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43. Ryder Cup: US-Golfstars gegen Europa klar in Führung

Schon nach dem ersten Tag des 43. Ryder Cups auf dem Straits Course von Whistling Straits in Haven (Wisconsin) ist eines klar: Die Europa-Auswahl muss im größten Spektakel im Golf ein gewaltiges Comebacks gegen das Team der Vereinigten Staaten schaffen. Nach den Vierern, wie die Doppel im Golf heißen, am Freitag liegen die Gäste mit 2:6 zurück. Elf Mal in der Geschichte dieses seit 1927 ausgetragenen Prestigeduells führte ein Team nach am Auftakttag mit diesem Ergebnis – elf Mal reichte diese Führung, um den Pokal zu gewinnen. Zum ersten Mal seit 2008 dominierten Amerikaner wieder die beiden „Sessions“ am ersten der drei Tage im Klassischen Vierer (beide spielen einen Ball abwechselnd) und im Vierball (jeder spielt seinen eigenen Ball, das bessere Ergebnis an jedem Loch wird gewertet). Die Gastgeber zeigten sich sowohl im Klassischen Vierer (englisch Foursome) als auch im Vierball (englisch Fourball) mit jeweils 3:1 durch.

Die Überlegenheit des „Team USA“ lässt sich leicht erklären: Der amerikanische Kapitän Steve Stricker setzte in den beiden „Sessions“ alle zwölf Spieler ein – und jeder Einzelne trug seinen Teil zur überlegenen Führung des Heimteams bei, keiner ging leer aus. Auch Padraig Harrington, der irische Kapitän der „Euros“, schickte alle seine Mannen am Freitag auf dem spektakulären Platz am Michigan-See, aber nur der Weltranglistenerste Jon Rahm erfüllte, die hohen Erwartungen.

Der 26 Jahre alte Spanier gewann mit seinem Landsmann Sergio Garcia das Auftaktmatch im Klassischen Vierer gegen Justin Thomas und Jordan Spieth 3&1 (drei mehr gewonnene Löcher, bei einem noch zu spielenden). Der 41 Jahre alte Garcia steigerte bei seinem zehnten Einsatz seine Gewinnpunktekonto auf 26 ½ , die meisten, die je ein Profi bei diesem transatlantischen Duell erspielte. Aber diese Rekordverbesserung war einer der wenige positiven Erkenntnisse für die „Euros“ des ersten Tages. Denn dieser spanische Erfolg blieb der einzige im Klassischen Vierer, die am Vormittag bei herrlichem Spätsommer-Wetter (bis zu 23 Grad) ausgetragen wurden.

Bittere Erkenntnis für die Gäste

Am Nachmittag, als der Wind mit Böen bis zu 45 Kilometer in der Stunde kräftig auffrischte und am Ende gar leichter Regen das Spiel auf dem 6757 Meter (Par 71) langen Platz erschwerte, konnte Rahm im Vierball mit Tyrell Hatton gegen die extrem stark spielenden Bryson DeChambeau und Scottie Scheffler noch ein Remis erzielen. Beide lochten in den entscheidenden Momente wichtige Putts, den entscheidenden versenkte Hatton zum Birdie und zum Gewinn des halben Punktes am 18. Loch aus zwei Meter im Loch. Den zweiten halben Punkt für Europa holte am Nachmittag das englische-norwegische Duo Tommy Fleetwood und Viktor Hovland gegen Justin Thomas und Patrick Cantlay.

Doch dieses Unentschieden war eher eine Enttäuschung, den die beiden verspielten auf den zweiten neun Löchern eine hohe Führung (drei auf nach acht Löchern).Doch die bitterste Erkenntnis für die Gäste war eine andere: Der langjährige Weltranglistenerste Rory McIlroy verlor bei seinem sechsten Einsatz zum ersten Mal an einem Tag zwei Matches – und beide sogar deutlich. Im Klassischen Vierer unterlag er gemeinsam mit dem Engländer Ian Poulter. Die Kalifornier Patrick Cantlay und Xander Schauffele siegten 5&3. Auch am Nachmittag war der 32 Jahre alte Nordire gemeinsam mit dem Iren Shane Lowry gegen das Duo Tony Finau und Harris English chancenlos (4&3).

Dagegen zeigten die Amerikaner, warum in ihrem Team acht Profis stehen, die unter den Top Ten der Weltrangliste stehen. Dustin Johnson, der Zweite in diesem Ranking, gewann bei seinem dritten Einsatz beide Matches, ein Coup, der auch Olympiasieger Schauffele gelang. Doch am meisten begeisterte die 40.000 Fans DeChambeau mit seinen gewaltigen Abschlägen, der längste am fünften Loch rollte erst nach 376 Metern aus.

Trotz des hohen Rückstand verbreitet Kapitän Harrington noch Optimismus: „Mein Team hat gut gespielt. Leider haben wir nie richtig Momentum bekommen. Die Amerikaner haben mehr Putts gelocht. Aber das kann sich morgen wieder ändern.“

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