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330 neue Wohnungen: Am Hochfeld wächst ein neues Quartier

Die Stadt geht eines ihrer großen Bauprojekte an: Am Hochfeld sollen rund 330 neue Wohnungen entstehen – in einem klimaneutralen Quartier. Nun folgt ein städtebaulicher Wettbewerb, bei dem auch die Bürger eingebunden werden.

Fürstenfeldbruck – Die Fläche am Hochfeld ist schon seit Jahren als Baugebiet vorgemerkt. Doch die alte Planung ist überholt, da ein Teil des Areals bereits entwickelt ist. Auch Kindergarten und Krippe stehen bereits. Daher beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit, den alten Rahmenplan aufzuheben und nochmal neu anzufangen.

Mit dieser Entscheidung geht man weg von überwiegend Doppel- und Reihenhäusern. Durch mehr Geschossbauten entstehen statt der ursprünglich anvisierten 270 nun 330 Wohneinheiten – und das im niederen und mittleren Preissegment. Denn die Stadt muss auch geförderte Wohnungen schaffen, da in der nächsten Zeit viele aus der sozialen Bindung fallen, erklärte Stadtbaurat Johannes Dachsel.

Klimaschutz im Focus

Der Planungs- und Bauausschuss zurrte die Vorgaben für den Wettbewerb in nicht-öffentlicher Sitzung fest. Im Fokus steht dabei der Klimaschutz: Ausreichend Grünflächen, eine Frischluftschneise und auch das Modell Schwammstadt – bei dem Regenwasser aufgenommen und gespeichert wird – fließen in den Wettbewerb ein.

Vize-Bürgermeister Christian Stangl sprach von einem zentralen Projekt für die Stadt, das in die Zukunft weise. „Wir wollen etwas für die Bürger tun.“ Denn es herrsche massiver Wohnungsmangel in Bruck. Die gebe es nicht, erwiderte Hermine Kusch (BBV). „Wir versiegeln Flächen wegen einer angeblichen Wohnungsnot.“ Dachsel berichtete dagegen von Anfragen selbst im Bauamt. Die Wohnungen seien auch ein attraktives Angebot für Facharbeiter. Jeder habe sich hier sicher Gedanken gemacht und abgewogen, meinte Andreas Lohde (CSU).

Kusch beantragte dennoch, das Hochfeld erst anzugehen, wenn andere Baugebiete auf den bereits versiegelten Grundstücken von Grimmplatten, am Krebsenbach und an Niederbronnerweg realisiert sind – fand jedoch keine Unterstützer. Auch Krankenschwestern, Polizisten und Feuerwehrleute müssten sich Wohnungen leisten können, entgegnete Jan Halbauer (Grüne).

Mikro-Klima soll analysiert werden

Den Auslobungstext wird ein Arbeitskreis erarbeiten. Alexa Zierl (ÖDP) regte an, wie beim Aumühlen-Areal eine Bürgerveranstaltung mit einzuschieben und auch den Wettbewerb auf zwei Stufen aufzuteilen, um die Bürger erneut einzubinden. Zudem sollte man eine Mikroklima-Analyse vorziehen.

Mit 330 neuen Wohnungen entsteht am Hochfeld ein neues Quartier. „Es soll aber kein reines Wohn- und Schlafgebiet werden“, meinte Philipp Heimerl (SPD). Er könne sich im Erdgeschoss auch Gemeinschaftseinrichtungen für Senioren oder Räume für soziale Einrichtungen vorstellen. Zudem dürfe man Genossenschaftsprojekte nicht außer acht lassen, forderte Markus Droth (FW). Auch die Erweiterung von Kindergärten und der Philipp-Weiß-Grundschule müsse man im Blick haben, ergänzte OB Erich Raff. Lohde hielt auch ein Einheimischenmodell im Geschosswohnungsbau für machbar.

Der Stadtrat brachte das Projekt am Hochfeld mit großer Mehrheit auf den Weg. Städtebaulicher Wettbewerb samt Bürgerbeteiligung dauern laut Stadtbaurat Dachsel rund ein Jahr. Ein weiteres Jahr benötigt der Rahmenplan. „Das dient der Qualitätssicherung, da wir Anwohner, Fachbeirat und Politik einbinden.“ In vier Jahren könnte ein Ergebnis vorliegen und der Bau beginnen.