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Arbeit, Läden und Kultur in der Nähe: Die Vision der 15-Minuten-Stadt

Eine Vision geht unter Städteplanern um: die 15-Minuten-Stadt. Innerhalb einer Viertelstunde soll jeder von seiner Wohnung zu Fuß oder mit dem Fahrrad alles erreichen können, was es zum Leben braucht – den Arbeitsplatz, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen, Ärzte, Parks, Fitnessstudios und Kultur. Umweltfreundlicher und sozialer soll die Stadt der kurzen Wege sein. Oder besser gesagt: das Dorf in der Stadt, denn nichts anderes verbirgt sich hinter diesem vermeintlich revolutionären Konzept.

Seit Carlos Moreno von der Pariser Universität Sorbonne seine „ville du quart d’heure“ zum ersten Mal skizziert hat, gibt es kein Halten mehr. Ob in Paris, London, Melbourne oder Detroit: Rund um den Globus planen Stadtoberhäupter auf einmal in Viertelstunden- oder 20-Minuten-Radien. Auch auf dem deutschen Tag der Städtebauförderung an diesem Samstag dürfte das Thema eine Rolle spielen. In Hamburg und Bochum gibt es längst Sympathien, die Stadtentwicklung in diese Richtung zu lenken. Unterdessen wird in Schweden mit der Idee einer Ein-Minuten-Stadt schon das Zeitalter des „Hyper-Lokalen“ ausgerufen. Das ganze Leben, direkt vor der Haustür – könnte es etwas Besseres geben?

München bald im Dauerstau?

Nun, womöglich schon. Es lohnt sich, in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, was einst den Trend zur Urbanisierung ausgelöst hat: die Vielfalt, die Städte auf einer überschaubaren Fläche bieten. Zum Beispiel die Chance, in der Zentrale eines großen Konzerns oder in einem vielversprechenden Start-up zu arbeiten, oft noch dazu in architektonisch interessanten Gebäuden. Die Auswahl, in welches Restaurant man nach Feierabend geht, vom angesagten Imbiss bis zum preisgekrönten Sterne-Lokal. Die Möglichkeit, Theater und Opernhäuser zu besuchen, in denen Stars von Weltrang auftreten. Für all das ziehen seit Jahrzehnten Menschen aus ländlichen Regionen in Städte. Und nehmen dort bereitwillig auch mal längere Wege in Kauf.

Das soll nicht heißen, dass in den Großstädten alles gut ist, wie es ist. Dass Wohnungssuchende in innenstadtnahen Vierteln Schlange stehen und immer höhere Mieten zahlen müssen, ist ein stetes Ärgernis, ebenso wie chronisch verstopfte Straßen. Zwar hat der Zuzug in die Städte in Deutschland coronabedingt eine Pause eingelegt, über kurz oder lang dürfte er aber wieder einsetzen, inklusive der unerwünschten Begleiterscheinungen.

Für München sagen Verkehrsforscher voraus, dass es dort statt der heutigen Stoßzeiten im Berufsverkehr im Jahr 2030 von morgens um sechs bis abends um neun eine Art Dauerstau geben wird. Doch die Antwort auf solche Prognosen kann kaum sein, eine Stadt in einzelne Viertel zu zerlegen, aus denen sich die Bewohner nach Möglichkeit nicht mehr hinausbewegen. Nicht die Bewohner sollten sich der Infrastruktur anpassen müssen, sondern die Infrastruktur den Bedürfnissen der Bewohner.

Experimente mit mauen Ergebnissen

Dort, wo die Vision der 15-Minuten-Stadt schon umgesetzt wird, beschränkt sie sich bislang vor allem auf den Schlachtruf: Autos raus! In Paris sollen nach dem Willen von Bürgermeisterin Anne Hidalgo in den kommenden Jahren knapp drei Viertel der öffentlichen Parkplätze wegfallen, 60.000 an der Zahl. Dafür soll bis 2024 jede Straße eine Fahrradspur bekommen. Barcelona schafft derzeit sogenannte „Superblocks“, 400 mal 400 Meter große Karrees, in denen die Straßen zu Grünflächen und Spielplätzen werden. In Berlin wird der neue Stadtteil auf dem Gelände des früheren Flughafens Tegel als autofreie Zone geplant.

Dabei hält sich in jenen Städten, die vielbefahrene Straßen schon zu öffentlichen Freiluft-Wohnzimmern umgewidmet haben, der Erfolg eher in Grenzen, wie die Experimente am Frankfurter Mainufer oder in der Berliner Friedrichstraße zeigen. Ob es an der Ideenlosigkeit – ein paar Blumenkübel und Bänke allein sind noch kein Konzept – oder an den hiesigen Wetterverhältnissen liegt, die nicht ganz so einladend sind wie im Süden Europas, sei dahingestellt. Offenbar bevorzugen die Menschen jedenfalls Treffen an anderen Orten.

Selbst wenn man unterstellt, dass die Lebensqualität innerhalb der einzelnen Viertel durch die radikale Verkehrsberuhigung steigt – für diejenigen, die auch mal weitere Distanzen in einer Stadt zurücklegen wollen, wird das Leben ohne Auto deutlich mühsamer. Bis die autonom fahrenden Elektrobusse, die in den entsprechenden Visualisierungen häufig zu sehen sind, tatsächlich im Minutentakt auf den Hauptverkehrsachsen pendeln, dürften, wenn es überhaupt so weit kommt, noch viele Jahre vergehen. So griffig die Vision einer 15-Minuten-Stadt auch klingen mag – aus Großstädtern Dorfbewohner wider Willen zu machen, sollte nicht die Strategie von Stadtplanern sein.

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