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Wahlkampfendspurt der Union: „Armin und Markus, das wird ein tolles Team“

Zum Schicksal Armin Laschets in diesem nun zu Ende gehenden Wahlkampf gehörte es, dass er dort, wo er auftrat, oft nicht ganz sicher sein konnte, ob es sich um ein Heim- oder ein Auswärtsspiel handelte. Selbst in CDU-Hochburgen konnte es ihm passieren, dass ihm die Leute dort mit angezogener Handbremse zujubelten, zum Beispiel, weil sie im Machtkampf um die Kanzlerkandidatur mehrheitlich zu seinem Rivalen, dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder gehalten hatten.

Umso bemerkenswerter war es, dass ihm ausgerechnet die Bayern zuletzt einen warmen Empfang bereiteten: Vor zwei Wochen beim CSU-Parteitag in Nürnberg, nun bei der Schlusskundgebung der CSU in München auf dem Nockherberg. Normalerweise ist dort für Politiker wenig zu gewinnen – alljährlich holen sie sich beim Derblecken Gemeinheiten ab und müssen gute Miene zum bösen Spiel machen. Auch in dieser Disziplin konnte Laschet im Wahlkampf reichlich Erfahrung sammeln – jedoch: Am Freitag brauchte er sie nicht.

Unterstützung von Merkel und Söder

Bei sonnigem Oktoberfest-Ambiente wurde er von Jungunionistinnen, die allesamt einem Katalog von Lodenfrey entstiegen zu sein schienen, sowie von Söder und Angela Merkel in den Saal geleitet. Die Bundeskanzlerin machte deutlich, worum es aus ihrer Sicht geht: Rot-Grün-Rot verhindern und das Land auf Kurs halten. Im Wahlkampf sei sehr viel über das Verteilen von Geld gesprochen worden und sehr wenig über das Erwirtschaften. Der politische Gegner links der Union gefährde den wirtschaftlichen Wohlstand, etwa, weil er die EU zu einer Schuldenunion machen wolle. Er gefährde aber auch die Sicherheit. Die Linke zum Beispiel wolle die Verteidigungsausgaben kürzen. Merkel appellierte an die Leute, die sich unten an ihren Brotzeitbrettln bedienten, zu vergessen, was ihnen im Wahlkampf „vielleicht hier und da mal nicht gefallen hat“: „Damit Deutschland stabil bleibt, muss Armin Laschet Bundeskanzler bleiben.“