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Covid-19-Pandemie - Wie sehr hat Corona ins Handwerk gepfuscht?

BILD am SONNTAG: Herr Schwannecke, wie ist das Handwerk durch die Corona-Krise gekommen?

HOLGER SCHWANNECKE: Corona hat das Handwerk ganz unterschiedlich erwischt: Einige Gewerke hat es in die Knie gezwungen, andere haben Schrammen davongetragen, doch zahlreiche Gewerke haben sich ganz gut auf den Beinen halten können. Unterm Strich hat sich das Gesamthandwerk auch in dieser Krise einmal mehr als Stabili-tätsanker erwiesen.

Welche Branchen haben sich als besonders krisensicher erwiesen?

All die Branchen, die trotz der Lockdown-Einschränkungen relativ unbeeinträchtigt weiterarbeiten konnten, das waren vor allem die Bau- und Ausbauhandwerke.

Welche Lehren ziehen Sie aus 19 Monaten Pandemie?

Das Handwerk hat sich kreativ, anpassungsfähig und äußerst flexibel gezeigt. Viele Betriebe haben schnell auf neue Produkte umgestellt und andere Wege gefunden, ihre Dienstleistung zu erbringen. Bremsklötze kamen eher von außen: bürokratische Hürden – nicht zuletzt durch zu komplizierte Antragsverfahren für Hilfen –, uneinheitliche und unübersichtliche Corona-Hygiene- und Lockdown-Regelungen.

Die Pandemie traf die Branchen unterschiedlich hart. Friseure wie Marco Trapani (52) mussten zeitweise komplett dichtmachen. Heute darf der Dortmunder zum Glück wieder Kundschaft empfangen
Die Pandemie traf die Branchen unterschiedlich hart. Friseure wie Marco Trapani (52) mussten zeitweise komplett dichtmachen. Heute darf der Dortmunder zum Glück wieder Kundschaft empfangenFoto: Stephan Schuetze

Hat sich das Ansehen des Handwerks in der Krise verändert?

Die Krise hat die Systemrelevanz des Handwerks unter Beweis gestellt. Gebäudereiniger halten die Kliniken sauber, Bäcker, Konditoren und Metzger haben ihre Kunden durchgängig weiter versorgt, Ausbauhandwerke haben während des Lockdowns Schulen wieder auf Vordermann gebracht. Das sind nur einige wenige Beispiele, die aber zeigen: Nur mit dem Handwerk läuft es. Wir brauchen an den zentralen Stellen in unserer Gesellschaft und Wirtschaft beruflich qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker.

Was muss die nächste Bundesregierung tun, damit das Handwerk gestärkt aus der Pandemie kommt?

Unbedingt weitere Belastungen vermeiden! Bei Sozialabgaben, Steuern und Bürokratie müssen die Betriebe endlich wieder Luft zum Atmen haben, damit sie wirtschaftlich erfolgreich arbeiten und Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten können. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen entschlackt und digitaler werden. Und damit der Fachkräftebedarf nicht zum Nadelöhr für die Umsetzung künftiger Vorhaben wird – besonders auch im Klimaschutz und bei der Energiewende –, muss die Politik die berufliche Bildung auch finanziell viel stärker als bislang fördern und unterstützen.

Wie kann ein weiterer Lockdown verhindert werden?

Am wirksamsten durch sehr viele weitere Impfungen. Anders als im Vorjahr haben wir mit dem Impfen nun ein wirksames Instrument, um präventiv einen Lockdown zu verhindern. Wer will, dass unsere Betriebe wieder ohne Einschränkungen arbeiten und ausbilden können, der muss sich impfen lassen.

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