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Erfolgreiche Vermögensanlage: Der Weg zum krisenresistenten Portfolio

Erfolgreiche Vermögensanlage Der Weg zum krisenresistenten Portfolio

Der Weg zu langfristigem Erfolg ist einfacher als gedacht. Kompliziert wird es im Detail. Hier sind zwei unterschiedliche Portfoliokonstruktionen, die in der Vergangenheit sehr gut und gut liefen. Wer das erreicht, ist schon viel besser als mit einem aktiven Portfoliomanager unterwegs.

Der Kapitalismus ist brutal. Sobald Unternehmen die erwarteten Eigenkapitalrenditen der Investoren nicht mehr erfüllen, wird umstrukturiert oder abgewickelt. Mit der Globalisierung hat diese Dynamik mit ihren Zyklen, Hypes, Krisen, Stars und Verlierern weiter an Tempo gewonnen. Das Wirtschaftsleben des einzelnen Arbeitnehmers oder Unternehmers ist in den letzten Jahrzehnten damit immer unsicherer geworden. Bemerkenswert ist, dass der Kapitalismus selbst jedoch immer unangreifbarer geworden ist. Kapitalismuskritik heißt heute nur noch Verteilungskritik - nicht die Produktion, sondern die Verteilung der Gewinne und Verluste wird kontrovers diskutiert. Echte Alternativen zum Kapitalismus findet man nur noch in Nordkorea, Venezuela und Kuba.

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Dr. Andreas Beck bewertet als unabhängiger Finanzmathematiker die Qualität von Vermögensverwaltungen. Daneben leitet er die Index Capital, welche für Banken und Fondsgesellschaften wissenschaftlich fundierte Portfoliomodelle entwickelt.

Für Anleger findet sich diese Dynamik in ihren Depots wider. Wer auf einzelne Unternehmen setzt, kann viel gewinnen oder auch alles verlieren. Niemand kennt die Weltmarktführer von morgen. Die Vergangenheit lehrt nur, dass es wahrscheinlich nicht die Weltmarktführer von heute sind. Langfristig wird der Anlageerfolg planbarer, wenn man in die Weltwirtschaft als Ganzes, anstatt in einzelne Unternehmen investiert. Diese Welt AG enthält circa 8800 Unternehmen aus 23 Industrie- und 27 Schwellenländern, soweit man dem MSCI All Country World Investable Market Index folgt. Aus dem Blickwinkel dieser Welt AG arbeitet der Kapitalismus mit seiner Aggressivität nicht gegen, sondern für die Sicherheit des Investors. Die oben beschriebene Dynamik mag einzelne Unternehmen oder auch Branchen zerstören, die Rentabilität der Welt AG als ganzes wird durch diese Dynamik hingegen stabilisiert.

In Krisen bekommt der Anleger mehr für sein Geld

Mit Rentabilität meinen wir dabei nicht die Kursentwicklung der Welt AG. Diese schwankt dramatisch, in Krisen können die Kurse auch mal 40 Prozent einbrechen. Der springende Punkt ist, dass die Welt AG im Durchschnitt immer profitabel bleibt. Die Unternehmen verdienen im Schnitt mit ihrer Tätigkeit Geld, unabhängig davon, ob man gerade in einer Krise ist oder nicht. Diese innere Rentabilität bezogen auf das über Aktien verbriefte Eigenkapital beträgt zwischen 7 und 10 Prozent pro Jahr. Dabei gibt es eine Besonderheit, die unter anderem der Nobelpreisträger Robert Shiller systematisch analysiert hat. In guten Marktphasen beträgt die Rentabilität eher 7, in Krisen eher 10 Prozent - und nicht umgekehrt, wie man es auf den ersten Blick vermuten würde. Krisen sind Phasen, in denen die Eigenkapitalrentabilität der Welt AG bezogen auf den Börsenwert nach oben springt. Hintergrund ist, dass Krisen aus Sicht des Kapitalismus Phasen der Anpassung sind.

Ein externer Schock zwingt die Wirtschaft zu einer Phase der Anpassung. Für das einzelne Unternehmen eine harte Zeit. Aber auch für Investoren eine harte Zeit, die Kurse sind eingebrochen, das Portfolio im Verlust, das Risikobudget verbraucht. Insgesamt eine Gemengelage, in der extreme Eigenkapitalknappheit herrscht. Oder anders formuliert: Der Börsenwert der Welt AG bricht weit stärker als deren Rentabilität ein. Das ist der Grund, warum man als Investor in Krisen mehr für sein Geld bekommt, wenn man der Welt AG Eigenkapital zur Verfügung stellt (also Aktien kauft), als in normalen Marktphasen. "Mehr für sein Geld" meint dabei eine höhere Eigenkapitalrentabilität.

