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Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für die Kneippstadt

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Auf eine gute Zusammenarbeit freuen sich (v. links) Heiligenfeld-Geschäftsführer Stephan Greb, Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Unternehmer Dieter Glass und Bürgermeister Stefan Welzel.
Auf eine gute Zusammenarbeit freuen sich (v. links) Heiligenfeld-Geschäftsführer Stephan Greb, Gesundheitsminister Klaus Holetschek, Unternehmer Dieter Glass und Bürgermeister Stefan Welzel. © Stadtverwaltung Bad Wörishofen

Bad Wörishofen - Lange Zeit herrschte Ungewissheit ob der Zukunft des Kneippianums. Das Gebäude am Kurpark stand viele Monate leer, nachdem es Investor und Unternehmer Dieter Glass gekauft hatte. Viele Bürger, die sich dem Gebäude verbunden fühlten, fürchteten, dies könne ein Dauerzustand oder das Gebäude seinem eigentlichen Zweck entfremdet werden. Doch nun wird Kneipps Erbe eine Nutzung zuteil, die den Wasserdoktor sicher erfreut hätte.

Bürgermeister Stefan Welzel verkündete die freudige Nachricht in einer Videobotschaft: Das Kneippianum wird eine Heiligenfeld-Klinik und startet als solche im Bereich der Psychosomatik bereits im Laufe des Jahres 2022 mit 66 Betten. Das Unternehmen behält sich vor, bei entsprechendem medizinischen Versorgungsbedarf die Bettenkapazität auf ca. 100 Betten zu erhöhen. „Damit ist es uns gelungen, das Kneippianum zu erhalten und sogar im Gesundheitsbereich fest für die Zukunft zu etablieren“, betont Bürgermeister Stefan Welzel.

Welzel hatte sich seit Mai 2020 intensiv um die Realisierung des Projekts gekümmert. Es erfolgten ferner sehr gute und konstruktive Gespräche mit der Glass GmbH, der Eigentümerin des „Kneippianums.“ Jetzt kam die Belohnung für alle Beteiligten.

Die Bad Wörishofer Bürgerinnen und Bürger haben zum Kneippianum nicht nur wegen seines markanten Gebäudes und der besonderen Lage zwischen Stadtzentrum und Kurpark eine besondere Verbundenheit. Sebastian Kneipp hatte einst selbst diese Einrichtung gestiftet .Beides hatte Bürgermeister Stefan Welzel bei den zahlreichen Korrespondenzen und Gesprächen der letzten Monate im Blick. Bei Minister Holetschek und beim Landratsamt stieß der Ansiedlungsplan auf großes Wohlwollen. Von der Klinik in Bad Kissingen hatte sich Welzel im September 2020 bei einem Ortstermin einen Eindruck verschafft: „Heiligenfeld kennt sich in der Psychosomatik hervorragend aus und hat ausgezeichnete Referenzen.“

Besonders freut Bürgermeister Stefan Welzel, dass die neue Klinik jährlich schon zu Beginn mit rund 20.000 Übernachtungen rechnet. „Das gibt einen Schub für die Kneipp- und Gesundheitsstadt Bad Wörishofen.“ Eine Anfrage der Stadt Bad Wörishofen, genauer der Kurdirektorin Frau Petra Nocker, ob die Heiligenfelder sich vorstellen können, in dem leerstehenden Gebäude eine Klinik betreiben zu wollen, gab die Initialzündung für eine Erweiterung des Unternehmens. „Nach Prüfung der Standortfaktoren konnten wir uns bei entsprechendem Bedarf vorstellen, im Bezirk Schwaben eine psychosomatische Klinik für gesetzliche Versicherte einzurichten“, so Stephan Greb, einer der Geschäftsführer von Heiligenfeld. Das Bayerische Staatsministerium hat diese Anfrage geprüft und 18 Betten im Landeskrankenhausplan bewilligt. Zusätzlich wurde mit der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern ein Versorgungsvertrag mit 48 Krankenhausbetten vereinbart. 

Holetschek sagte: „Die bayerische Krankenhausplanung hat damit auf den steigenden Bedarf der Bevölkerung im Bereich der psychosomatischen Medizin und Psychotherapie reagiert. Die Heiligenfeld Kliniken stehen neben den Standorten Bad Kissingen, Waldmünchen und Uffenheim nun auch in Schwaben als wertvolle Leistungserbringer im Bereich der psychosomatischen Medizin und Psychotherapie zur Verfügung“.

