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Wirtschaftsweiser warnt - Die Inflation wird uns Jahre verfolgen!

Bams

Ein Gespenst geht um: Die Inflation ist zurück!

Und sie lässt Verbraucher, Sparer und Arbeitnehmer gleichermaßen zittern, um 3,8 Prozent sind die Preise laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Ein trauriger Rekord: So hoch lag die Teuerungsrate zuletzt 1993.

Experten fürchten zudem, dass der Spuk noch weitergeht. Volker Wieland, der als Wirtschaftsweiser die Bundesregierung berät, warnt: „Es besteht das Risiko, dass wir uns auch in den kommenden Jahren mit höheren Inflationsraten arrangieren müssen.“ Denkbar wären Inflationsraten um die zwei Prozent, so Wieland zu BILD am SONNTAG.

Als Gründe für die hohe Inflation werden vor allem die Wiedereinführung der alten Mehrwertsteuerhöhe (19 Prozent) sowie teure Energie- und gestiegene Ölpreise genannt. Doch Ökonom Wieland sieht noch andere Ursachen.

So beobachte er mit Sorge, dass Teile der Wirtschaft mit Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hätten. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach vielen Gütern aber hoch. „Diese Kombination lässt die Preise stark und schnell steigen“.

Zu beobachten ist das zum Beispiel in der Baubranche, erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). „Die Firmen mussten zuletzt mit heftigen Preissteigerungen kämpfen. Der Preis für Holz hat sich verdoppelt, Stahlbeton wurde um die Hälfte teurer und auch für viele Kunststoffe muss deutlich mehr gezahlt werden.“

In den ersten fünf Monaten des Jahres seien die Baupreise deshalb insgesamt um 6,6 Prozent gestiegen, so Pakleppa zu BILD am SONNTAG.

Doch die Inflation wird auch durch den Personalmangel in einigen Branchen befeuert, warnt Ökonom Wieland. Weil Fachkräfte in vielen Branchen fehlten, stiegen für die Firmen die Personalkosten – und damit in letzter Konsequenz auch die Preise für die Verbraucher. „Die Inflation droht sich damit zu verfestigen.“

Die Gewerkschaften bringen sich für den Gehaltskampf schon in Stellung: Gegenüber BILD am SONNTAG forderte Andrea Kocsis, Vize-Chefin der Gewerkschaft Verdi, „kräftige Lohnsteigerungen.“

ZDB-Chef Pakleppa, der derzeit Tarifverhandlungen führt, lehnt den Inflationsaufschlag für seine Branche zumindest nicht rundweg ab: „Weil die Inflationsrate steigt, streben wir ein für die Unternehmen vertretbares Verhandlungsergebnis an.“

Auch die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) spiele eine Rolle bei der Inflationsentwicklung, sagt Ökonom Wieland. Denn in der Corona-Krise haben die Staaten neue Anleihen ausgegeben und damit Schulden gemacht, um damit Rettungskredite an notleidende Firmen zu finanzieren. „Diese Anleihen wurden wiederum von EZB aufgekauft, was dazu geführt hat, dass die Geldmenge gewachsen ist.“

Wirtschaftsweiser warnt: Die Inflation wird uns Jahre verfolgen!
Foto: BILD

So kann es nicht weitergehen, warnt Ökonom Wieland: „Die starke Inflationsentwicklung erhöht den Druck auf die Zentralbanken, die Zinsen schneller anzuheben.“ Es wäre gefährlich, wenn die EZB zu lange mit diesem Schritt warteten.

Doch auch die Politik ist gefragt, warnt Wieland. „Am härtesten trifft die Preissteigerung Menschen mit geringerem Einkommen, denn sie müssen einen verhältnismäßig großen Teil ihres Lohns für Güter des täglichen Bedarfs, also etwa Lebensmittel oder Kleidung ausgeben.“ Die Politik müsse deshalb darauf achten, Einkommens- und Lohnerhöhungen nicht durch höhere Steuerbelastungen aufgezehrt werden.“

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