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Viele Umbrüche und verdiente Ehrungen

Beim SV Petershausen stehen wichtige Entscheidungen an – Urkunden für treue Mitglieder

Der SV Petershausen sagt Danke! Bei der Jahresversammlung wurden langjährige Mitglieder geehrt. Ein Mann ist seit 70 Jahren dabei.

Petershausen – Vieles war anders als gewohnt bei der Jahresversammlung, zu der jetzt der Sportverein Petershausen (SV) eingeladen hatte. So saßen die knapp 30 Teilnehmer nicht im Sportheim, sondern in der Stockschützenhalle, die sich mit luftdurchlässigen Wänden in der Pandemie als Top-Veranstaltungsort bewährt. Und weil man „mit der Zeit gehen muss“, wie Vorsitzender Hubert Doetsch erläuterte, wurde die Versammlung erstmals auch live per Youtube ins Internet übertragen.

„Ein Versuch“, der aber auf Anhieb funktionierte, Beisitzer und Tennis-Abteilungsleiter Manuel Wenger hatte die Regie.

Nachdem das Mitgliedertreffen im vorigen Jahr ausfallen musste, wurde erst einmal das Vereinsjahr 2019 verabschiedet. Die Abteilungsleiter berichteten über ein Jahr, in dem noch alles „ganz normal“ lief.

Schon seit 50 Jahren im Sportverein Petershausen Mitglied sind Erich Ott (l.) und Ludwig Mittl (r.), Auch sie wurden von Vorstand Hubert Doetsch (Mitte), besonders geehrt. 

Doch beim SV stehen auch wichtige Entscheidungen an, etwa personelle Veränderungen im Vorstand und eine Satzungsänderung. Darüber informierte Vorstand Doetsch, um eine frühzeitige Meinungsbildung zu ermöglichen. Für die Vorstandswahlen und Beschlüsse zur Satzung will man sich im Herbst zu einer weiteren Versammlung treffen. Im Leitungsgremium des Vereins „wird es entscheidende Änderungen geben“, kündigte Doetsch an. Denn mit seinem Stellvertreter Bernhard Haidn, Schriftführer Ekkehard Pietz und dem für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Matthias Pittner ziehen sich drei Mitglieder aus dem Vorstand zurück. „Nicht aus Verärgerung, jeder hat individuelle Gründe.“ Zudem würde Kassier Alexander Karl langsam gern einen zweiten Kassier als Nachfolger einarbeiten. Auch Doetsch selbst wollte ursprünglich nach 14 Jahren an der Spitze des SV jetzt aufhören, macht aber „notfalls weiter.“ Immerhin: Josef Sellmair habe sich schon bereit erklärt, als zweiter Vorsitzender zu kandidieren, was die Versammlung mit Applaus quittierte. Doch für die übrigen vakanten Ämter „müssen wir bis Herbst noch Kandidaten finden.“

Damit sich auch in Zukunft Bürger bereit erklären, den mitgliederstarken Verein als Vorstand zu leiten, soll die Satzung geändert werden. Im Ehrenamt sei „die Verantwortung riesengroß, wir haften privat für eine Bilanzsumme von 60 0000 Euro“, so Doetsch. Von den vielen Stunden, die in so ein Engagement fließen, gar nicht zu reden. Künftig soll es deshalb möglich sein, dass Vorstände ein Entgelt erhalten. „Ob dann tatsächlich bezahlte Vorstände eingeführt werden, das entscheiden die Mitglieder.“ Aber auch zeitgemäßer soll die Satzung werden, etwa künftig Online-Veranstaltung ermöglichen.

Neben dem Blick in die Zukunft wurden bei der Versammlung zudem Investitionen beschlossen (eigener Bericht) und Traditionen gepflegt. Vorstand Doetsch ehrte eine Reihe langjähriger Mitglieder, die seit 25, 40 oder sogar 50 Jahren dem SV die Treue halten.

Besonders gewürdigt wurden bei der Versammlung Gabriel Wiest, seit 70 Jahren im SV Petershausen, und der 96-jährige Ernst Hermann, der schon vor 80 Jahren in den Sportverein eingetreten ist. Wiest war zunächst als Fußballer und später bei den Stockschützen im SV sportlich aktiv, danach engagierte er sich weiter ehrenamtlich, kümmerte sich als Platzwart mit viel Einsatz ums Sportgelände.

Der nach wie vor rüstige Ernst Hermann erinnert sich noch gerne an seine Zeit als Fußballer. „Ich war immer Torwart“, zunächst in der Schüler- und Jugendmannschaft. Als er nach der Gefangenschaft 1945 nach Petershausen zurückkehrte, „war ich einige Jahre Torwart der 1. Mannschaft.“ Später blieb Hermann beim Turnen und in der Gymnastik aktiv. Hermann: „Die Urkunde freut mich riesig.“

Petra Schafflik

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