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Wegen Drogengeschäften: Landgericht Göttingen verurteilt 45-Jährigen zu fünf Jahren Gefängnis

Das Landgericht Göttingen: Dort wurde der 45-Jährige verurteilt.

Zwei Monate nach Prozessbeginn ist jetzt vor dem Landgericht Göttingen ein sogenanntes „EncroChat“-Verfahren zu Ende gegangen. Ein 45-jähriger Mann aus göttingen wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Göttingen – Die Kammer verurteilte den Mann wegen fünffachen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, zweifachen unerlaubten Drogenbesitzes sowie wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Da der Angeklagte selbst betäubungsmittelabhängig ist, ordneten die Richter seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte ab März 2020 bis zu seiner Festnahme im März 2021 insgesamt 47 Kilo Marihuana erworben und einen Großteil davon an Abnehmer weiterverkauft hat. Außerdem habe er nicht unerhebliche Mengen Kokain für den Eigenkonsum besessen. Der Angeklagte habe sich zudem unerlaubterweise eine halbautomatische Waffe verschafft. Diese habe er ungeschützt mitsamt Patronen in der Wohnung seiner Lebensgefährtin verwahrt, in der auch zwei Kinder leben.

Angeklagter hatte ein sogenanntes Kryptohandy genutzt

Der Angeklagte hatte für die Abwicklung seiner Drogengeschäfte eine Zeitlang ein sogenanntes Kryptohandy der Firma EncroChat genutzt. Diese Mobiltelefone waren vor allem bei Straftätern aus dem Bereich Rauschgiftkriminalität beliebt, weil auf den Geräten verschlüsselte Messenger-Programme vorinstalliert waren.

Wegen der speziellen Verschlüsselungstechnik konnten Fahnder der Polizei, wenn ihnen ein solches Gerät in die Hände fiel, die versandten Nachrichten nicht auslesen. Im Frühjahr 2020 gelang es jedoch französischen Ermittlern, in das Kommunikationsnetz einzudringen. Da sich die Nutzer sicher gefühlt und entsprechend offen kommuniziert hatten, konnten die Ermittler viele von ihnen identifizieren und ihnen auch zahlreiche Straftaten nachweisen.

Im März 2021 mit einem Kilo Marihuana im Auto festgenommen

Auch der Angeklagte war auf diese Weise ins Visier der Fahnder geraten. Im März dieses Jahres wurde er schließlich festgenommen, als er mit einem Kilo Marihuana im Auto zu einer geplanten Drogenübergabe nach Rosdorf gefahren war. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und neun Monaten sowie die Einziehung von rund 190.000 Euro gefordert. Die Verteidigung plädierte dagegen auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als fünf Jahren. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung erklärte der Verteidiger, dass man auf Rechtsmittel verzichte. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich noch nicht dazu, ob auch sie das Urteil annimmt oder Revision einlegen wird. (Heidi Niemann)