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Welt- und Europameister sind sich einig: Jogis Aufstellung gehört in die Tonne

Herzogenaurach -

Nach der 0:1-Auftakt-Niederlage gegen Frankreich steht Deutschland am Samstag gegen Portugal (19. Juni, 18 Uhr, ARD) schon unter Druck. Eine weitere Pleite kann sich die Mannschaft von Joachim Löw (61) nicht erlauben. Die Frage, die derzeit alle Fußball-Fans beschäftigt: Wie soll der Bundestrainer seine Mannschaft für das zweite Gruppenspiel umbauen?

Die Bayern-Spieler machen nach EXPRESS-Informationen intern Druck, dass Löw Änderungen vornimmt. Sie wünschen sich einen Startelf-Einsatz von Leroy Sané (25) und plädieren für eine Versetzung von Joshua Kimmich (26) ins zentrale defensive Mittelfeld. Tenor: Wir brauchen einen eingespielten Block.

Joachim Löw beobachtet seine Spieler beim Training in Herzogenaurach.

Joachim Löw wirkte beim Training am 17. Juni nachdenklich.

Matthias Ginter (27) sagte am Donnerstag (17. Juni) zwar: „Es ist nicht so, dass wir einen Aufstand machen“. Aber: Anders als viele andere Nationen (Frankreich, Italien, Belgien) ist die deutsche Mannschaft wegen Umbruch und Abbruch vom Umbruch nicht eingespielt. Daher wünschen sich die Münchner einen eingespielten Bayern-Block.

EXPRESS hörte sich bei vielen Experten um und bat Welt- und Europameister, ihre Wunsch-Formation für das Portugal-Duell zu benennen.

Thomas Häßler (55), Weltmeister 1990, Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Kimmich, Goretzka – Gnabry, Müller, Sané – Werner

„Jogi sollte offensiver spielen lassen, im 4:2:3:1-System. Wir brauchen einen Stürmer, da gibt es zwei Optionen. Kevin Volland will immer, kämpft. Timo Werner müsste als Champions-League-Sieger eine breite Brust haben. Deutschland hat gegen Frankreich, die für mich der Top-Favorit auf den Titel sind, gut dagegengehalten. Aber jetzt muss das Spiel nach vorne gestärkt werden. Daher plädiere ich auch für Joshua Kimmich auf der Doppel-Sechs. Neben ihm sollte Leon Goretzka so lange spielen, wie die Kräfte reichen.“

Jürgen Kohler (55), Weltmeister 1990, Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Neuhaus, Kimmich, Musiala – Volland, Gnabry, Müller

„Taktieren auf ein Unentschieden reicht nicht, ein Sieg muss her. Ich würde mit Spielern, die ins Eins-gegen-eins gehen, auflaufen. Jamal Musiala beispielsweise ist unerfahren und unbelastet. Warum nicht mal einen wie ihn ins kalte Wasser werfen? Das Auftreten der Mannschaft gegen Frankreich war positiv, aber jetzt muss sie viel mehr Akzente setzen. Daher wäre ein 4:3:3-System mit einem spielfreudigeren Mittelfeld meine Wahl. In dieser Formation hat man eine gute Raumaufteilung und Absicherung“.

Thomas Helmer (56), Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Kimmich, Kroos – Sané, Müller, Gnabry – Werner

„Bei so vielen Bayern-Spielern im Kader hilft das vertraute Münchner System. Thomas Müller entfaltet seine ganze Qualität, wenn er auf der 10 mit drei Offensivkräften um sich herum agieren kann. Joshua Kimmich ist mit seiner aggressiven Spielweise und seinen Bällen hinter die Abwehrketten im Zentrum wertvoller. Bei Matthias Ginter hätte ich auf der rechten Seite keine Bedenken. Er macht das alles immer sehr routiniert.“

Thomas Müller vom FC Bayern München trägt beim Training eine Tonne mit Bällen.

Thomas Müller mit der Ball-Tonne. Um die Rolle und Position des Bayern-Spielers gibt es viele Diskussionen.

Olaf Thon (55), Weltmeister 1990

Neuer – Ginter, Hummels, Rüdiger – Can, Kimmich, Kroos, Gosens – Gnabry, Werner, Müller

„Das System sehe ich nicht als großes Problem an. Frankreich hatte nun mal die besseren Einzelspieler. Deutschland muss sich nun ins Turnier kämpfen und ein Zeichen setzen. Dafür halte ich Emre Can als gute Option. Zudem kann Joshua Kimmich zentral mehr am Spiel teilnehmen. Die Offensive braucht eine Anpassung, denn Kai Havertz hat nicht überzeugt. Warum nicht eine Chance für Timo Werner?“

Hansi Müller (63), Europameister 1980

Neuer – Can, Süle, Hummels, Gosens – Kimmich, Gündogan – Müller, Kroos, Sané – Werner

„Emre Can kann Rechtsverteidiger spielen, ist ein Charakterspieler, den du brauchst. Er kann dem Gegner wehtun. Im defensiven Mittelfeld wären Kimmich und Gündogan bei mir gesetzt. Sie sind zwei Top-Spieler. Davor Kroos als Stratege. Rechts vorne Müller, links Sané und Werner als Stürmer. Ich glaube, dass Timo davon profitieren kann, wenn er solche Leute um sich hat. Natürlich rennt er drei-, viermal ins Abseits. Aber beim fünften Mal klingelt's.“

Lothar Matthäus (60), Weltmeister 1990, Europameister 1980

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Halstenberg - Kimmich, Gündogan - Gnabry, Müller, Sané - Werner

„Deutschland ist nun unter Druck, braucht gegen Portugal mindestens einen Punkt und muss offensiver spielen. Wenn man so viele Spieler, mit solch einer Qualität von Bayern München hat, könnte man auch ein System Bayern München spielen, mit Thomas Müller auf seiner Stamm-Position. Für die Sechser- bzw. Achterposition sehe ich Joshua Kimmich. Er hat in der Zentrale gefehlt und fühlt sich auf der rechten Seite nicht so wohl. Daneben würde ich Ilkay Gündogan oder Toni Kroos einsetzen. In der Viererkette müsste jemand anderes als Robin Gosens als Linksverteidiger spielen, denn er ist kein Spieler für eine Viererkette. Er kann in der Dreierkette links mit Offensivdrang agieren“.

Thomas Strunz (53), Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Kimmich, Goretzka – Havertz, Müller, Gnabry – Werner

„Wir müssen flexibler werden und brauchen mehr Tiefe im Spiel. Daher würde ich das defensive Mittelfeld ganz neu besetzen. Ilkay Gündogan und Toni Kroos sind mit zu langsam und bringen zu wenig Körperlichkeit ins Spiel. In der Offensive müssen mehr Alternativen her, daher Müller ins Zentrum, Gnabry und Havertz an seine Seite. Von Leroy Sané bin ich nicht überzeugt. Der Junge ist eine Wundertüte, auf den kann man sich nicht verlassen. Havertz wirkt nicht frei im Kopf, weil er von Löw nicht das volle Vertrauen spürt. Aber er hat die Qualitäten“.

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