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Digi-Schnitzeljagd an ehemaliger Grenze: Musa-Projekt mit Schülern aus Göttingen und Heiligenstadt

Entwickler: Schüler des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums und der Bergschule St. Elisabeth Heiligenstadt haben mit ihren Betreuern der Musa eine App mit vier Rätsel-Radtouren entlang der ehemaligen Grenze erstellt.

Eine digitale Schnitzeljagd haben Schüler aus Göttingen und Heiligenstadt bei einem Projekt mit dem Kulturzentrum Musa entwickelt. Sie thematisiert die Deutsche Teilung.

Göttingen – Vier digitale Schnitzeljagden entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze haben gut 40 Schüler des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums und der Heiligenstädter Bergschule St. Elisabeth ausgearbeitet. Initiiert hat das Projekt „Grenzlinien – Game Touren“ das Kulturzentrum Musa in Göttingen.

Metallzäune, Minenfelder und Betontürme prägten jahrzehntelang die 1400 Kilometer lange Grenze zwischen Bundesrepublik und DDR. Die Geschichte dieses dunklen Kapitels haben gut 30 Jahre nach dem Mauerfall Schüler aufgearbeitet.

Digitale Schnitzeljagd zur Deutschen Teilung: Vier Fahrradtouren

Sie besuchten die Grenzland-Museen in Teistungen und Schilfflersgrund, sprachen mit Zeitzeugen und werteten historische Dokumente aus. Mit Unterstützung des Medienpädagogen Tobias Milde vom Verein Blickwechsel erstellten sie vier Fahrradtouren. Zu den einzelnen Stationen führt die App Actionbound, die sich kostenlos aus dem Internet aufs Smartphone herunterladen lässt.

„Die Touren beginnen jeweils an Orten, wo es freies Wlan gibt“, führt Milde aus. Die Radler fahren Stationen an, wo sich über versteckte, aber leicht zu findende QR-Codes Informationen, Interviews und Quizfragen zum jeweiligen Ort abrufen lassen. Wer sich darauf einlässt, kann aus einer mehrstündigen Radtour einen Tagesausflug machen.

Digitale Schnitzeljagd zur Deutschen Teilung: Leben im Grenzegebiet

Die erste, 40 Kilometer lange Strecke führt von Bad Sooden-Allendorf entlang der ehemaligen Grenze nach Friedland. Sie umfasst die meisten Stationen. Die Radler erfahren unter anderem, wie beschwerlich die DDR den Menschen das Leben im grenznahen Sperrgebiet machte.

Personen, die den Kommunisten als „politisch unzuverlässig“ erschienen, wurden 1952 und 1961 in zwei großangelegten Aktionen, „Ungeziefer“ und „Kornblume“, umgesiedelt. „Dabei kam es im Oktober 1961 in Böseckendorf zur Massenflucht von 53 Ostdeutschen“, lernte OHG-Schülerin Adriana Schreiner.

Digitale Schnitzeljagd zur Deutschen Teilung: Touren bei Duderstadt und Heiligenstadt

Eine 25 Kilometer lange Radtour führt um Duderstadt, eine 45 Kilometer lange Tour um Heiligenstadt herum. Schließlich gibt es noch eine fünf Kilometer lange Tour durch Heiligenstadt, die sich auch zu Fuß bewältigen lässt.

„Wir zeigen dort die Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen damals und heute“, führt der St.-Elisabeth-Schüler Jakob Hülfenhaus aus. Früher hätten die jungen Menschen mehr Zeit im Freibad und der Disko verbracht, heute würden sie in Göttingen ins Kino gehen.

„Beim Otto-Hahn-Gymnasium machten Elftklässler die Vorarbeiten“, erzählt Schulleiterin Rita Engels. Dann gab es aufgrund der Pandemie eine Unterbrechung. Ein Geschichtskurs führte die Arbeit anschließend zuende.

Digitale Schnitzeljagd zur Deutschen Teilung: Projekt kostete 12 000 Euro

Betreut wurden die Jugendlichen von den Lehrerinnen Sibylle Löbcke und Edda Gutenberg. In Heiligenstadt waren drei Schüler und eine Schülerin unter Leitung von Rudolf Haase beteiligt.

„Das Projekt hat 12 000 Euro gekostet, die uns die Susanne und Gerd Litfin-Stiftung sowie die Stiftung Niedersachsen bewilligten“, sagt musa-Mitarbeiterin Gabi Radinger. (Michael Caspar)

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