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Delta-Variante in Deutschland: Bei Fachleuten läuten die Alarmglocken

Der Anteil der Delta-Variante steigt. Holetschek rät zu „allerhöchster Wachsamkeit“, Lauterbach Lauterbach macht sich um Kinder Sorgen.

Berlin - Wie viel Sorgen muss man sich wegen der Delta-Variante wirklich machen? Eine schwierige Frage. Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt jedenfalls, dass mit dieser als besonders infektiös geltenden Corona*-Variante nicht zu spaßen ist. So war erst vor kurzem Boris Johnson gezwungen, das Lockdown-Ende in England vorerst aufzuschieben*. Unter dem Druck rasant steigender Infektionszahlen wurden die Corona-Einschränkungen um vier Wochen verlängert. Der ersehnte „Freedom Day“ soll nun statt am 21. Juni erst am 19. Juli steigen. Unterdessen wird die portugiesische Hauptstadt Lissabon zumindest für das Wochenende vom 18.06 bis zum 21.06. abgeriegelt*.

Die Delta-Variante des Coronavirus ist besonders ansteckend.

Corona in Deutschland: Montgomery besorgt über Delta-Virusvariante

In Deutschland ist die Delta-Variante derzeit noch wenig verbreitet, ihr Anteil steigt aber. Er lag laut jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts bei 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni). In der Woche davor waren es noch 3,7 Prozent. Aufgrund dieser Entwicklung warf nun Frank Ulrich Montgomery die Frage auf, ob die aktuellen Corona-Lockerungen nicht zu weit gingen. Der Vorsitzende des Weltärztebundes erwartet, dass sich die Delta-Variante in Deutschland noch schneller ausbreiten wird als die bisherigen Modifikationen. „Das Tückische bei dieser Variante ist, dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

Er mahnte, im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen sollten unbedingt weiterhin FFP2-Masken getragen werden. Die Länder sollten außerdem „die politische Größe haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen sollten. So, wie es die britische Regierung jetzt getan hat“, betonte der Mediziner. Montgomery mahnte zudem, nicht den Fehler des vergangenen Sommers zu wiederholen. 2020 habe man den Wiedereintrag des Virus durch Reiserückkehrer unterschätzt, im Herbst folgte eine neue Welle. „Diese Gefahr besteht jetzt wieder, wenn viele noch ungeimpfte Touristen von Partyurlauben in ganz Europa nach Deutschland zurückkehren.“

SPD-Politiker Karl Lauterbach warnt vor der Corona-Delta-Variante.

Delta-Variante in Deutschland: Karl Lauterbach sorgt sich um ungeimpfte Kinder

SPD*-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* geht unterdessen davon aus, dass die Delta-Variante in Deutschland im Herbst die dominierende Rolle spielen wird, weil sie so viel ansteckender sei. Er hoffe, dass dies nicht zu einem großen Problem ausgerechnet für die Kinder werde, die nicht geimpft seien, sagte Lauterbach in den ARD*-Tagesthemen. „Die Geimpften werden mit der Delta-Variante keine Probleme haben“, betonte der SPD-Politiker. Gegen die eingesetzten Impfstoffe komme diese Virusvariante nicht an.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU*) mahnte ebenfalls, die Delta-Virusvariante dürfe nicht unterschätzt werden. „Ihr Auftreten und ihr hoher Ansteckungsgrad zeigen uns, dass wir Corona trotz spürbar sinkender Inzidenzwerte noch nicht besiegt haben“, sagte Holetschek der Rheinischen Post. „Wir brauchen weiterhin allerhöchste Wachsamkeit. Vorsicht und Umsicht müssen weiter das Handeln bestimmen“, betonte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. (red/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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