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Großalarm an Hagener Synagoge in der Nacht: Mittlerweile vier Festnahmen - „Es bestand Anschlagsgefahr“

Großeinsatz der Polizei vor der Hagener Synagoge: „Es bestand die Gefahr eines Anschlags“. Vier Personen wurden festgenommen, darunter ein 16-Jähriger.

Update vom 16. September, 12.10 Uhr: Dem massiven Polizeieinsatz an der Hagener Synagoge ging die Gefahr eines Anschlags voraus, wie der nordrhein-westfälische Innenminister sagt (siehe vorheriges Update). Mittlerweile gibt es vier Festnahmen, darunter ist ein 16-Jähriger aus Hagen. Spezialkräfte sind weiterhin im Einsatz. Nach einem Bericht des Spiegel soll ein 16-jähriger Syrer einen Sprengstoffanschlag vorbereitet haben (siehe Update vom 16. September, 10.28 Uhr).

Eine Polizeisprecherin sagte, es liefen Durchsuchungen, um mögliche Beweismittel zu sichern. Der Einsatz dauerte am späten Vormittag an. Einem dpa-Fotografen zufolge waren in der Nähe der Wohnung des 16-Jährigen weiterhin zahlreiche Spezialkräfte im Einsatz. „Offenbar hatten die Sicherheitsbehörden einen Hinweis eines ausländischen Geheimdienstes erhalten. Der Partnerdienst habe vor einem mutmaßlichen Islamisten in Deutschland gewarnt, der sich im Internet verdächtig verhalten habe, berichtete der Spiegel. Die Ermittlungen hätten zu dem 16-Jährigen geführt, der in Hagen in einer Wohnung mit seinem Vater lebe.

Dem Magazin zufolge ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf gegen den Jugendlichen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Auf dpa-Anfrage wollte ein Sprecher der Behörde zunächst nur bestätigen, dass die bei der Behörde angesiedelte „Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen“ in die Ermittlungen eingebunden ist. „Nähere Angaben können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden“, so der Sprecher.

Großalarm an Hagener Synagoge: „Es bestand die Gefahr eines Anschlags“

Update vom 16. September, 11.15 Uhr: In Hagen hat es nach Worten des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) eine ernste extremistische Bedrohung gegeben. „Es bestand die Gefahr eines Anschlags auf die Synagoge in Hagen“, sagte Reul am Donnerstag bei der Vereidigungsfeier junger Polizisten in Köln. „Ihre Kolleginnen und Kollegen haben das vermutlich verhindert.“

Update vom 16. September, 10.28 Uhr: Nach dem großen Polizeieinsatz an der Synagoge in Hagen hat es nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) eine Festnahme gegeben. „Es wurde ein Jugendlicher festgenommen“, sagte Reul der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in Köln. Der Spiegel berichtet, ein 16-jähriger Syrer solle eine Sprengstoffattacke vorbereitet haben.

In die Ermittlungen ist auch die Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen eingebunden. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben können noch nicht gemacht werden, wie Oberstaatsanwalt Benjamin Kluck mitteilte. Aus Sicherheitskreisen hieß es, auch der Generalbundesanwalt sei eingeschaltet.

Hagener Synagoge: Großalarm in der Nacht - Polizei ermittelt weiter

Erstmeldung: Hagen - Nach dem Großeinsatz der Polizei vor der Hagener Synagoge gehen die Ermittlungen zu den Hintergründen am Donnerstag weiter. „Wir sind jetzt in besonders engem Kontakt mit der jüdischen Gemeinde. Die Menschen sind in Sorge“, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht zum Donnerstag. Zugleich sei der Schutz des Gotteshauses verstärkt worden. Noch in der Nacht standen zwei Polizeiwagen vor dem Gebäude. Die Beamten waren mit Maschinenpistolen bewaffnet.

„Mögliche Gefährdungslage“: Hintergrund zum Einsatz der Polizei vor Hagener Synagoge

Am späten Mittwochnachmittag hatten starke Polizeikräfte die Synagoge abgeriegelt, nachdem es Hinweise auf eine „mögliche Gefährdungslage“ gegeben hatte. Die Straße in der Hagener Innenstadt, an der die Synagoge liegt, wurde in 250 Metern Abstand gesperrt. Zahlreiche Kräfte einer Einsatzhundertschaft seien im Einsatz gewesen, sagte der Polizeisprecher.

Ein für Mittwochabend geplanter Gottesdienst zu Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, wurde kurzfristig abgesagt. Nachbarn, die im Umfeld zu ihren Wohnungen wollten, mussten ihren Personalausweis vorzeigen. Hundeführer mit mehreren Polizeihunden durchsuchten die Synagoge und das benachbarte Gemeindehaus, in dem auch eine Arztpraxis untergebracht ist. Sie fanden offensichtlich nichts in den Gebäuden.

Schnell waren auch die Erinnerungen an den Terroranschlag in Halle in Sachsen-Anhalt an Jom Kippur vor zwei Jahren wach geworden. Damals fiel der Versöhnungstag auf den 9. Oktober. Ein bewaffneter Rechtsextremist hatte versucht, gewaltsam in die Synagoge von Halle einzudringen. Als die Tür standhielt, erschoss er in der Nähe zwei Menschen und verletzte auf der Flucht zwei weitere.

Vor Ort keine Hinweise auf eine Gefährdung - Ermittlungen gehen weiter

An der Hagener Synagoge habe die Polizei keine Hinweise auf eine tatsächliche Gefährdung festgestellt, wurde noch in der Nacht mitgeteilt. Es lägen auch keine Hinweise vor, dass andere jüdische Gemeinden in Nordrhein-Westfalen gefährdet sein könnten.

Worin die mögliche Gefahr bestand, ob es möglicherweise eine Bombendrohung gegeben habe, teilte die Polizei nicht mit. Es werde weiter ermittelt, sagte der Polizeisprecher. (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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