Union quälte sich nach Verlängerung bei Drittligist Waldhof Mannheim weiter. Kevin Behrens gelang dabei ein Doppelpack. Dabei feuerte Waldhof seinen Sportchef noch kurz vor dem Anpfiff.

Die Erlösung kam spät, aber sie kam! Torjäger Taiwo Awoniyi (24) erlöste Union Berlin in der 2. Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Waldhof Mannheim. In der 4. Minute der Verlängerung drehte sich der Nigerianer um seinen Gegenspieler Gohlke und traf aus 14 Metern zum 2:1. Am Ende hieß es 3:1 – Achtelfinale!

Das glückliche Ende einer Dienstreise, die ein lockerer Aufgalopp für den Kracher gegen Bayern München am Sonnabend sein sollte. Statt Kräfte sparen war aber großes Quälen angesagt.

Alexander Rossipal nutzt einen Rönnow-Abklatscher zur frühen 1:0-Führung für Waldhof (Foto: City-Press GmbH)
Alexander Rossipal nutzt einen Rönnow-Abklatscher zur frühen 1:0-Führung für Waldhof (Foto: City-Press GmbH)

Wegen großen Andrangs, 14.651 Zuschauer kamen, begann die Partie zehn Minuten später. Und die Fans waren heiß: Bengalos und „Scheiß Berliner“-Rufe. Das stachelte die coronagebeutelten Mannheimer, die zwei Stunden vor Anpfiff Sportdirektor Jochen Kientz (49) wegen Unstimmigkeiten in der Corona-Politik des Klubs feuerten, an.

Eine scharfe Eingabe von Schnatterer klatschte Ersatz-Torhüter Frederik Rönnow, der erst zum zweiten Mal überhaupt im Union-Kasten stand, vor die Füße von Rossipal, der aus drei Metern das 1:0 machte (4.).

Der Favorit aber nur kurz geschockt. 18. Minute: Becker flankt von rechts, Voglsammer köpft auf Kevin Behrens, der aus sechs Metern vollendet – 1:1. Eine tolle Kombination des Trios, das sich von Beginn an zeigen durfte. Behrens feierte seinen Treffer mit einem Schnuller-Jubel; er wird zum dritten Mal Vater.

Kevin Behrens mit seinem ersten Doppelpack für Union. Der Stürmer kam im Sommer vom SV Sandhausen nach Köpenick (Foto: City-Press GmbH)
Kevin Behrens mit seinem ersten Doppelpack für Union. Der Stürmer kam im Sommer vom SV Sandhausen nach Köpenick (Foto: City-Press GmbH)

Trainer Urs Fischer (55) rotierte: vier Mann rein, vier raus. Das hemmte den Spielfluss. Der verletzte Max Kruse (Fuß) fuhr gar nicht erst mit. Wie zu Beginn, so war auch nach der Pause zuerst der Außenseiter stark: Lebeau knapp vorbei (46.), Schnatterer drüber (52.); Union machte den Freischwimmer.

Alle Details zum Spiel können Sie hier im Liveticker noch einmal nachlesen!

Als Khedira und Awoniyi doch noch kamen, konnte der Favorit sich stabilisieren. Mannheims Martinovic klärt einen abgefälschten Schuss von Knoche auf der Linie (75.), in der Nachspielzeit vergab Awoniyi freistehend. Zum Glück machte er es in der Verlängerung besser.

Taiwi Awoniyi zieht blitzschnell aus der Drehung ab und trifft zum 2:1 in der Verlängerung (Foto: City-Press GmbH)
Taiwi Awoniyi zieht blitzschnell aus der Drehung ab und trifft zum 2:1 in der Verlängerung (Foto: City-Press GmbH)

Als Behrens mit seinem zweiten Tor dann die Entscheidung besorgte (118.), war Durchatmen angesagt.