Durch die neu entstehende Klinik in Bad Wörishofen wird sich Heiligenfeld künftig auch im Regierungsbezirk Schwaben und darüber hinaus um die Genesung von Patienten und Patientinnen mit psychosomatischen Erkrankungen kümmern. Die nun im Aufbau befindliche Einrichtung ist das Ergebnis von vielen engagierten Menschen, denen es sowohl um eine gute stationäre medizinisch-therapeutische Versorgung von psychosomatischen Patienten als auch um die Entwicklung der Region geht. Ohne den besonderen Einsatz des Staatsministers für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek, seinen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, den Vertretern und Vertreterinnen der Krankenkassen, der Stadt Bad Wörishofen mit Bürgermeister Stefan Welzel und seiner engagierten Kurdirektorin Nocker und des Landkreises wäre ein solches Vorhaben nicht Realität geworden

Minister Holetschek betonte: „Ich freue mich sehr, dass in das leerstehende Gebäude nun neues Leben einzieht. Dass sich die Heiligenfeld GmbH dazu entschieden hat, in Bad Wörishofen eine Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie zu eröffnen, ist ein starkes Signal für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.“ Holetschek, der auch Altbürgermeister von Bad Wö-rishofen ist, ergänzte: „Ich bin sicher, dass dies auch im Sinne von Sebastian Kneipp wäre.“

Die Stadt und das Stadtbild von Bad Wörishofen wird unverändert von Pfarrer Sebastian Kneipp geprägt. In diesem Jahr finden allerorts Feierlichkeiten anlässlich seines 200. Geburtstages statt. Die Kneipp-Medizin basiert auf einem Konzept mit den 5 Säulen „Lebensordnung“, „Wasser“, „Bewegung“, „Ernährung“ und „Pflanzenheilkunde“. Die Kneipp-Therapie ist somit ein ganzheitliches, naturheilkundliches Gesundheitskonzept, das bis heute für viele Indikationen in verschiedenen Anwendungsformen bestand hat.

Nicht davon abgeleitet, aber durchaus mit gewissen Überscheidungen basiert das Heiligenfelder Therapiekonzept ebenfalls auf einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis mit den fünf Gesundheitsdimensionen „Körper“, „Seele“, „Geist und Spiritualität“, „Beziehung“ und „Natur“.  Dem Therapiekonzept liegt ein bio-psycho-soziales Gesundheits- bzw. Krankheitsmodell mit der Ergänzung um die geistig-spirituelle Dimension zugrunde. Der Therapiefokus liegt somit nicht nur auf der diagnostizierten psychischen Erkrankung, wie z.B. Depression, Angststörung oder posttraumatische Belastungsstörung, sondern auch auf dem erkrankten Menschen als Leib-Seele-Geist-Einheit in Beziehung zur Umwelt, zu anderen Menschen und zur Natur.

Im Hinblick auf die Kneippsche Säule „Ernährung“ sieht das Heiligenfelder Therapiekonzept bereits jetzt schon eine gesundheitsbewusste und vollwertige Ernährung mit täglich vegetarischer und veganer Vollwertkost, ergänzt um einmal Fleisch und Fisch pro Woche, vor. Wo immer es möglich ist, wird weißer Zucker durch Honig ersetzt, auf Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe verzichtet sowie Vollkornmehl aus allen Getreidearten verwendet. Eine Weiterentwicklung oder Ergänzung des Heiligenfelder Therapiekonzepts um weitere Ansätze aus der Kneipp-Medizin ist sind bereits in Überlegungen.

Um einen reibungslosen Start der Klinik zu gewährleisten, richten sich die Aktivitäten neben den Baumaßnahmen jetzt auch auf die Personalsuche. Mit Bad Wörishofen betreibt das Gesundheitsunternehmen Heiligenfeld dann acht Kliniken, mit Ausnahme von einer Klinik alle in Bayern. Neben sieben Kliniken für stationäre psychosomatische Krankenhaus- und Reha-Behandlung – drei davon in Bad Kissingen in Unterfranken sowie jeweils eine in Uffenheim in Mittelfranken, in Waldmünchen in der Oberpfalz, in Bad Wörishofen in Schwaben und in Berlin – gehören eine orthopädische und onkologische Reha-Klinik in Bad Kissingen sowie eine eigene Akademie zum Unternehmen.

Die Heiligenfeld Kliniken beschäftigen ca. 950 Mitarbeiter*innen und zeichnen sich durch eine werteorientierte Unternehmensphilosophie aus, die neben wirtschaftlichen auch humanistische, soziale, ökologische und spirituelle Werte einbezieht. Sowohl in der Patientenbehandlung als auch in der Unternehmenskultur, im öffentlichen Wirken und wirtschaftlichen Handeln werden diese Werte auf eine ganzheitliche Weise realisiert.

wk

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