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Ängste und Defizite: Coaching an Grundschulen soll Folgen der Corona-Krise abmildern

Oberberg -

Wie sehr Kinder unter der Corona-Pandemie gelitten haben, das wird derzeit an den Schulen immer deutlicher, auch im Oberbergischen Kreis. Homeoffice, Wechselunterricht, Lockdown, kaum soziale Kontakte – die Pandemie mit ständig neuen Regeln und viel Unsicherheit hat für zahlreiche Defizite gerade bei den Jüngsten gesorgt, und zwar in ganz unterschiedlichen Bereichen. Diese sollen nun aufgearbeitet werden.

Gefördert werden Kommunikation, Teamfähigkeit und Sozialverhalten

Dazu bietet der Wiehler Träger der freien Jugendhilfe, die Decker Sozialraummanagement GmbH, an den Grundschulen, an denen er bereits eine strukturierte Schulsozialarbeit durchführt, bald ein sogenanntes Kindercoaching an. Bestand die strukturierte Schulsozialarbeit des Trägers bisher darin, als Bindeglied zwischen Schule und Elternhaus den Lehrern und Erziehungsberechtigten als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, so liegt der Fokus jetzt auf den Kindern.

Ziel des Coachings ist es, Grundschulkindern in Gruppen- und Einzelsettings Unterstützung anzubieten. Gefördert werden die Bereiche Kommunikation, Teamfähigkeit und das Sozialverhalten.

„Durch die Corona-Pandemie sind große Lücken, Ängste und Sorgen entstanden – sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern“, berichtet Ann-Cathrin Lück, pädagogische Leiterin der Decker Sozialraummanagement GmbH. Durch den lange Zeit fehlenden Präsenzunterricht seien die so wichtigen sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen im Schulalltag weggefallen, und auch in der Freizeit konnten sich die Kinder kaum treffen.

Erstklässer haben Angst vor dem Schulweg alleine

Vor allem Erstklässler hätten zudem Angst, wieder in die Schule zu gehen oder den Schulweg alleine zu bewältigen, berichtet Lück. „Die Kinder waren sieben Tage in der Woche rund um die Uhr zu Hause mit ihren Eltern zusammen und waren behütet.

Nun müssen sie sich wieder trauen, alleine den Schritt nach draußen zu wagen“, schildert Sozialpädagogin Natalie Dietrich, die das Kindercoaching des Trägers betreut. Genau bei diesem Schritt in den normalen Schulalltag möchten Dietrich und ihre Kolleginnen die Kinder begleiten und ihnen verlorenes Selbstbewusstsein zurückgeben.

Sozialverhalten in Spielsituationen üben

Doch wie genau läuft das Kindercoaching an den Grundschulen ab? Ann-Cathrin Lück erklärt: „Wir haben zunächst ein Konzept geschrieben und an den Schulen vorgestellt. Die Lehrer können uns Kinder nennen, die im Unterricht Defizite im sozialen Verhalten zeigen. Wir beraten uns dann gemeinsam mit der Schule und den Eltern, inwiefern wir diese Kinder in Form eines Gruppencoachings oder auch eines Einzelcoachings unterstützen können.“

Das Coaching finde im Rahmen des Schulalltags und in den Räumen der Schule am Vormittag statt. Anhand von Spielsituationen werde das Sozialverhalten geübt, zum Beispiel unter der Frage: Wie verhalte ich mich in einer Gruppe? „Viele Kinder haben in der Pandemie auch die Regeln vergessen, an die man sich in bestimmten Kontexten halten muss“, weiß Lück.

Durchgeführt werden die Kindercoachings von vier Studentinnen der sozialen Arbeit, die im Rahmen eines duales Studium beim Träger arbeiten und von Natalie Dietrich fachlich angeleitet werden. Wie häufig und wie lange diese Coachings dann stattfinden, das hänge vom Bedarf ab, so Lück. Finanzielle Unterstützung gibt es vom Jugendamt des Oberbergischen Kreises, dem Fördermittel für die zusätzliche Schulsozialarbeit aus der Landeskasse zur Verfügung stehen.