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Auftaktsieg in der Europa League: Bayer 04 müht sich zum 2:1 gegen Stögers Budapest

Leverkusen -

Die Leverkusener Fans sangen am Donnerstagabend glücklich und erwähnten in jeder ihrer Jubelstrophen den Namen des Vereins von der anderen Rheinseite. Die Mannschaft erschien artig, verzichtete aber auf Jubelausbrüche in ähnlicher Dimension. Sie hatte die Pflichtaufgabe Ferencvaros Budapest zum Beginn der Europa-League-Saison mit einem 2:1-Sieg gelöst. Der Fußball, den Bayer 04 dabei gezeigt hatte, war allerdings in vielen Punkten kritikwürdig. Das wussten sie alle und schlichen deshalb eher nachdenklich in die Kabinen. Außer Florian Wirtz, der in der 69. Minute den Siegtreffer erzielt und einen Europacup-Fehlstart verhindert hatte. „Schlecht ist er nicht. Macht Spaß, ihm zuzuschauen. Nur heute nicht“, sagte der Ex-Kölner und jetzige Ferencvaros-Coach Peter Stöger über den Ex-Kölner Wirtz. Insgesamt war Stöger bei seiner Rückkehr ins Rheinland nicht enttäuscht: „Wir haben mutig gespielt gegen eine Klassemannschaft. Am Ende waren ein, zwei Momente gegen uns. Mit der Leistung bin ich zufrieden“, sagte der Österreicher.

Sein Kollege gab sich versöhnlich, nach schwachem Start hatte die Leverkusener Elf immerhin das geforderte Resultat geliefert. "Wir haben nicht gut angefangen, die Abstände haben nicht gepasst. Danach wurde es besser. Es war wie ein Steigerungslauf mit einem schlechten Beginn", sagte Gerardo Seoane.

Seoane baut um

Gerardo Seoane hatte die Mannschaft im Vergleich zum Spektakel-Spiel gegen Dortmund auf vier Positionen umgebaut. Alario, Sinkgraven, Palacios und Adli kamen für Schick, Bakker, Andrich und Paulinho. Aber das kann unmöglich der Grund dafür gewesen sein, dass Bayer 04 die Partie gegen Budapest begann, als hätte man sich am freien Tag zu einem Spaßkick getroffen. Dem ungarischen Rekordmeister genügte ein entschlossenes Pressing, um den hohen Favoriten in der ersten Viertelstunde ins Wanken zu bringen. Nach sieben Minuten und 30 Sekunden lag der Ball im Netz des Bayer-Tores. Die Werkself hatte ihre rechte Abwehrseite unbeachtet gelassen, der schnelle Tokmac Nguen erlief einen Pass und entwischte Odilon Kossounou, in der Mitte hatte sich Ryan Mmae hinter Jonathan Tah freigestohlen und drückte das Zuspiel mühelos ins Tor. Peter Stöger hüpfte inmitten seines Budapester Trainerteams vor Freude.

Ganz schwacher Beginn

Alles hatten die Experten erwartet, aber nicht einen solchen Beginn. Bayer 04 ließ Kompaktheit, Willen, Präzision und Lust vermissen. Als würde die Mannschaft ihre Beteuerungen der letzten Saison, sie wolle in der Europa League nicht spielen, nun Taten folgen lassen. Vier schnelle Ferencvaros-Angreifer, vor denen Seoane gewarnt hatte, genügten, um ihre Schwachstellen erbarmungslos offenzulegen. Der Trainer stand konsterniert an der Seitenlinie und versuchte, Geschlossenheit in seinen Reihen herzustellen. Als Kerem Demirbay nach 15 Minuten zum ersten Mal aufs Tor von Ferencvaros schoss, wirkte das wie ein Lebenszeichen.

Obwohl Leverkusen danach weit entfernt davon war, alles richtig zu machen, entstanden alleine durch individuelle Überlegenheit Chancen. Demirbay scheiterte mit einem 25-Meter-Freistoß am guten Torhüter Denes Dibusz, der fischte den Ball ebenso aus dem Torwinkel (25.) wie einen Drehschuss von Lucas Alario (31.). Kurze Zeit später stürmte Frimpong an die Grundlinie, legte den Ball schön zurück und Exequiel Palacios schoss ihn wunderschön in den Torwinkel. Damit war das Resultat auf 1:1 gestellt, aber die Defensiv-Anfälligkeit von Bayer nicht behoben.

VAR schreitet ein

In der 38. Minute kommt nach einem Eckball Samy Mmaee frei zum Kopfball, der von Demirbay abgewehrt wird. Balint Vecsei sagt danke und schießt ihn ins Tor. Wieder jubelt die ungarische Traube um Peter Stöger, die Spiele laufen zum Anstoß, aber Schiedsrichter Treimanis aus Lettland hört den VAR im Ohr: Dem Schützen war der Ball an den angelegten Arm gesprungen. Das Tor zählt nicht. Großes Glück für Bayer 04, man hätte auch anders entscheiden können. Danach hagelte es Chancen im Minutentakt. Bayer war mehrmals kurz vor der Führung, aber weil Tahs vermeintliches Kopfball-Tor wegen Aufstützens annulliert wurde und Diaby scheiterte, hatte das 1:1 zur Pause Bestand.

Bayer 04 weist Geschenke zurück

Wer aber glaubte, dass der potenzielle Klassenunterschied zwischen Bayer 04 und Ferencvaros danach von selbst zum Tragen gekommen wäre, hatte sich geirrt. Die Ungarn blieben mutig und frech und legten die Mängel der Werkself weiter offen. Mehrmals fehlte ihnen in einem wild werdenden Spiel nur Ruhe und Abgeklärtheit beim letzten Pass. Bayer 04 schaffte es nie, Ruhe und Sicherheit in sein Spiel zu bringen, blieb unpräzise und nahm lange Zeit die Geschenke der Ungarn, die den einen oder anderen Ball verloren, nicht an. Bis zur 69. Minute. Da erzwang der gerade eingewechselte Karim Bellarabi einen Fehlpass, Jeremy Frimpong rauschte mit seiner Schnelligkeit heran, sah Florian Wirtz, der sich im Strafraum freigestohlen hatte und servierte perfekt. Das war aber nicht das Tor. Dazu war dann doch ein Moment der fußballerischen Klasse nötig. Es war kein Zufall, dass der Jüngste sie aufblitzen ließ. Man sah förmlich, wie den Teenager in diesem Moment Eiseskälte durchströmte. Er machte keine Bewegung zu viel, fixierte den Punkt im Tor, wo der Ball hinmusste und schnipste ihn in dem Moment hinein, als ein Verteidiger in den Schuss fallen wollte. Das reichte zum Sieg.

Bayer Leverkusen: Hradecky - Frimpong, Kossounou, Tah, Sinkgraven (66. Hincapié) - Palacios (50. Aranguiz), Demirbay - Diaby, Wirtz (81. Amiri), Adli (67. Bellarabi) - Alario (66. Schick); Ferencváros: Dibusz - Wingo, Blazic, S. Mmaee, Civic - Vécsei (66. Uzuni), Zachariassen, Loncar (76. Gavric) - Nguen, Subkow (86. Cabraja) - R. Mmaee. – Schiedsrichter: Treimanis (Lettland);  - Zuschauer: 11 013; Tore:

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