Germany

ARD-Wahlarena: Arbeitssuchende schildert Laschet ihr Schicksal – der kann ihr kaum Hoffnung machen

Unionskanzler-Kandidat Armin Laschet wirkt im Gespräch mit Bürgern und Journalisten nicht immer souverän. Jetzt ist Laschet auf eine arbeitslose Frau getroffen - und geriet ins Schwitzen.

Lübeck - Eine arbeitssuchende Frau hat Armin Laschet in der ARD ihr Schicksal geschildert – und den Unions-Kanzlerkandidaten damit in Erklärungsnot gebracht. „Ich habe eine Frage zu den Langzeitarbeitslosen, speziell Frauen im Alter von 50 Jahren aufwärts“, hob sie in der „Wahlarena“-Sendung vom 15. September an.

„Was mir große Sorgen bereitet ist, dass diese keinen Job finden.“ Sie sei selbst betroffen, seit 2015 ihre Firma verkauft wurden. Mehrere Weiterbildungen und Prüfungen haben sie seither erfolgreich absolviert. „Ich bewerbe mich seit dieser Zeit fast täglich.“ Ohne Erfolg bislang. „Die Leute wollen arbeiten – aber was haben die für Möglichkeiten? Was macht die Politik?“, wendet die in Essen (NRW) lebende Frau sich eindringlich an Laschet.

„Wahlarena“ (ARD): Langzeitarbeitslose hat Frage an Armin Laschet


Der CDU-Chef sieht bestürzt aus. „Was haben Sie gemacht in der Firma?“, fragt er nach. Dort war sie als Bürokauffrau tätig, inzwischen haben sie eine Weiterbildung in Finanzbuchhaltung mit der IHK-Note „sehr gut“ abgeschlossen, außerdem noch Fortbildungen in Personalmanagement, Lohngehaltsbuchhaltung und Englisch. „Ich möchte jetzt Ende des Jahres meine Ausbilder-Eignungsprüfung machen – was mir fehlt, ist ein sozialversicherungspflichtiger Job, um Menschen, die in meiner Situation sind, auch helfen zu können.“

NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz, der mit WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni durch die Live-Sendung führt, fordert Laschet an dieser Stelle zu einer Antwort auf. Der räuspert sich: „Also danke, dass Sie das hier so offen schildern“, wendet er sich an die Frau. Ihr Fall zeige, dass es falsch sei, Arbeitslosen pauschal zu unterstellen, sie wollten nicht arbeiten.

„Wir haben lange das Problem gehabt, dass man sagt, wir wollen eigentlich nur Jüngere einstellen und stellen Ältere nicht mehr ein. Das ist aus meiner Sicht von den Arbeitgebern eigentlich ein Fehler. Denn Sie bringen so viel Erfahrung mit, dass Sie sicherlich ein Gewinn für jeden Betrieb wären“, fährt Laschet fort.

Wahlkampf im ARD-Sendung: Laschet bittet um Telefonnummer von Fragestellerin


Dann verhaspelt er sich. „Ich glaube, es haben auch viele zugehört – wenn ein kluger Arbeitgeber dabei wäre, er würde Sie einstellen!“ Ihm erzählten manchmal Arbeitgeber, sie würden keine passenden Mitarbeiter finden. „Und dann sag‘ ich meistens: ‚Das kann nicht sein.‘“ Das Unions-Wahlprogramm erwähnt Laschet in Bezug auf das Problem indes nicht. Er bitte Cichowicz, die Telefonnummer der Frau aufzuschreiben: „Und wenn mir dann nochmal jemand sagt, ich finde keinen...“ – dann will Laschet anscheinend vermitteln.

„Wir müssen mehr Ältere ins Berufsleben zurückbringen“, bekräftigt der CDU-Politiker, bevor es nach gut drei Minuten weiter zum nächsten Fragesteller geht. Wie zuvor schon die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, und SPD-Bewerber Olaf Scholz beantwortete Laschet in der 75-Minuten-Sendung ausschließlich Zuschauerfragen.

Bundestagswahl: Unions-Politiker wollen Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit verpflichten

Anfang September hatten Politiker von Union und Freien Wählern vorgeschlagen, Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit zu verpflichten. Ihm schwebe eine Regelung für Menschen vor, „die Leistungen vom Staat erhalten und nicht bereit sind, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagte der CDU-Vorsitzende von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, der Bild-Zeitung. Demnach könnten die Arbeitslosen etwa Laub fegen oder Müll sammeln.

Es gehe vor allem darum, „die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in das Arbeitsleben erleichtern“, sagte Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger der Bild. Der CSU-Innenexperte Michael Kuffer erhofft sich für die Arbeitslosen „Wertschätzung und eine persönliche Beziehung zu unserem Gemeinwesen“. Zuspruch für die Idee kam auch vom Vorsitzenden der Freien Wähler, Hubert Aiwanger

Deutliche Kritik an den Plänen übten SPD und Linkspartei. „Die Not der Union muss groß sein, wenn sie den Ausweg aus dem Umfragetief darin sieht, auf die Ärmsten der Armen draufzuhauen“, erklärte Linken-Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler. „Das ist perfide und ohne Anstand.“ „Da reden Leute, die keine Ahnung von Arbeitsmarktpolitik haben, aber angesichts ihrer traurigen Umfragen an dumpfe Gefühle appellieren“, urteilte SPD-Fraktionsvize Katja Mast. (frs mit Material der AFP)

Football news:

Lille-Trainer: Benzema ist ein herausragender Spieler. Für den Goldenen Ball braucht Lille-Trainer Jocelyn Gurvennek den Goldenen Ball, den Real-Stürmer Karim Benzema in diesem Jahr bekommen soll
Sandro Wagner: Messi hat den Goldenen Ball nicht verdient. Chiellini ist der Favorit, hinter ihm kommt Lewandowski
Gary Neville: Die Stars von Manchester United pflügen nicht wie de Bruyne, Mané, Bernard und Firmino. Ihnen fehlt diese Arbeitsmoral
Salah verwandelte Messi. Lineker über Liverpool-Stürmer Gary Lineker über Liverpool-Stürmer Mohamed Salah
Wir werden diejenigen bestrafen, die Glick im Spiel gegen England unangemessen Rassismus vorgeworfen haben. Der polnische Fußballverband hat die FIFA aufgefordert, diejenigen zu bestrafen, die Polens Verteidiger Kamil Glik Rassismus vorgeworfen haben
Der 28-jährige Kroate wurde in der 36. Minute wegen einer Muskelverletzung ausgewechselt. Als er das Feld verließ, war er gestürzt
Newcastle Budget für den Winter - 50 Millionen Pfund, obwohl der Klub das Recht, 190 Millionen ausgeben, ohne die FFP