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„Wahnsinnige“ RSV-Infektionswelle mit Atemnot bei Kindern: „Intensivstationen sind voll wie seit Jahren nicht“

Hartnäckiger Husten kann für eine RSV-Infektion sprechen.

Die Gefahr, sich mit dem RSV-Virus anzustecken, steigt im Winter. In diesem Jahr melden Ärzte bereits jetzt erschreckend oft schwere Krankheitsverläufe.

Es ist kein neues Virus. Das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV, führt zu grippeähnlichen Symptomen* und verbreitet sich vor allem in den Wintermonaten gut und schnell. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) als biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung informiert, führt der weltweit vorkommende Erreger zu akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege. Das RSV ist außerdem einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern, so das RKI weiter.

Wenn das Virus nicht nur die oberen Atemwege, sondern auch die unteren Partien in der Lunge befällt, kann dies lebensbedrohliche Folgen haben. Entzündungsherde in der Lunge können dazu führen, dass die Betroffenen keine Luft mehr bekommen. „Die Kinder geraten in schwere Atemnot und japsen nach Luft, manchmal haben sie Todesangst“, wird Reinhard Berner, Chefarzt der Unikinderklinik in Dresden vom Spiegel zitiert. Auch hartnäckiger Husten und Fieber zählen zu den Symptomen, die eine RSV-Infektion mit sich bringen kann.

Wir haben seit September in Deutschland, ja in ganz Europa, eine wahnsinnige RSV-Infektionswelle“, so Berner dem Spiegel zufolge: „Die Kliniken und Intensivstationen sind so voll wie seit Jahren nicht“. Dass es in diesem Jahr häufiger zu RSV-Infektionen kommt und damit auch häufiger zu schweren Verläufen, hängt auch mit der Corona-Pandemie zusammen.

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Geringerer Immunschutz gegen Grippe- und RSV-Viren als vor Corona

In Mitteleuropa herrscht von November bis April RSV-Saison, so das RKI. In diesem Zeitraum komme es am häufigsten zu Ansteckungen. Doch Kinderarzt Reinhard Berner zufolge hat die RSV-Saison in diesem Jahr bereits früher begonnen. Auch mehr Altersgruppen seien betroffen, wird der Mediziner vom Spiegel zitiert. Je mehr Kinder und Erwachsene sich anstecken, desto schneller kann sich das Virus über Tröpfcheninfektion, dem Hauptübertragungsweg des Virus, verbreiten. Entsprechend höher sind auch die Fallzahlen derjeniger Patienten, die einen schweren Krankheitsverlauf entwickeln.

Doch auch die Corona-Pandemie nimmt Einfluss auf das aktuelle Krankheitsgeschehen. So fiel die RSV-Saison wie die Grippe-Saison im letzten Winter weitestgehend aus. Maskenpflicht, geschlossene Lokale, Ausgangsbeschränkungen und ausgefeilte Hygienekonzepte hatten dazu geführt, dass sich Viren nicht unkontrolliert ausbreiten konnten. Doch wenn der Mensch keinen Kontakt zu Viren und Bakterien hat, kann die körpereigene Abwehr auch keinen Immunschutz gegen Krankheitserreger aufbauen. In Hinblick auf Respiratorische Synzytial-Viren brisant, denn die natürliche Gruppenimmunität der Kinder ist infolge geringer als in gewöhnlichen Jahren, so der Spiegel. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.