer Einkaufszentrum zum Impftour-Auftakt war groß.

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist nach wie vor gewaltig. Das hat der Auftakt der Impftour der mobilen Teams am Freitag in Bebra gezeigt.

Aktualisiert um 20.55 Uhr - Bebra – Im Einkaufszentrum „be!“ ließen sich 357 Menschen spritzen – und nahmen vor der Tür teils stundenlange Wartezeiten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Kauf.

„Überrascht sind wir von dem Ansturm nicht“, sagte Maike Henning, Leiterin der Impfteams. Die Warteschlange hatte sich schon vor der ersten Spritze auf rund 100 Meter Länge gestaut. Angefangen hatte im „be!“ ein Impfteam, das aus vier Ärzten, vier medizinischen Fachangestellten, vier EDV-Mitarbeitern, einer Apothekenkraft und einer Leiterin besteht.

Gegen Mittag kam das zweite Team zur Unterstützung hinzu, das zuvor in Bebraer Altenheimen 71 Schutzimpfungen verteilt hatte. Insgesamt kamen in Bebra am Freitag 428 Impfdosen zum Einsatz. Zum Vergleich: Bei der ersten Tour im Sommer hatten sich insgesamt 2206 Menschen gegen das Virus impfen lassen – in allen 20 Kreiskommunen.

Bebras Bürgermeister Knoche: Aufläufe mit Termindatenbank verhindern

Dass so viele Menschen draußen in der Kälte warten mussten, gefiel Bebras Bürgermeister Stefan Knoche indes überhaupt nicht: „Wir brauchen eine Termindatenbank mit Voranmeldungen wie in anderen Landkreisen, dann haben wir auch nicht solche Aufläufe.“

Martin Ködding, der sich die Leitung der Impfteams mit Maike Henning teilt, bat um Verständnis bei den Wartenden und appelliert, den Unmut nicht an den Impfenden auszulassen. Das Schlangestehen, sagt er, hätte verhindert werden können, wenn die Impfzentren mit reduziertem Angebot weitergespritzt hätten. „Das Aus war von der großen Politik so gewollt.“ Allerdings hatte der Landkreis, anders als viele andere in Hessen, auch die mobilen Teams Ende September eingestellt und deren Einsätze nicht verlängert – was Ködding befürwortet hätte.

Geimpft wurde eine Stunde länger als geplant

Der Großteil der Impfwilligen – darunter 138 Erstgeimpfte – habe Verständnis für die Wartezeit gezeigt, sagte Henning am Abend. Auch Diskussionen wegen Biontech-Begrenzungen blieben weitgehend aus. Den Wirkstoff von Biontech bekommen bei den Impfteams nur Menschen unter 30 Jahren.

Eigentlich war das Ende des ersten Impftags für 17 Uhr angesetzt. Die Nachfrage war aber so groß, dass die letzte Spritze erst gut eine Stunde später aufgezogen wurde. (Sebastian Schaffner, Clemens Herwig)