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Bad Wildunger Gymnasiasten präsentieren Wahlprogramm-Check

Politik im Blick: Bad Wildunger Gymnasiasten haben für einen Wahlprogramm-Check die im Bundestag vertretenen Parteien analysiert.

Bad Wildunger Gymnasiasten beschäftigen sich intensiv mit Politik. Sie haben bei einer Onlineveranstaltung einen Wahlprogramm-Check für die im Bundestag vertrenen Parteien präsentiert.

Bad Wildungen – Junge Menschen machen einen kleineren Anteil der Wählerschaft aus als ältere, gehen seltener zur Wahl und sind in der Volksvertretung unterrepräsentiert. Was hat das für Auswirkungen?

Ist es in Ordnung, Staatsschulden und Umweltprobleme auf die nächste Generation abzuwälzen? 70 Teilnehmer einer Onlineveranstaltung der Evangelischen Akademie Frankfurt und Hofgeismar befassten sich mit Politik und der Generation „Power Gap“ (Machtlücke).

Bildung, Digitalisierung und Klimaschutz im Fokus

Moritz Piepel von der Generationen-Stiftung ging in seinem Impulsvortrag unter dem Titel „Mind the gap!“(Achte auf die Lücke) auf politische Machtgefälle und Generationengerechtigkeit ein und forderte: Bei jeder Entscheidung auch die kommenden Generationen im Blick behalten und sich um das Wohlergehen aller Menschen kümmern. Er appellierte, wählen zu gehen und sich zu engagieren. Großeltern und Enkel sollten miteinander im Gespräch bleiben.

Die 13 Schülerinnen und Schüler des Politik- und Wirtschaft-Leistungskurses der Q3 vom Gustav-Stresemann-Gymnasium präsentierten einen Wahlprogramm-Check, indem sie die Pläne der im Bundestag vertretenen Parteien analysierten. Im Fokus Themen, die für jüngere Leute interessant sind: Bildung, Digitalisierung, Klimaschutz.

Wahlprogramme aus Sicht der Schüler zu lang und kompliziert

Bei der Frage, inwiefern es den Parteien gelingt, ein junges Publikum anzusprechen, kamen die Gymnasiasten zu unterschiedlichen Ergebnissen. Beurteilt wurde auch der Auftritt der Parteien in den Social Media-Kanälen, wo deren Medienpräsenz für ein jüngeres Publikum im politischen Willensbildungsprozess eine zentrale Rolle spielt.

Laut der Schülerin Maylin Ullrich beabsichtigten alle Parteien, Familien zu unterstützen und Digitalisierung voranzutreiben. Mit Ausnahme der AfD hätten die Parteien auch den Klimaschutz im Blick, was als wesentlicher Fortschritt im Vergleich zu früheren Jahren ausgemacht wurde.

Positiv bewertete Maylin die aktivere Präsenz auf Social Media-Kanälen. Dadurch zeigten Parteien jungen Leuten, dass Politik auch spannend sein könne. Wahlprogramme spielten zur Information keine große Rolle, weil sie viel zu lang und kompliziert seien. Gleichwohl sei es wichtig, dass Parteien ihre Forderungen und Ziele öffentlich darlegten. Maylin schlug vor, dass Parteien verstärkt auf kurze Videos und Podcasts setzen sollten, um zu informieren und Ziele zu bewerben.

Chancen politischer Teilhabe aufgezeigt

Im weiteren Verlauf der Onlineveranstaltung, in der zwischendurch Meinungen der Teilnehmenden bei Echtzeit-Abstimmungen abgefragt wurden, ging Kati Sesterhenn vom Hessischen Jugendring der Frage nach, wie Jugendbeteiligung auf Landesebene gelingen kann. Katharina Liesenberg von dem Verein „mehr als wählen“ schilderte die Erfahrungen eines Frankfurter Projekts für mehr lokale Demokratie.

Die Studienleiter der Evangelischen Akademie, Dr. Stina Kjellgren und Uwe Jakubczyk, zogen ein positives Fazit der Veranstaltung, in der Chancen politischer Teilhabe aufgezeigt wurden.

Die Teilnahme reihte sich in eine Vielzahl an Aktivitäten des Gustav-Stresemann-Gymnasiums zur Bundestagswahl ein, die der Demokratiebildung als einem zentralen Bereich der UNESCO-Bildungsziele dienen.