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Brings begeisterte im Rhein-Sieg-Forum in Siegburg : Ein Stück kölsche Normalität

Siegburg -

Man(n) zeigte Bein im Rhein-Sieg-Forum. Trotz der kühlen Temperaturen ließen es sich einige hartgesottene Fans nicht nehmen, zum Brings-Konzert im kultigen Schottenrock der kölschen Erfolgsband zu erscheinen. Das kleinkarierte Karo-Muster, Markenzeichen der Formation, war allgegenwärtig auf Hüten, Schals und Hosen.

Tatsächlich war es ein ganz normales Brings-Konzert und das ist das eigentlich Bemerkenswerte in Corona-Zeiten. Wie wenig selbstverständlich dies auch für die Musiker war, machte Sänger Peter Brings dem Publikum im gut gefüllten Saal zur Begrüßung deutlich: „Wir sind euch wirklich dankbar, dass ihr gekommen seid.“ Immerhin waren die Bedingungen für den Konzertbesuch noch einmal verschärft worden: Besucher mussten geimpft oder genesen sein sowie zusätzlich einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test vorlegen.

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Peter Brings outete sich als Weihnachtsmuffel. 

Auflagen, die keine Rolle mehr spielten, kaum dass die ersten Akkorde erklungen waren. Das Mitsingkonzert stand unter dem Motto „singsulautdekanns!“, die Besucher hatten dafür am Eingang ein Heft mit den Liedtexten erhalten. Mit „Mir sin widder do“ nahm die Formation mit Peter Brings (Gesang, Gitarre), Stephan Brings (Bass, Gesang), Kai Engel (Keyboard, Gesang), Harry Alfter (Gitarre, Gesang) und Christian Blüm (Schlagzeug) das große Thema der vergangenen Monate erneut auf. Schon bei dem zweiten Stück „Loss Dich falle“ hielt es viele Zuhörer nicht mehr auf den Stühlen, sie verwandelten das Rhein Sieg Forum ein eine Tanz-Arena. „Ach, wie habe ich das vermisst“, meinte eine Besucherin zu ihrer Begleiterin.

Früh schon hatten Brings verstanden, wie gut sich Polka-Klänge im kölschen Karneval machen und wie schunkelfreundlich Balkan-Pop ist. Die „Quetsch“ und das Saxofon setzten die Akzente, gerade dann, wenn es galt, musikalisch Gas zu geben. Im dritten Stück „För immer Hippi“, dem schmissigen Abgesang auf geschmeidige Karriere-Pläne und Bausparvertrag, fand sich die Band zwischen Hardrock und Ska wieder.

Heiligabend unter einem Plastikstern in Nippes

Die Reminiszenzen an die Adventszeit durften nicht fehlen, auch wenn sich Peter Brings als Weihnachtsmuffel outete, der sich musikalisch am Heiligabend „unter einem Plastikstern in Nippes“ wiederfindet.

Für die Band bot das beliebte Mitsing-Format auch die Gelegenheit, ihre ganze Vielseitigkeit zu zeigen. So zog Gitarrist Harry Alfter bei seiner Gesangseinlage den Kult-Schlager „Tränen lügen nicht“ genüsslich durch den Schmalztopf. Der Zarah-Leander-Klassiker „Nur nicht aus Liebe weinen“ war die Hommage an die Kindheit von Brings‘ Vater Rolly, für den die sonntäglichen Kino-Besuche die Höhepunkte seines Alltags waren.

„Su lang mehr noch am Lääve sin“ startete als fast schwermütige Ballade, ehe sie dann richtig eskalierte. Und dem recht aktuellen "Un mer singe Alaaf, vielleich e betzje stiller …" verpasste die Band eine Gospel-Anmutung. Das war Live-Musik als Seelenmassage, für die Künstler und ihr Publikum.