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Denkmäler: Vom Reiz alter Mauern

Arbeit am Baudenkmal: Ein ehemaliges Ausflugslokal in Brandenburg, das Eierhäuschen im Plänterwald. Die Eröffnung ist für 2022 geplant. Bild: ZB

Baudenkmäler bieten ein besonderes Flair. Ihre Sanierung ist aber mit vielen Hürden verbunden. Steuerliche Vorteile gibt es nur, wenn alle Auflagen eingehalten werden.

Hochherrschaftliche Villen, Herrenhäuser und Fabriken bieten meist ein einzigartiges Ambiente. Derartige Gebäude prägen manchmal ganze Stadtviertel und locken deshalb auch immer wieder Investoren an, um steuerliche Vorteile im Zuge der Sanierung zu nutzen. So auch einen 30 Jahre gut verdienenden Mitarbeiter eines großen deutschen Beratungsunternehmens, der zusammen mit einem Partner eine über 100 Jahre alte Polizeiwache in Sachsen-Anhalt kaufte. Der 30-Jährige, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, bezeichnet sich eher als „einen Zahlenmenschen“. Ihn habe der Charme an der Denkmalimmobilie fasziniert. Man kaufe einen krassen Sanierungsfall und erwecke die historische Bausubstanz wieder zum Leben.

Es ist aber gar nicht so leicht, entsprechende Objekte zu finden. Der Markt sei leer gefegt, sagt Jens Rautenberg von der in Köln ansässigen Conversio-Gruppe, die jährlich eigenen Angaben zufolge rund 200 Objekte für potentielle Investoren prüft und bei einem positiven Ergebnis den Kauf empfiehlt. „Es gibt so gut wie keine Denkmäler mehr, die infrage kommen. Natürlich stehen viele Objekte unter Denkmalschutz. Aber die Investition lohnt sich ja nur, bevor die Häuser kernsaniert werden. Das heißt, wenn sie einmal saniert sind, bekomme ich dadurch keine erhöhte Abschreibung mehr.“ Dank der Wiedervereinigung habe es noch einmal einen Boom gegeben. Es habe in Städten wie Leipzig, Potsdam, Berlin und Dresden ein unfassbares Reservoir an entsprechenden Immobilien gegeben. „Im Westen war das Thema dagegen schon durch. Inzwischen sind aber auch im Osten die Häuser größtenteils durchsaniert.“