Damit ist alles gesagt, was man als Anleger beachten sollte, um langfristig die Widerstandsfähigkeit und Renditeoptimierung des Kapitalismus für sich arbeiten zu lassen. Die Welt AG kaufen und in normalen Marktphasen eine Investitionsreserve zurückhalten. Wenn dann wieder eine Krise kommt, wird nicht verkauft, sondern nachgekauft. Die Investitionsreserve wird aufgelöst und die Welt AG aufgestockt.

Die Welt AG - zwei einfache Möglichkeiten der Umsetzung

Wir gehen jetzt nicht auf die Investitionsreserve und die Steuerung über Krisen ein. Details dazu finden sich im kostenlosen eBook unter www.globalportfolio-one.com. Wir stellen hier zwei beispielhafte Umsetzungen der Welt AG vor, anhand derer man gut die Eigenheiten der verschiedenen Umsetzungswege erkennen kann. Dabei nennen wir aus Gründen der Neutralität Indizes, für die dem Anleger der Regel mehrere hochwertige ETF/Indexfonds zur Verfügung stehen:

1) Welt AG - Gewichtung über Marktkapitalisierung

80 Prozent MSCI World, 10 Prozent MSCI Emerging Markets und 10 Prozent MSCI World Small Caps

2) Welt AG - Gewichtung über die regionale Wirtschaftskraft (BIP)

30 Prozent MSCI USA, 25 Prozent MSCI Europe, 10 Prozent MSCI Pacific, 35 Prozent MSCI Emerging Markets

Beide Varianten haben in der Vergangenheit funktioniert und werden im Sinne der globalen Wirtschaftsordnung weiter funktionieren. Beide sind eine vernünftige und sehr einfache Näherung an das Ziel, die "Erträge der Weltwirtschaft einzusammeln". In der 1. Variante interpretieren wir die Weltwirtschaft dahingehend, dass wir vereinfacht gesprochen das am höchsten gewichten, was am höchsten bewertet ist. Gerade in den letzten zehn Jahren hat dieser Ansatz außergewöhnlich gute Renditen geliefert. Allerdings ist man damit relativ anfällig für Spekulationsblasen. Aktuell extrem hoch bewertet sind US-Aktien, insbesondere Tech- und Plattformunternehmen.

Um nicht blind in jede Marktblase zu laufen, haben sich daher alternative Konzepte einer Welt AG etabliert. Sehr prominent die Überlegung, dass wir den regionalen Anteil am Welt-Bruttoinlandsprodukt in die Portfoliokonstruktion mit einfließen lassen. Klingt plausibel und führt zu einem erstaunlich anderen Portfolio. Während aus dem Blickwinkel der Marktkapitalisierung China ein Zwerg ist, wird es aus dem Blickwinkel des BIP zu einer dominanten Größe im Portfolio. Schwachpunkt dieser Näherung ist der Umstand, dass es empirisch zwischen BIP und Börse kaum Zusammenhänge gibt.

Breit streuen, Eigenkapitalrendite einsammeln, antizyklisch handeln

In den letzten zehn Jahren war die 1. Variante der klare Gewinner, in den zehn Jahren vor der Finanzkrise war jedoch die 2. Variante klar vorn. Was die Zukunft bringt, kann man nicht wissen. Aber eines ist klar, wirklich scheitern wird langfristig keine der beiden Varianten. Insbesondere wenn sie mit der genannten Investitionsreserve kombiniert wird, sodass Krisen die Rolle eines langfristigen Renditeturbos einnehmen.

Im institutionellen Umfeld wie dem Norwegischen Pensionsfonds wird die Welt AG mit höherem Aufwand abgebildet. Es kommen sogenannte "Faktor-Tilt Portfolios" zum Einsatz. Aber für den Hausgebrauch zeigt all dies vor allem eines: Möglichst breite Streuung, Eigenkapitalrenditen einsammeln, antizyklisch handeln - diese drei Regeln sind langfristig die wichtigsten und von jedem Privatanleger eigenständig umsetzbar.

Dr. Andreas Beck bewertet als unabhängiger Finanzmathematiker die Qualität von Vermögensverwaltungen. Unter anderem testet er zusammen mit n-tv seit über zehn Jahren die Portfolios der führenden Privatbanken in Deutschland. Sein neuestes Buch "Erfolgreich wissenschaftlich investieren" kann auf www.globalportfolio-one.de kostenlos heruntergeladen werden.