Germany

Zwischen den Zeilen: Ampeldrama, Rededuell und Erinnerungen

Kai A. Struthoff

Um die Diskussion nach dem tödlichen Unfall in Bad Hersfeld, die Bürgermeisterkandidaten für Neuenstein und verdiente Kollegen geht es in der Kolumne von Kai A. Struthoff.

Der schwere Unfall, bei dem eine 87-jährige Frau direkt vor dem HZ-Verlagshaus getötet wurde, macht uns alle tief betroffen. Seit Langem beobachten wir aus unseren Fenstern immer wieder gefährliche Situationen an dieser stark befahrenen Kreuzung. Und wir ärgern uns über die Ampelschaltung mit ihren extrem langen Wartezeiten und den für Fußgänger nur kurzen Grünphasen. Sie verleiten ja leider gerade zum „Bei-Rot-Rübergehen“ – mit fatalen Folgen.

Hier besteht dringender Handlungsbedarf, das zeigen auch die vielen Kommentare zu dem furchtbaren Unfall etwa bei Facebook. Allerdings ist die Stadt dabei nicht der „Sündenbock“, sie kann lediglich Druck bei den zuständigen Verkehrbehörden aufbauen, hier endlich tätig zu werden, bevor weitere Unfälle passieren! Darauf weist auch Bürgermeister Thomas Fehling auf Facebook hin. Er habe am Freitag deshalb mit dem Präsidenten von Hessen Mobil telefoniert. „Er hat zugesagt, dass die Ampelschaltungen noch mal überprüft werden“, berichtet Fehling.

Es war schon fast so etwas wie eine Premiere, als wir am Mittwoch nach langer Corona-Zwangspause endlich mal wieder zu einem HZ-Bürgermeisterforum einladen konnten. In Neuenstein geht mit dem Ausscheiden von Walter Glänzer eine Ära zu Ende. Kein Wunder, dass trotz des regnerischen Wetter viele Bürger den Weg in den Hof von Schloss Neuenstein gefunden hatten, um sich dort einen Eindruck von den beiden Kandidaten zu verschaffen. Die heißen beide Roland – übrigens genau wie das Tiefdruckgebiet an diesem Abend, was für einige Lacher sorgte. Die Neuensteiner haben am Bundestagswahlsonntag zwei durchaus unterschiedliche Kandidaten zur Auswahl, was beim Forum sehr deutlich wurde. Für mich war es schön, endlich mal wieder draußen bei unseren Lesern zu sein. Denn schließlich bin ich nicht Journalist geworden, um daheim im Home-Office zu hocken.

Und noch ein trauriges Ereignis hat sich in der vergangenen Woche zum ersten Mal gejährt: Der Tod unseres Kollegen Karl Schönholtz. Er fehlt uns immer noch sehr, ich vermisse seinen Rat und seine Erfahrung. So geht das auch vielen Lesern, die seine kompetenten, oft spitzzüngigen, aber immer fairen Beiträge vermissen. Der Schreibtisch von Kalli steht seit einem Jahr leer – nur sein Bayern-München-Stiftebecher steht noch dort ...

Jetzt aber wird der Platz wieder besetzt: Zum 1. Oktober beginnt Laura Hellwig ihre journalistische Ausbildung in unserer Redaktion. Als studentische HZ-Mitarbeiterin hatte sie auch noch von Karl Schönholtz so manchen Tipp für die Arbeit erhalten. So schließen sich Kreise, das Leben geht weiter. Aber Kalli bleibt für uns unvergessen.

In einer Woche mit traurigen Nachrichten und Erinnerungen gab es aber auch viel Grund zur Freude: Meine beiden jungen Kollegen Carolin Eberth und Christopher Ziermann sind für ihre Serie über die Rückkehr des Wolfs nach Hessen mit dem „Hessischen Preis für junge Journalisten“ ausgezeichnet worden. Es sind journalistische Leistungen wie die der beiden Kollegen, die den Wert des Qualitätsjournalismus ausmachen. Auch in einer Zeit, in der manche schon den Abgesang auf die Tageszeitung anstimmen. Carolin Eberth wird übrigens auch ab 1. Oktober unsere Rotenburger Partnerredaktion verstärken. Wir freuen uns auf die beiden Kolleginnen. (Kai A. Struthoff)

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