Schierke/Wittenberg (Sachsen-Anhalt) – Von 350 auf 650 Euro pro Kubikmeter – so hoch schoss allein der Preis für Palettenholz in den letzten sechs Wochen! Ein Grund zur Freude für Sachsen-Anhalts gebeutelte Waldbauern? Denkste!

„Was derzeit am Holzmarkt abgeht, stellt die Verhältnisse von den Füßen auf den Kopf“, sagt Franz zu Salm-Salm (57). Der Vorsitzende des Landesverbandes der Waldbesitzer Sachsen-Anhalts muss in jüngster Zeit häufig erklären, „warum Waldbesitzer weder Rolls Royce fahren noch in Schlössern residieren“: „Die Leute sehen die Holzpreise im Baumarkt oder in den Börsen-News und denken, Wald müsste man haben.“

Tatsächlich aber haben die privaten wie öffentlichen Baum-Besitzer kaum etwas vom Holz-Boom, der vom Bau-Aufschwung in China und Amerika befeuert wird. Erst letzte Woche wurde eine riesige Ladung Stammholz aus den von Dürre, Sturm und Borkenkäfern dezimierten Harz-Forsten in die USA verkauft. Für 1000 Euro pro Kubikmeter. „Vom Sägewerk erhielt der Waldbesitzer zuvor maximal 15 Euro dafür“, so Salm-Salm.

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Aufgestapelte Baumstämme: viel Holz für wenig Geld

Foto: Steffen Schellhorn

Härter noch ist es beim Paletten-Holz (der Name stammt von der häufigen Verarbeitung zu Euro-Paletten) und der geringsten Qualität, aus der Zellstoff gewonnen wird: „Hier gibt 2 bis 5 Euro bzw. 50 Cent für den Kubikmeter.“ Die traumhaften Gewinnmargen lassen die Bilanzen der internationalen Holzkonzerne glänzen, denen heute die letzten großen Sägewerke im Land gehören.

Und die Konzerne können den Waldbesitzern weiterhin die Preise diktieren. Denn sie wissen: Das geschlagene Holz muss so schnell wie möglich aus den Forsten, um neuen Schädlings-Plagen vorzubeugen. „Eine Alternative wäre ein Fällstopp“, meint Salm-Salm. Dies machten die Finanzminister der Länder nicht mit: „Die wollen mit den Landesforsten – immerhin den größten Holzflächen – lieber schnelles Geld verdienen.“