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Zukunftsausstellung: Und wenn der Strom ausfällt?

Der bekennende Star-Trek-Fan Markus Söder hat nie viel Zeit, erstens von Haus aus, weil er über eine sehr schnelle Auffassungsgabe verfügt, und zweitens von Amts wegen, weil er als bayerischer Ministerpräsident Untertanen und Parteifreunden immer eine Nasenlänge voraus sein muss. Vielleicht ist das aber ein Fehler, wenn es um die Zukunft geht.

Schließlich war es Söder, damals noch Finanzminister, der 2016 verkündete, das Deutsche Museum bekäme eine Außenstelle in Nürnberg, Schwerpunkt: Zukunftstechnologien. Mit erheblicher Verzögerung, aber gerade noch vor dem Wahlsonntag, ist das Haus nun vergangenes Wochenende eröffnet worden. Für mehr als einen Schnelldurchgang war allerdings keine Zeit – Kanzlerkandidat Armin Laschet war in Nürnberg, Wahlkampf hatte Vorrang vor Zukunft, die kann Söder immer noch nachholen.

Genervt war er ohnehin von dem Scharmützel, das die Opposition noch angezettelt hatte: Die findet nämlich, der mit dem Investor Gerd Schmelzer vereinbarte und auf fünfundzwanzig Jahre festgeschriebene Mietpreis von 2,5 Millionen Euro pro Jahr sei viel zu hoch. Für solche Peanuts hatte der Landesvater weiß Gott keine Zeit. Ob er sie sich wird nehmen müssen, wenn der oberste Rechnungshof mit seinem Prüfverfahren fertig ist, wird sich herausstellen. Zur Eröffnung gab Söder die Devise aus, Wissenschaft sei immer Zukunft: „Das Zukunftsmuseum ist ein Stargate im Herzen der Stadt! Live long and prosper!“

Die Zukunft kommt nicht auf leisen Sohlen

Das von Volker Staab – er hat auch das Neue Museum und die Sebalder Höfe in Nürnberg entworfen – erdachte Gehäuse ist, man muss es im Lichte der dort gezeigten Befunde so sagen, auf der Ebene des Baumaterials Old School: Sichtbeton. Gestalterisch punktet Staab mit großen Gesten auf kleinem Raum, er gewährt großartige Ausblicke auf Pegnitz und Altstadt. Ein über zwei Geschosse sich streckendes Forum mit Treppentribüne empfängt die Besucher, akzentuiert durch blaue Lichtbänder geht es entlang von Orientierungsrastern im Fußboden durch drei Etagen. Eine App als Begleitung ist heute Standard, zusätzlich gibt es noch analoge Hörer an den Stationen.

Beste Altstadtlage: Der Augustinerhof, der das Deutsche Museum Nürnberg beherbergt, wurde von Volker Staab entworfen.

Beste Altstadtlage: Der Augustinerhof, der das Deutsche Museum Nürnberg beherbergt, wurde von Volker Staab entworfen. : Bild: Deutsches Museum

Science trifft auf Fiction, an vielen Wänden flimmern Szenen aus Science-Fiction-Filmklassikern. Und so kommt die Zukunft hier nicht auf leisen Sohlen, sondern bricht sich lautstark Bahn. Fünf Themenfelder sind im Angebot, von unten nach oben sind das „Arbeit und Alltag“, „Körper und Geist“, „System Stadt“, „System Erde“ sowie „Raum und Zeit“. Erdacht hat das Konzept Andreas Gundelwein vom Mutterschiff Deutsches Museum in München, gekostet hat das Haus 27,6 Millionen Euro, dreiundzwanzig Arbeitsplätze sind entstanden. Ein Dutzend studentischer Hilfskräfte ist als „F-Con“ im Einsatz, als „future communicator“. Die jungen Erwachsenen gehen auf die Besucher zu, bieten Auskunft und bauen Hemmschwellen ab, gerade für ältere Besucher ein willkommenes Angebot.

Kinder und Jugendliche, die sich bevorzugt im Erdgeschoss festbeißen, weil sie Stadtplanung noch nicht so in­teressiert, erobern die interaktiven Stationen. Sehr beliebt ist der Sitzplatz eines Raumschiffkapitäns, der an eine Raumstation andocken will; Captain Kirk hätte seine helle Freude am Nachwuchs. Am Ende des Rundgangs wartet noch eine virtuelle Zeitreise. Da mutet die Bibliothek mit den Science-Fiction-Klassikern schon fast altertümlich an. Bücher, was war das gleich wieder?

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