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Feldwebel im Pflegeheim: Als Hausmeister und Küchenhelfer

Giersleben -

Eigentlich ist Lasse Olbrich leidenschaftlicher Fußballer. Von Kindheit an hütet er den Kasten seines Heimatvereins TuS Mecklenheide bei Hannover. Doch 2019 hat der Land- und Baumaschinen-Mechatroniker seine Heimat verlassen, um für 15 Jahre als Soldat auf Zeit in der Bundeswehr zu dienen. Eigentlich wäre er jetzt auch im Dienst in seinem Versorgungsbataillon in Torgelow. Wenn Corona nicht wäre.

Statt sich auf militärische Einsätze vorzubereiten, ist der 22-jährige Feldwebel in einem besonderen Friedenseinsatz. Er hilft mit vier seiner Kameraden aus Torgelow den Mitarbeitern des Pflegeheims der Richterpflege im ehemaligen Rittergut in Giersleben.

„Wir sind hier eingesetzt, um Transporte und Versorgungsfahrten zu machen“

Um Transport und Logistik kann sich der Feldwebel aber auch hier kümmern. „Wir sind hier eingesetzt, um Transporte und Versorgungsfahrten zu machen“, erklärt er mit Hinweis auf Touren zwischen den Standorten der Richterpflege und Besorgungsfahrten für die Bewohner. Auch da, wo es den Mitarbeiterinnen zu schwer wird, packen die „helfenden Hände“, wie ihr Einsatz heißt, zu.

Als sie in Giersleben ankamen, wurde ihre Hilfe dringend benötigt. Da die Hausmeister ausgefallen waren - auch sie mussten in Quarantäne durch Corona - wurden die Soldaten nicht nur für Transporte benötigt. Sie packten auf dem Areal zu, um die verschneiten Rettungswege freizuschaufeln.

Wege für Spaziergänge frei gemacht

Da die Bewohner selbst wegen positiver Tests wochenlang nicht aus dem Zimmer durften, sei es auch ihre Aufgabe gewesen, die verschneiten Wege für die Bewohner frei zu machen, die lange nicht mehr an der frischen Luft waren. Wenn diese dann die Luft und die Sonne genießen und den Schnee fühlen konnten, dann sei es sehr schön gewesen, dies zu begleiten, sagt Lasse Olbrich. Ihr Lohn war oft ein Lächeln.

Es musste auch mal eine Glühlampe ausgetauscht werden. In der Küche halfen sie nicht beim Kochen oder Kartoffelnschälen, aber beim Einräumen von Lieferungen, beim Spülen und Wegräumen des Geschirrs.

„Vorsichtig sollte man überall sein“

Dass das Pflegeheim in Giersleben so extrem von Corona betroffen war, hatte Olbrich erst kurz vor dem Einsatz erfahren. Aber da hatte sich die Lage ja bereits entspannt und sie seien beruhigt worden, berichtet der Soldat. Bauchschmerzen hatte er keine. „Grundsätzlich muss sich jeder bewusst sein, dass wir durch die Pandemie eine große Krise haben. Vorsichtig sollte man überall sein.“ Die Regelungen hätten schon ihre Berechtigung, denkt er.

Olbrich hat auch einige Mitarbeiter nach ihrer Quarantäne gesprochen und gehört, dass manche leichte, andere aber schwerwiegende Verläufe der Krankheit hatten. „Wir haben es und es kann jeden treffen“, weiß er. Zum Glück hat sich kein Helfer infiziert.

Fast drei Monaten im Gesundheitsamt in Hamburg geholfen

Neben den fünf Soldaten aus Torgelow sind bei Richters zwei Soldaten aus Burg eingesetzt, die bei den mehreren Hundert Corona-Schnelltests pro Woche helfen. Für Lasse Olbrich ist es der zweite Corona-Einsatz. Fast drei Monate hatte er im Gesundheitsamt in Hamburg mitgeholfen, Kontakte nachzuverfolgen. Wenn sie am 7. März nach fast vier Wochen Giersleben verlassen, dann mit einem guten Gefühl. „Persönlich hat jeder etwas mitgenommen“, weiß er um die Erfahrungen im Umgang mit älteren Menschen. „Wir halten das für richtig erfolgreich“, sagt er überzeugt.

Die Helfer waren ein Segen

Heimchefin Jana Richter ist froh über die Hilfe. „Sie sind wirklich ein Segen“, schreibt sie auf Facebook. Doch das seit dem ersten Hilferuf drei Wochen vergingen bis offizielle externe Hilfe kam, das ärgerte sie.

Was als nächstes auf ihn wartet, das weiß Lasse Olbrich noch nicht. Der 22-Jährige ist stolz auf das, was er macht. Aber natürlich würde er auch gern wieder im Heimaturlaub Fußball spielen. Oder als Schiedsrichter Punktspiele leiten. Allerdings erst nach Corona. (mz)

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