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Wahl in Mecklenburg-Vorpommern: „Dafür muss ich nicht nach Berlin“

Die Schläge treffen im Sekundentakt, links und rechts und wieder links. Der Gegner nimmt es hin und trippelt stoisch durch den Ring. „Die Hände oben lassen“, brüllt jemand von der Seite. Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, schaut zu. Es ist ein Montagabend in Schwerin, sie besucht den Boxclub Traktor. Ein Vorzeigeverein, 186 DDR-Meister- und 20 deutsche Meistertitel, heißt es auf der Homepage. Junge Männer in der Halle, Schweiß und Muskeln. Schwesig ist mit ihrem SPD-Parteifreund Olaf Scholz gekommen, dem Kanzlerkandidaten. Es ist Anfang August, da gilt er als Außenseiter. Die beiden reden mit Boxern und Trainern und hören Grundsätzliches zum Kampf im Ring.

Matthias Wyssuwa

Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

„Es geht ja nicht darum, auf den Kopf zu hauen, sondern den Kopf wegzuziehen.“ Oder: „Es sieht brutal aus, aber es ist nicht so schlimm.“ Am Ende steigen beide in einen Ring, für Fotos. Scholz bekommt einen großen roten Boxhandschuh, Schwesig nicht. Aber es ist ja auch nicht so, dass sie sich gegen schwere Angriffe verteidigen müsste in diesen Wochen. Es ist ihr erster Wahlkampf als Ministerpräsidentin, und manchmal wirkt es fast, als stünde sie allein im Ring. Als könnte kein Schlag sie treffen.

Am Sonntag wählen die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur einen neuen Bundestag, sondern auch einen neuen Landtag. Michael Sack von der CDU fordert Manuela Schwesig heraus. Seit 1998 stellt die SPD den Regierungschef in Schwerin, seit 2006 ist die CDU Juniorpartner. Die Landtagswahl ist Schwesigs politische Reifeprüfung. Und sie ist ein ungleicher Kampf. Alle Umfragen deuten darauf hin, dass Schwesig vor einem großen Sieg steht. Dann dürfte vieles für sie möglich werden, nicht nur im Schweriner Ring.

Die CDU bei 15 Prozent, gleichauf mit der AfD

An einem frühen Freitagabend im September sitzt Schwesig auf dem Balkon eines Rostocker Restaurants und blickt über den Stadthafen. Das Wasser der Warnow glitzert in der tief stehenden Sonne, und es läuft für sie und ihre Partei immer besser. Eine Umfrage für Mecklenburg-Vorpommern sieht die SPD bei 40 Prozent, es könnte sogar das beste Ergebnis seit der Wiedervereinigung werden. Die CDU liegt bei 15 Prozent, gleichauf mit der AfD.

Dürften die Menschen direkt über ihren Ministerpräsidenten entscheiden, würden 65 Prozent Schwesig wählen, elf Prozent Sack. Selbst aus Berlin und von der Bundespartei gibt es Rückenwind. Nachdem Schwesig in den vergangenen Jahren den Krebs in ihrem Körper besiegt hat und dann über Monate im Kampf gegen die Corona-Pandemie auch bundesweit wieder in den Schlagzeilen war, scheint plötzlich alles ganz einfach zu sein für die SPD. Das alles entspreche der Stimmung die man auf den Straßen und Plätzen erlebe, sagt Schwesig zu den Umfragewerten. „Wir haben uns das hart erarbeitet.“

Wen denn sonst? Schwesig besucht eine Firma in Rostock.

Wen denn sonst? Schwesig besucht eine Firma in Rostock. : Bild: Matthias Lüdecke

„Wen sollte man denn sonst nehmen?“

Bevor sie zum Gespräch in das Restaurant gekommen ist, hat Schwesig ein kleines Unternehmen am Rande Rostocks besucht, das alles zuschneidet, was man so zuschneiden kann. Gewerbegebietcharme, Hallen, Autohäuser, Tankstelle. Schwesig lässt sich zeigen, wie ein mit Sand angereicherter Wasserstrahl durch eine Aluplatte gleitet, und erzählen, wie teuer die Maschinen sind. Als sie eine Sektflasche entdeckt, fragt sie, ob jemand Geburtstag habe. Als sie bei dem Arbeiter steht, der ihr gezeigt worden ist, gratuliert sie gleich. Er scheint kurz verdutzt und erklärt ihr dann, was er an seiner Maschine macht. Als sie weg ist, sagt er, da habe die Wellenlänge gestimmt. Und auch wenn er nicht so richtig begeistert klingt mit Blick auf die Wahl im Land, sagt er doch über sie: „Wen sollte man denn sonst nehmen?“

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